23. April 2015

let's talk about books {coming-of-age-Romane / "Jugendbücher" - a guestpost by Asu} // Welttag des Buches!

Hallo ihr Lieben,

ich bin die Astrid, von allen aber nur Asu genannt und Stef hat mich gefragt, ob ich euch nicht auch noch ein paar Buchschätze vorstellen könnte. Das kann ich und das will ich!  

Stef und ich kennen uns aus den Weiten des Internets und uns verbindet die gemeinsame Vorliebe für gute Bücher. Meistens sind es Thriller und Krimis, aber es muss ja nicht immer blutig sein. Denn wenn ich nicht gerade Serienkillern auf die Schliche komme, dann lese ich Jugendbücher.
Generell vertrete ich die Meinung, dass man nie alt genug für jegliche Genres sein kann – auch nicht für die derzeit so beliebten Coming-of-Age-Romane. Zurzeit werden in diesem Genre Autoren wie John Green oder David Levithan fast wie Stars gefeiert und Leser aus allen Altersklassen rennen die Buchhandlungen ein. Ich bin eine davon, denn ich finde nichts schöner, als in einen Teenagerkopf abzutauchen und von all diesen Autoren und ihren Geschichten zu profitieren. 




Es gibt eine Reihe an Büchern, die geradezu die Aushängeschilder für diese Sparte sind, sei es Vielleicht lieber morgen von Stephen Chbosky oder Eine wie Alaska von John Green – ich möchte jedoch euch drei meiner persönlichen Schätze vorstellen:



Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe 
engl.: Zac & Mia / Autorin: A.J. Betts


Als ich Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe das erste Mal in den Händen hielt, hatte ich keine Ahnung, was für ein Buch es eigentlich sein sollte. Durch das Cover wirkt es ein wenig wie eine Liebesgeschichte á la Anna Gavalda, aber keinesfalls nach einem waschechten Jugendbuch. Ich fand die Optik jedoch so schön, dass ich es einfach kaufte, ohne zu ahnen, was ich da eigentlich gerade vor mir hatte.
Es geht um Zac, der zunächst wie ein normaler Teenager wirkt. Er surft im Internet, teilt lustige Videos auf Facebook und bleibt lange wach. Doch all dies tut er im Krankenhaus, denn er hat Krebs und steht nach einer Knochenmarkstransplantation unter „Quarantäne“. Er darf unter keinen Umständen sein Krankenzimmer verlassen und hat daher nur Kontakt zu seiner Mutter und dem medizinischen Personal. Doch dann wird es auf einmal laut neben an und schon dröhnt in einer ohrenbetäubenden Lautstärke Lady Gaga durch die Flure der Station. Es ist Mia, mit einem Tumor im Bein. Sie hat Streit mit ihrem Freund, mit ihrer Mutter und mit sich selbst.  Denn im Gegensatz zu Zac macht sie dies zum ersten Mal durch und steht sich dabei selbst am meisten im Weg.
„Vielleicht ist Mut nichts anderes, als das: eine spontane Handlung, bei der dein Kopf Nein ruft, aber dein Körper es einfach trotzdem tut. Mut oder Dummheit. Schwer zu sagen.“
Zunächst denkt man sicherlich: Schon wieder eins dieser ‚Kranker-Teenager-im-Kampf-um-das-Leben‘-Bücher, wie Das Schicksal ist ein mieser Verräter oder Bevor ich sterbe. Vom Setting ist es das ganz sicherlich, doch A.J. Betts geht das ganze Thema etwas anders an. Sie lässt abwechselnd die Geschichte von Zac und dann von Mia erzählen, was das ganze weitaus intensiver und emotionsgeladener macht.         

