Kommen wir zum dritten und sehr wichtigen Teil meiner Fotoserie - den Basics. Mittlerweile gibt es so viel verschiedene Kameras auf den Märkten, dass einem die Auswahl schwer fällt. Ich fotografiere seit 10 Jahren mit der Marke Canon (vorher Kompaktkameras, dann DSLR = digital single reflex lens) und habe mich an die Bedienung gewohnt und komme super damit klar.
Dieser Eintrag deckt deshalb die Basics ab, die man auch mit diversen Kompaktkameras oder Bridgecams erreichen / einstellen kann und hilft vielleicht ein bisschen, um sich rascher zurecht zu finden.
Dieser Eintrag deckt deshalb die Basics ab, die man auch mit diversen Kompaktkameras oder Bridgecams erreichen / einstellen kann und hilft vielleicht ein bisschen, um sich rascher zurecht zu finden.
Vorne weg möchte ich sagen, dass es natürlich viel! mehr Einstellungen gibt, dafür sucht bitte gezielt nach Tutorials oder lest (ich wollte schon Beipackzettel schreiben..).. also lest die Anleitung (ja das dicke Büchlein, das ist auch für etwas gut) eurer Kamera durch.
Beim Fotografieworkshop Mitte April hatten wir etwa 10 Stunden Zeit den TeilnehmerInnen Grundlagen beizubringen, nicht mal die Zeit reichte aus, jahrelange Erfahrungen zu bündeln.
Beim Fotografieworkshop Mitte April hatten wir etwa 10 Stunden Zeit den TeilnehmerInnen Grundlagen beizubringen, nicht mal die Zeit reichte aus, jahrelange Erfahrungen zu bündeln.
Heute decke ich diejenigen Einstellungen ab, die für mich beim Fotografieren wichtig sind: Blende, Belichtung(-szeit), Messfeldeinstellung und Iso.
Die Beispiele werden anhand einer Canon 650D gezeigt, ich bitte euch, das äquivalente für eure Kamera in eurer Anleitung zu suchen.
Blende
Wer sich erinnern kann, die Blende ist besonders im Zusammenhang mit den Objektiven sehr wichtig. Darüber habe ich im Objektivpart schon einiges geschrieben und kann hier nachgelesen werden.
Zusammengefasst geht es bei der Blende darum, wie groß die Öffnung in eurem Objektiv ist, das heißt, wie viel Licht durch diese in eure Kamera (zum Sensor) fallen kann. Die Blende legt nicht eure Kamera selbst fest, sondern das Objektiv, das ihr benutzt. Blendenzahlen beginnen im Normfall bei 1.2 und tasten sich anschließend nach oben.
Wichtig ist: Desto niedriger die Blendenzahl, umso lichtstärker ist das Objektiv, das heißt, umso niedriger der Wert ist, desto größer ist die Öffnung im Objektiv > also mehr Licht.
Unterschied Blende und Blendenzahl:
Blende = Die Öffnung, also die Menge des einfallenden Lichtes.
Blendenzahl = die Zahl, die dort steht (2.8, 3.5, ...)
Schlussfolgerung: Je kleiner die Blendenzahl, desto größer die Blende (= Öffnung), also desto mehr Licht kommt hinein.
Unterschied Blende und Blendenzahl:
Blende = Die Öffnung, also die Menge des einfallenden Lichtes.
Blendenzahl = die Zahl, die dort steht (2.8, 3.5, ...)
Schlussfolgerung: Je kleiner die Blendenzahl, desto größer die Blende (= Öffnung), also desto mehr Licht kommt hinein.
Was bedeutet das für die Fotografie? Umso mehr Licht zum Sensor kann, desto besser habt ihr die Möglichkeit mit Tiefenschärfe zu arbeiten. Bei einer Blende von 2.8 (die verwende ich sehr gerne), habt ihr einen schönen Kontrast zwischen dem fotografierten Objekt und dem Vorder/Hintergrund.
Hier ein Beispiel:
Das Bild teilt sich also in verschiedene Ebenen auf. Die Standardobjektive beginnen meist mit Blende 3.5 (bei 18mm) oder 5.6 (bei 55mm, also gezoomt). Das ist schon relativ hoch, wenn man mit Tiefenschärfe und dem Bokeheffekt (dh, der Hintergrund wird schön verschwommen/unscharf) arbeiten will.