Betts verzichtet für Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe auf eine große Rahmenhandlung. Es geht bloß um zwei Teeanger, die gemeinsam gegen ihre Krankheit kämpfen und auf ihre eigene Weise damit umgehen. Zac eher als ruhiger, besonnener Part, der lustig auf Facebook mit seinen Freunden kommuniziert und Statistiken über Todesfälle auswendig lernt. Mia hingegen als zickige, laute und überhebliche Person, die ihren Freunden erzählt, sie sei im Sommerurlaub. Da es aber keine großen Abenteuer gibt, sondern nur die beiden Hauptpersonen ist es umso intensiver von Zac und Mia zu lesen. A.J Betts zeigt mit jeder Seite die Verzweiflung und die Hoffnung, die ihre Protagonisten verbindet und baut eine ganz enge Bindung zum Leser auf.

Auch wenn das Buch so klingt, als wäre es ein typischer Ableger der bekannten Bestseller, ist dies kein Minuspunkt. Das Buch greift das Krebs-Thema auf einer ganz anderen Ebene auf und zeigt zwei Teenager, die gemeinsam versuchen stark zu sein und sich in den schlimmsten Momenten gegenseitig Halt geben. Es ist wahnsinnig emotional, wunderschön geschrieben und sieht auch noch gnadenlos gut im Bücherregal aus.


Hope Forever
engl.: Hopeless / Autorin: Collen Hoover


Hope Forever war ein Geschenk, das mir eine Freundin eines Tages in die Hand drückte. Nach einiger Zeit entwickelte es sich zu einem dieser Bücher, die ewig in meinem Regal standen, bevor ich sie das erste Mal richtig in die Hand nahm. Doch als ich die Geschichte von Sky begann, las ich sie in einem Rutsch direkt durch.
„Aber so was passiert, Six. Du kannst nicht sauer sein, weil der Film ein realistisches Ende hat. Im Leben gibt es eben manchmal Sachen, die nicht funktionieren. Sei lieber sauer auf die ganzen Filme, die einem eine Zuckerguss-Welt vorspielen.“
Sky ist 17-Jahre alt und ist bisher tiefgründigen Gefühlen aus dem Weg gegangen. Sie hatte schon mehrere Beziehungen, doch bisher konnte sie keinen Jungen wirklich an sich heranlassen. Kein Kribbeln im Bauch, keine Schmetterlinge und auch keine Nervosität – bis sie Dean Holder trifft. Er ist der Raufbold der Schule und hat keinen guten Ruf, trotzdem fühlt sie sich von der ersten Sekunde zu ihm hingezogen. Sehr schnell beginnen die beiden Zeit miteinander zu verbringen und gerade als sich eine kleine, aber feine Liebesgeschichte zwischen den beiden entwickelt, beginnt Sky sich an ihre Vergangenheit zu erinnern. Doch das, was sie da ans Tageslicht holt, wollte sie aus einem bestimmten Grund vergessen.


Hope Forever ist auf jeden Fall kein klassischer, schnulziger Jugendroman, wo Mädchen Junge trifft und dann die kleinen Probleme anfangen. Als Sky sich an ihre Jugend erinnert, kommen wirklich massive, gravierende Erinnerungen auf sie zu, die sie so nicht erwartet hatte. Für leichte Gemüter ist dieses Buch dann nicht zu empfehlen, denn man leidet jede Seite mit Sky mit und hofft immer mehr, dass die eigene Befürchtung nicht wahr sein mag.
Trotzdem hat Colleen Hover mit Hope Forever einen gefühlvollen und guten Roman geschrieben, der so leicht zu lesen ist, das man fast schockiert darüber ist, wie heftig die Tatsachen sind, die da ans Licht kommen. Man begleitet Sky durch die ersten Tage ihrer ersten richtigen Beziehung und begleitet sie auch noch, als sie sich in den grauenhaften Erinnerungen stellen muss. Man recherchiert mit und ist jede Seite gespannt, wie es wohl ausgehen mag.
Ein sehr spannender Roman, der Colleen Hoover da geglückt ist. Sky ist ein wenig naiv und streckenweise ein wenig anstrengend, doch Dean Holder macht an ihrer Seite jeden negativen Moment weg. Es gibt auch mittlerweile die Fortsetzung Looking For Hope, die ich aber noch nicht gelesen habe. Ich bin hier der Meinung, dass es besser wäre das Buch so stehen zu lassen, wie es Colleen Hoover zunächst vorgehabt haben musste. 



No & Ich 
franz.: No et moi / Autorin: Delphine de Vigan


Wie sagt man so schön – das Beste kommt zum Schluss! Für mich ist No & Ich ein ganz wunderbares, besonderes Buch, das ich vor sechs Jahren zum ersten Mal las. Mittlerweile befinden sich überall in dem Buch kleine Post-Its mit Anmerkungen und Notizen. 
Wenn du groß bist, werde ich dich an einen Ort mitnehmen, an dem die Musik so schön ist, dass man auf der Straße tanzt.“
Hier geht es um Lou, eine hochbegabte 13-Jährige, die schon mehrere Klassen übersprungen hat und sich gerade deswegen oft fühlt wie ein Außenseiter. Auch in ihrer Familie gibt es viele Belastungen, so dass sie gelernt hat, vieles nicht zu sagen. Für ein Schulprojekt beschäftigt sich Lou mit Obdachlosigkeit in Paris und lernt durch Zufall No kennen. Sie ist bereits 18 Jahre und lebt schon zu lange auf der Straße. Für die beiden wird es eine kleine Routine sich in Cafes zu treffen. No hat die Möglichkeit im Warmen zu sitzen und für Lou eröffnen sich neue Welten, denn mit ihr kann sie Reden, wie mit noch niemanden zu vor.
Delphine de Vigan schreibt über eine ganz besondere Freundschaft zwischen einem intelligenten Mädchen aus der Mittelschicht und einem obdachlosen Teenager. Daran ist nichts gewöhnlich, alltäglich und das macht das Ganze so wunderbar. Hier werden keine Klischees erfüllt und keine altbekannten Settings verwendet. Lou ist so wunderbar anders und berichtet auf ihre ganz eigene, altkluge Art und Weise von ihrem Leben und ihrer Sicht der Dinge. Sie erzählt, warum ihre Mutter den Tag im Dunkeln verbringt, ihr Vater im Bad weint und No eine Chance verdient.
Das so sensible Thema verpackt de Vigan äußerst charmant. Lou bringt einen zum Schmunzeln mit lustigen und humoristischen Passagen, zeitgleich leiten diese aber auch in die ernsthaften und traurigen Teile über. Das Ganze wird verpackt durch eine wunderbar emotionale Schreibart, die gerade durch die fabelhaften Dialoge fesselt.       
Ich kann nicht mehr sagen, als: Lest dieses Buch! Wer Lust auf ein bisschen Abwechslung von den amerikanischen Autoren hat, der wird mit diesem französischen Schätzchen keinen Fehler machen.     


… das waren auch schon meine drei Favoriten. Jedes eine Hausmarke für sich und anders als das Andere – alle gleichermaßen lesenswert. Ich hoffe, dass der Eine oder Andere eins dieser Bücher bald auf seinem Nachtschrank liegen haben wird und hoffentlich ähnlich empfinden wird!


Danke für’s Lesen,
Asu


PS von Stef: Falls ihr Leselust bekommen habt und das hoffe ich sehr, lasse ich euch hier gleich direkte Links zu den Büchern. Wenn ihr darüber bestellt, bekomme ich für eure Bestellung ein paar Cent auf mein Affiliatekonto gutgeschrieben. Diesen Betrag verwende ich immer, um mehr Schulmaterialien für meinen Unterricht zu erwerben und meine Wunschliste ist diesbezüglich sehr lange.

EDIT

19. April 2015

Dystopische Romane II {let's talk about books - a guestpost by C}



Willkommen zurück zum zweiten Teil meiner kleinen Gastserie!
Wie bereits angekündigt soll es heute um dystopische Trilogien im YA-Bereich gehen – diesmal zwar etwas subjektiver und daher auch stärker von meiner Meinung geprägt, aber weiterhin ohne Spoiler. Im Grunde genommen beziehe ich mich bei den Inhaltsbeschreibungen immer nur auf den ersten Teil jeder Trilogie, denn ich möchte keine Handlungsstränge verraten, die erst später kommen.