Hier ein Beispiel:
Das Bild teilt sich also in verschiedene Ebenen auf. Die Standardobjektive beginnen meist mit Blende 3.5 (bei 18mm) oder 5.6 (bei 55mm, also gezoomt). Das ist schon relativ hoch, wenn man mit Tiefenschärfe und dem Bokeheffekt (dh, der Hintergrund wird schön verschwommen/unscharf) arbeiten will.
Ideal sind Blenden im Bereich von 1.4 - 2.8 für tolle Bokehs. Mit einer Festbrennweite (dh keinem Zoomobjektiv) klappt das nochmals eine Spur besser, da diese meist sehr lichtstark sind.
Die Blende stelle ich bei meiner Kamera (Canon!) im AV-Modus (mit jenem fotografiere ich IMMER!) durch das Drehen des Rädchens recht vorne ein. Die Blendenzahl wird durch ein F (oder f) markiert, schaut mal danach auf eurem Display, wie die Zahl eingestellt ist.
Belichtung(-szeit)
Es gibt verschiedene Methoden / Messungen für die Belichtung, (Spot, Selektiv, Mittenbetont, Mehrfeld), aber da wir heute bei den Basics sind, möchte ich euch nur ganz schnell zeigen, wie ich die Belichtung an der Kamera einstelle, sodass ich gleich regulieren kann, wie hell die Fotos werden.
Bei der Canon 600D gehe ich dafür wie immer in den AV-Modus und drücke, um die Belichtung anpassen zu können auf der Rückseite der Kamera auf den AV Knopf. Diesen lasse ich gedrückt und kann mit dem Rädchen die Helligkeit (+ für heller, - für dunkler) regulieren. Der Knopf muss gedrückt bleiben, denn würde ich ihn auslassen und das Rad drehen, was würde dann passieren?...
Genau, ich würde die Blende verstellen!
Genau, ich würde die Blende verstellen!
Das ist die vereinfachte Variante, um sich nicht mit der Belichtungszeit/Verschlusszeit genauer zu beschäftigen müssen, die erkläre ich euch trotzdem.
Denn wenn ihr den Regler verschiebt, seht ihr am Display auch, dass sich neben der Blendenzahl F, links eine Zahl ändert - das ist die Verschlusszeit/Belichtungszeit.
Ihr seht das auch im Sucher innen, also in der Kamera, wenn ihr reinseht durch den Sucher, so könnt ihr unter dem Fotografieren gleich Anpassungen vornehmen.
Hier ein kleines Beispiel auf die Schnelle gemacht, links die ISO zu hoch gepusht. Bei Vollformatkameras sieht man das Rauschen bei hoher ISO übrigens nicht so schnell. Schaut mal auf die Werte der Belichtungszeit. Die Verschlusszeit lässt sich sehr gut an Bewegungen erkennen, desto schneller die Kamera schließt und öffnet, umso schärfer wird bei der richtigen Lichtsituation das Bild. Man muss aber auch bedenken, dass durch die kurze Verschlusszeit weniger Licht in den Sensor kommt, deshalb muss sich die Blendenzahl anpassen, damit das Bild nicht zu dunkel wird (automatisch im AV Modus, manuell in zB TV Modus bei Canon).
Ihr seht das auch im Sucher innen, also in der Kamera, wenn ihr reinseht durch den Sucher, so könnt ihr unter dem Fotografieren gleich Anpassungen vornehmen.
Hier ein kleines Beispiel auf die Schnelle gemacht, links die ISO zu hoch gepusht. Bei Vollformatkameras sieht man das Rauschen bei hoher ISO übrigens nicht so schnell. Schaut mal auf die Werte der Belichtungszeit. Die Verschlusszeit lässt sich sehr gut an Bewegungen erkennen, desto schneller die Kamera schließt und öffnet, umso schärfer wird bei der richtigen Lichtsituation das Bild. Man muss aber auch bedenken, dass durch die kurze Verschlusszeit weniger Licht in den Sensor kommt, deshalb muss sich die Blendenzahl anpassen, damit das Bild nicht zu dunkel wird (automatisch im AV Modus, manuell in zB TV Modus bei Canon).