L e g e n d
zu dt.: Legend – Fallender Himmel / Autorin: Marie Lu

Geschrieben wird das Jahr 2130 und wir befinden uns in einem kontrollierenden Überwachungsstaat, in dem das Internet eingegrenzt ist, abends ein strenger curfew (Ausgehverbot) herrscht und Krieg mit anderen Staaten geführt wird. Man kann sich die Welt ungefähr so vorstellen: Die ehemaligen United States haben sich in die Kernzone Republic und die umliegenden Colonies aufgeteilt und bekriegen sich gegenseitig. Gleichzeitig wütet eine Krankheit, gegen die nur die Reicheren geimpft werden, was zusammen mit der Einteilung in verschiedene Wohnsektoren die sozialen Klassenunterschiede noch verstärkt.
Die begabte June Iparis ist das Vorzeigemädchen für alles, was im Staat richtig läuft, wohnt im reichen Teil der Stadt und hat eine vielversprechende Zukunft vor sich. Als jedoch ihr Bruder getötet wird und sie seinem Mörder Rache schwört, schlägt ihr Leben eine neue und erwartete Richtung ein.

If you want to rebel, rebel from inside the system.
That's much more powerful than rebelling outside the system.

Die Lage von Day könnte nicht anders sein: Nachdem er im Alter von zehn Jahren bei seinen Trials (die obligatorische Evaluierung, der sich alle Menschen stellen müssen um für ihr weiteres Leben und ihren Beruf eingeteilt zu werden) durchgefallen ist, hat er nur knapp der Hinrichtung entkommen können und lebt nun auf den Straßen. Natürlich tut er alles, um nicht dem Staat gerecht zu werden und obwohl er nicht der offiziellen rebellischen Bewegung angehört, ist er doch der „Staatsfeind Nummer 1“ – eher harmlose Vergehen, die aber viel Aufsehen erregen und im Grunde ziemlich Robin Hood-esque sind. Seinen herzensguten, mutigen und frechen Charakter muss man einfach mögen... außerdem finde ich die Erklärung, wieso es ausgerechnet der Spitzname Day geworden ist, sehr schön.

Each day means a new twenty-four hours.
Each day means everything's possible again.
You live in the moment, you die in the moment,
you take it all one day at a time.

Das ist etwas, das ich an Marie Lu und ihrem Schreibstil sehr mag: Sie gibt den Charakteren Persönlichkeit und daher gefallen mir auch die Dialoge und Gedankengänge, die sie ausformuliert. Sie schreibt wirklich gut und das mag ich an diesen drei Büchern so sehr!


Das Ende mag ich im Gegensatz zu manch anderen Trilogien wirklich sehr gerne und ich würde es daher jedem ans Herz legen, bis zum Schluss zu lesen – was in diesem Fall auch nicht so schwer ist, da meiner Meinung nach alle drei Bücher gut und spannend sind. Wenn ihr nach neuem Lesestoff in diesem Genre sucht, nehmt also Legend zur Hand – und zwar unbedingt auf Englisch, es liest sich nämlich so viel stimmiger und kraftvoller im Original! Außerdem ist ein großer Reiz der Bücher wirklich die Tatsache, dass Marie Lu so gut schreibt – und das geht in der Übersetzung einfach verloren.
(Die deutschen Übersetzungen nennen sich Fallender Himmel / Schwelender Sturm und Berstende Sterne – bitte sagt mir, dass ich nicht die Einzige bin, bei der sich alle Haare aufstellen… das ist einfach so dermaßen cringeworthy.)


D e l i r i u m
zu dt.: Delirium – amor deliria nervosa / Autorin: Lauren Oliver

Lena Haloway lebt in einer Welt, in der die Liebe als eine gefährliche Krankheit dargestellt wird, die vom Staat so gut es geht ausgelöscht wird. So müssen sich alle 18-jährigen Menschen einem chirurgischen Eingriff unterziehen, bei dem die Amor Deliria Nervosa ausradiert wird. Danach gibt es keine starken Gefühle mehr, weder positive noch negative, auch keine Träume oder Leidenschaften. Natürlich läuft das Ganze nicht immer ganz so reibungslos ab, denn Lenas Mutter hatte trotz drei Operationen noch immer so starke Gefühle für ihren verstorbenen Ehemann, dass sie sich schließlich das Leben genommen hat.


Lena wohnt bei ihrer Tante, die Musterbürgerin des Staates ist und bei der es so gut wie gar keine Gefühlsregungen gibt. Sie unterwirft sich dem System, auch wenn sie oft an die schönen Zeiten mit ihrer Mutter und Schwester zurückdenkt, bei dem es ausgelassenes Tanzen oder lautes Lachen gab. Jedoch möchte sie einfach normal sein und versucht daher, sich so gut es geht an alle Regeln zu halten. Natürlich gibt es, wie in allen Dystopien, auch die Menschen, die sich das Ganze nicht gefallen lassen, die sogenannten Invalids – so werden sie vom Staat bezeichnet, denn das sind diejenigen, die von der Amor Deliria Nervosa betroffen sind und versteckt außerhalb der Stadt in den Wäldern leben. Zumindest großteils, denn einige Invalids und Sympathisanten haben es geschafft, sich innerhalb des Staates zu etablieren und ihre Identität versteckt zu halten.

Bei einem Ausflug in abgesperrtes Gebiet treffen Lena und Hanna auf den 19-jährigen Alex, der dort als Wache angestellt ist, das Ganze aber scheinbar nicht so ernst nimmt, ihnen ein wenig die Umgebung zeigt und sie somit in freundschaftliches Plaudern geraten. An dieser Stelle kommt natürlich der epische Moment, in dem die weibliche Hauptperson auf den schönen jungen Mann trifft und die Story erst so richtig losgeht...


Diesen drei Büchern stehe ich mit gemischten Gefühlen gegenüber – nicht etwa weil Lauren Oliver nicht gut schreiben würde, im Gegenteil, ich finde ihren Schreibstil großartig (Before I fall ist eines meiner Lieblingsbücher). Das, was mich hier ein wenig wurmt, ist die Tatsache, dass der zweite und dritte Teil bei weitem nicht so gut sind wie der erste. Fast würde ich mir wünschen, nur Delirium gelesen zu haben, denn das Buch ist so toll und endet meiner Meinung nach auch genau richtig. Natürlich hört man aber bei einem guten Buch nicht einfach auf zu lesen, wenn man weiß, dass es noch zwei weitere Teile gibt... aber ja, mit Pandemonium und Requiem bin ich schlicht und einfach nicht so zufrieden.

The past is nothing but a weight.
It will build inside of you like a stone.
Take it from me: If you hear the past speaking to you,
feel it tugging at your back and running its fingers up your spine,
the best thing to do – the only thing to do – is run.

Mein Fazit: Ich würde euch Delirium definitiv ans Herz legen, mit dem vorsichtigen Hinweis, dass die anderen zwei Teile der Trilogie jedoch nicht so gut sind und wer gerne ein befriedigendes Leseerlebnis hat, sollte vielleicht lieber nur das erste Buch lesen – wie gesagt, es endet eigentlich so, dass man es ruhig stehenlassen könnte.


A c r o s s   t h e   U n i v e r s e
zu dt.: Godspeed – Die Reise beginnt / Autorin: Beth Revis

Diese Trilogie spielt sich vom Setting her ein wenig anders ab, denn wir befinden uns auf einem Raumschiff, das unterwegs ist um einen neuen Planeten bewohnbar zu machen und zu besiedeln. Als die Zustände auf der Erde sich nämlich immer weiter zugespitzt haben, hat die Menschheit ein gigantisches Fortbewegungsmittel geschaffen, das nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, Gebäude und Landwirtschaft beheimaten kann.