Was ist nun die Belichtungszeit? Das heißt, wie lange der Verschluss (in der Kamera) offen bleibt und wie lange dadurch Licht zum Sensor kommt..
Die Verschlusszeit könnte zum Beispiel 1/5 oder 1/800 betragen. Mathematisch gesehen, muss man hier aufpassen, dass die zweite Zahl viel kleiner ist, als die erste Zahl, also nicht vom Wert der Zahlen unter dem Bruch ausgehen, sondern wirklich von der ganzen Zahl selbst > also der Bruchzahl!
Im Normalfall stelle ich die Belichtungszeit nicht manuell ein, außer, wenn ein Foto gar nicht scharf wird. Im AV-Modus der Canonkamera wird die Verschlusszeit auf die gewählte Blende (hängt ja zusammen, ihr erinnert euch, wie viel Licht kommt durch die Blende rein, also muss es auch mit der Belichtungszeit einhergehen) angepasst. Stelle ich die Blende also ein, die ich will, stellt sich automatisch die Verschlusszeit dazu ein. Bisher war das für mich und meine Anforderungen zufriedenstellend.
Wann lässt man die Verschlusszeit lange? Und wie funktioniert das? Mit Stativen könnt ihr euch herumspielen und zum Beispiel fließendes Wasser fotografieren, versucht einen kleinen Wasserfall mit einer langen Verschlusszeit (5 Sekunden zum Beispiel) zu fotografieren. Ohne Stativ / ruhige Auflagefläche funktioniert das nicht!
Das Wasser wird sehr weich und fließend, ein bisschen nebelig sein. Freihand bekommt man das nicht hin, weil man zu sehr wackelt. Wie ihr seht, muss die Blende aber sehr hoch eingestellt sein, dh, es kommt nur wenig Licht durch > Da die Verschlusszeit so hoch ist, wird das bild sowieso hell, darum Blende ebenfalls hochstellen (= weniger Licht).
Hier im Vergleich bei 1/125 Belichtungs/Verschlusszeit.
Messfeldeinstellung
Seid ihr in einem der manuellen Modi zum Beispiel, könnt ihr das AF-Messfeld einstellen. Was heißt das? Ihr verlagert den Punkt, der am Bild fokussiert wird auf einen / oder mehrere andere Punkte.
Bei meiner Kamera ist die Einstellung rechts hinten oben, ein Viereck mit fünf kleinen Kästchen darinnen. Wenn ihr den Knopf drückt, erscheint am Display die manuelle Auswahl, ihr könnt entweder mit dem Rädchen oder den Tasten auf der Kamera hinten euren Punkt einstellen. Das ist besonders toll bei Foodphotography, wenn man im Vordergrund unscharfe Objekte hat und weiter hinten im Bild fokussieren will. Auch bei Portraitaufnahmen ist die Spielerei mit den Messfeldpunkten toll.
Beispiel (Fokus links vorne):
Fokus rechts hinten.
Ich entdeckte die Funktion relativ spät (1.5 Jahre oder so nachdem ich die erste DSLR hatte??) und möchte sie seitdem nicht mehr missen. Das ist auch der Vorteil gegenüber dem Automatikmodus, der willkürlich Punkte am Bild scharf stellt. Diese werden zwar scharf, sind aber vielleicht nicht jene, die man scharf haben möchte.
ISO
Seid ihr in einem der manuellen Modi zum Beispiel, könnt ihr das AF-Messfeld einstellen. Was heißt das? Ihr verlagert den Punkt, der am Bild fokussiert wird auf einen / oder mehrere andere Punkte.
Bei meiner Kamera ist die Einstellung rechts hinten oben, ein Viereck mit fünf kleinen Kästchen darinnen. Wenn ihr den Knopf drückt, erscheint am Display die manuelle Auswahl, ihr könnt entweder mit dem Rädchen oder den Tasten auf der Kamera hinten euren Punkt einstellen. Das ist besonders toll bei Foodphotography, wenn man im Vordergrund unscharfe Objekte hat und weiter hinten im Bild fokussieren will. Auch bei Portraitaufnahmen ist die Spielerei mit den Messfeldpunkten toll.
Beispiel (Fokus links vorne):
Fokus rechts hinten.