Auf Godspeed befinden sich nun aber nicht nur die aktuellen Bewohner des Schiffes, sondern auch die wichtigsten Forscher, Ärzte und Militärszugehörige, die sich vor Beginn der Reise einfrieren haben lassen, um das Überleben auf einem neuen Planeten gewährleisten zu können. Die Eltern der weiblichen Hauptfigur Amy sind zum Beispiel Forscherin und Offizier und gemeinsam hat sich die Familie einfrieren lassen, um die Welt des neuen Planeten nach 300 Jahren Reise mitzuerleben. Nun geschieht allerdings etwas Unvorhergesehenes und Amy wacht um 50 Jahre zu früh auf – als einzige Unbekannte unter den shipborn muss sie sich erstmal mit den neuen Sitten und der Umgebung zurechtfinden.

The first cause of discord is difference.
There is no religion on Godspeed.
We all speak the same language.
We're all monoethnic.
And because we are not different, we don't fight.

Elder, der männliche Hauptcharakter, ist zwar erst 15 Jahre alt, aber dennoch der zukünftige Anführer der Kolonie und unterstützt den im Moment regierenden Eldest bei den tagtäglichen Aufgaben betreffend die Bevölkerung und das Leben auf Godspeed. Nachdem der junge Mann aber der einzige Jugendliche des Raumschiffes ist, freut er sich, nun eine Gleichaltrige zu haben, um die er sich kümmern kann – Amy hingegen kämpft erst einmal gegen diese neue Art von Einsamkeit an, denn das Ziel ist noch nicht erreicht und ihre Eltern sollen daher noch für viele weitere Jahre eingefroren bleiben.


So erfährt man nach und nach nicht nur einiges über das Leben am Raumschiff und die Vor- und Nachteile dessen, sondern auch über das langjährige Herrschaftssystem der Elder und Eldest und über die Zukunft, die sie erwarten soll. Gleichzeitig tun sich einige Ungereimtheiten auf wie das Geheimnis des verschwundenen Vorgänger-Elder und die Tatsache, dass durch das Trinkwasser scheinbar Drogen an das Arbeitsvolk verabreicht werden. Als ein Unbekannter beginnt, die Eingefrorenen umzubringen, merken Elder und Amy, dass auf Godspeed scheinbar nicht alles so reibungslos läuft, wie es scheint.

Hat es mir gefallen? Ja. Würde ich es weiterempfehlen? Definitiv. Aber es ist einfach nicht ganz so gut wie andere Bücher des Genres. Ich hab's erst vor kurzem nochmal gelesen und muss zugeben, dass es stellenweise ein bisschen langweilig ist und sich zieht. Außerdem haben die Charaktere meiner Meinung nach nicht so viel Persönlichkeit… und Amy nervt etwas mit ihrem jugendlichen Mami-Papi-Gerede. Aber es ist trotzdem nicht schlecht und ich würde es als angenehmes Lesevergnügen beschreiben - nicht zuletzt wegen des interessanten Settings.

Auch hier würde ich unbedingt dazu raten, es im Original zu lesen! Generell würde ich das bei jedem Buch sagen, aber hier ist die Übersetzung wirklich katastrophal und zudem auch noch gekürzt, ich hab ein wenig reingelesen... wer mir nicht glaubt, kann mal auf amazon schaun, da gibt’s eine Rezension mit ein paar Beispielen. Und Elder wird mit Junior übersetzt... mehr muss ich, glaub ich, nicht mehr sagen.



Ich hoffe, dass sich zumindest einige gleichgesinnte Bücherliebhaber bis zum Ende dieses langen Beitrags durchgekämpft haben und sich gemeinsam mit mir auf den dritten und letzten Teil der Reihe freuen! Zum Abschluss meiner Gastserie versorge ich euch nämlich mit einem kleinen Exkurs zu The Hunger Games und ein paar Empfehlungen sowie kurzen Einblicken in weitere dystopische Bücher – denn zum Glück ist die Auswahl ja sehr groß und man kann sich stets auf das nächste gute Buch freuen.


PS von Stef: Falls ihr Leselust bekommen habt und das hoffe ich sehr, lasse ich euch hier gleich direkte Links zu den Büchern. Wenn ihr darüber bestellt, bekomme ich für eure Bestellung ein paar Cent auf mein Affiliatekonto gutgeschrieben. Diesen Betrag verwende ich immer, um mehr Schulmaterialien für meinen Unterricht zu erwerben und meine Wunschliste ist diesbezüglich sehr lange.