Ich entdeckte die Funktion relativ spät (1.5 Jahre oder so nachdem ich die erste DSLR hatte??) und möchte sie seitdem nicht mehr missen. Das ist auch der Vorteil gegenüber dem Automatikmodus, der willkürlich Punkte am Bild scharf stellt. Diese werden zwar scharf, sind aber vielleicht nicht jene, die man scharf haben möchte.
ISO
Zum Schluss noch kurz zum ISO-Wert. Das kommt noch ein bisschen aus dem analogen Teil der Fotografie. Die Filmempfindlichkeit wurde/wird in ISO angegeben. Bei hoher Lichtempfindlichkeit kann man bei gleicher Belichtungszeit (also gleicher Schnelligkeit des Verschlusses) in dunkler Umgebung fotografieren, oder man muss bei gleicher Helligkeit die Belichtungszeit reduzieren.
Was heißt das bei der Canon? (Und auch bei anderen Kameras, nur ist da die Funktion vielleicht wo anders versteckt). Wir haben beim ISO-Knöpfchen rechts vorne die Möglichkeit zB im AV-Modus den Wert einzustellen. Auswählen kann man: Auto, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400, 12800. Andere Kameras haben vielleicht nicht so einen hohen ISO-Wert, oder aber noch viel höher als 12800. Je nach Modell. Umso höher die Zahl ist, desto heller wird das Bild.. Hört sich doch toll an? Ist das Zimmer dunkel, dann pushen wir den Wert auf 6400 und fertig, juhu.
Leider nein, denn umso höher der Wert auch ist, desto größer ist das Rauschen im Bild, das heißt, ihr habt so ein gleichmäßiges Rauschen aus feinen grauweißschwarzen Pünktchen im Bild, besonders störend wirkt das dann, wenn ihr viele dunkle Stellen im Bild habt, da ihr durch die schwarzen Flächen das Rauschen noch mehr seht.
Ich passe den ISO-Wert nur selten manuell an, meist ist er auf Auto gestellt und variiert zwischen 200 und 800. Über 800 würde ich den Wert für normale Lichtverhältnisse und Fotos nicht einstellen. In manchen Situationen, vor allem bei abandoned places, verwende ich aber schon mal Werte von 1600 etwa, da viele Gebäude sehr dunkel innen sind, würde ich jedoch die Belichtungszeit verlängern, damit mehr Licht in die Kamera kommt, würden die Bilder ohne Stativ verwackeln.
Leider nein, denn umso höher der Wert auch ist, desto größer ist das Rauschen im Bild, das heißt, ihr habt so ein gleichmäßiges Rauschen aus feinen grauweißschwarzen Pünktchen im Bild, besonders störend wirkt das dann, wenn ihr viele dunkle Stellen im Bild habt, da ihr durch die schwarzen Flächen das Rauschen noch mehr seht.
Ich passe den ISO-Wert nur selten manuell an, meist ist er auf Auto gestellt und variiert zwischen 200 und 800. Über 800 würde ich den Wert für normale Lichtverhältnisse und Fotos nicht einstellen. In manchen Situationen, vor allem bei abandoned places, verwende ich aber schon mal Werte von 1600 etwa, da viele Gebäude sehr dunkel innen sind, würde ich jedoch die Belichtungszeit verlängern, damit mehr Licht in die Kamera kommt, würden die Bilder ohne Stativ verwackeln.
Ich hoffe, dass sich für einige die vielen vielen Begriffe und Zahlen der Fotografie etwas geklärt haben und ihr nun Lust habt, euch mit eurer Kamera mehr auseinander zu setzen. Der Automatikknopf ist zwar die einfache Lösung und liefert immer "solide" Bilder, aber durch richtige Einstellungen, die vielleicht in 2 Schritten erledigt sind, kann man aus einem Foto sehr viel mehr rausholen.
Da ich mir alles selbst beigebracht habe, kann es leicht sein, dass ich fehlerhafte Infos gegeben habe, wer etwas entdeckt, bitte im Kommentarfeld erwähnen, danke!
Da ich mir alles selbst beigebracht habe, kann es leicht sein, dass ich fehlerhafte Infos gegeben habe, wer etwas entdeckt, bitte im Kommentarfeld erwähnen, danke!
Den vierten Teil gibt es im Juni und dieser bezieht sich dann speziell auf einen Fotografiebereich und ist eher praktisch.




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