* Legend Englische Version Trilogie
* Legend Deutsche Version
* Delirium Englische Version
* Delirium Deutsche Version

* Across the Universe Englische Version
* Godspeed Deutsche Version


Danke!

EDIT

16. April 2015

let's talk about books {Nick & Norahs infinite playlist - a guest post by A}

Mein Traummann war eine lange Zeit lang Michael Cera, so in meinen späten Teenie-Jahren und zugegeben auch am Anfang meiner Zwanziger. Ich fand den süß, Antiheld und trotzdem oder gerade deswegen cool. Irgendwann habe ich auch „Nick and Norah's Infinite Playlist“ (dt.: Nick und Norah – Soundtrack einer Nacht) mit ihm und Kat Dennings in den Hauptrollen gesehen. Ich schummle also bei diesem let’s talk about books ein bisschen, weil ich heimlich mehr an den Film als an das Buch denke, das ich doch schon vor längerer Zeit gelesen habe. Und weil ich Michael Cera noch immer süß finde.


Erzählt wird die Geschichte von Nick, einziges nicht-schwules Mitglied einer Queercore-Band, dem vor kurzem das Herz gebrochen wurde und Norah, der Tochter eines Musikproduzenten, die eine betrunkene beste Freundin und einen blöden (Ex-)Freund hat. Eine Jugendliebesgeschichte. Wir begleiten die beiden durch die Nacht, die letztendlich ihr erstes Date wird. Und obwohl ich schon länger nicht mehr als Jugendliche durchgehe, hätte ich auch gerne mal so ein Date.

Eines, wo man in den Abend startet, eigentlich etwas ganz anderes vor hat und dann durch Zufall einen Typen (zum Beispiel Michael Cera) trifft. Der einem mit der betrunkenen Freundin hilft, auf die man immer aufpassen muss, weil man selbst nichts trinkt (äh, naja). Und feststellt, dass der Typ einen grandiosen Musikgeschmack hat und ansonsten auch ganz toll, aber ein wenig verschroben ist und der einen versteht, weil man ebenfalls ziemlich gut, aber auch ziemlich (sehr) verschroben ist.


Dann gibt es noch viele Schauplatzwechsel in NEW YORK, immerhin muss die spannende Nacht in einer aufregenden Stadt passieren, mit sehr viel Musik (guter Soundtrack, übrigens) und Essen und ein bisschen Drama und Herzschmerz, sonst wäre es ja keine Liebesgeschichte. Aber gerade genug Kitsch*.

Die Kapitel des Buches wechseln zwischen der Sichtweise von Nick und Norah und sind sehr lebendig geschrieben, weshalb man es meiner Meinung nach auch schnell gelesen hat. Es ist kein literarisches Meisterwerk, aber eine wundervolle Geschichte für zwischendurch, die einen seufzen und lächeln lässt.
Der Film ist auch empfehlenswert, vor allem, wenn man wie ich Kat Dennings und Michael Cera gut findet. Außerdem ist er wirklich lustig, süß und hat einen guten Soundtrack. Ich könnte ihn mir immer wieder ansehen. (Und das nicht nur wegen Michael Cera!)



* Bezüglich Kitsch muss ich anmerken, dass ich das Buch auf Englisch gelesen habe und mir englische Jugendbücher meistens weniger schwülstig vorkommen als ihre deutschen Übersetzungen.


PS von Stef: Falls ihr Leselust bekommen habt und das hoffe ich sehr, lasse ich euch hier gleich direkte Links zu den Büchern. Wenn ihr darüber bestellt, bekomme ich für eure Bestellung ein paar Cent auf mein Affiliatekonto gutgeschrieben. Diesen Betrag verwende ich immer, um mehr Schulmaterialien für meinen Unterricht zu erwerben und meine Wunschliste ist diesbezüglich sehr lange.

* Nick & Norah Soundtrack einer Nacht Deutsche Version
* Nick  & Norah's Infinite Playlist Englische Version
* Nick & Norah DVD

EDIT
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