4. März 2015

stop shopping - Projekt Volume II

Heute vor zwei Jahren schrieb ich einen relativ langen Post zu (meinem) Konsumverhalten und warum ich phasenweise dringend etwas ändern muss. Mein Vorhaben war es, drei Monate "nichts" zu kaufen. Okay, das sollte ich vielleicht nochmals genauer erklären - mit nichts meinte ich Kleidung, unnötige Kosmetikprodukte, Bücher, Filme und sonstige Späße, die ich nicht unbedingt brauche. Durch dieses "Verbot" schaffte ich es, in kurzer Zeit relativ viel Geld anzusparen und im Sommer drei Wochen in die USA zu verreisen. Aber viel wichtiger war mir, dass ich in diesen Monaten sehr darauf achtete, ob mir etwas abgeht oder ob es sich so leben lässt. 


Die Antwort ist klar oder? Natürlich kann man ohne diverse Einkäufe mehr als gut leben. Für mich war noch viel wichtiger, dass ich mein Hab und Gut aussortiere und mich von vielen Dingen auch trennen kann. In den letzten zwei Jahren schaffte ich das dann auch recht gut, besonders durch den Umzug bedingt. 
Nur ein Bruchteil meines Kleiderschranks zog im September mit mir um, vieles gaben wir Bekannten mit, die öfters Kleidersammelaktionen für Hilfsbedürftige veranstalten. Und noch immer habe ich genug Zuhause, von dem ich mich 2015 endlich trennen möchte, denn in dem halben Jahr seit September habe ich kein einziges Stück so richtig gebraucht davon - geschweigedenn vermisst.

Für 2015 (März - Mai) habe ich mir also vorgenommen, dieses Projekt erneut durchzuziehen - sprich keine neue Kleidung, keine Unterhaltungsmedien und unnötigen Ausgaben, die ich nicht unbedingt brauche. Natürlich denkt man sich - Huch, Bücher! - die kann man ja immer kaufen, aber ich habe unzählige ungelesene Zuhause, die ich vorher lesen kann und möchte, bevor sich erneut ein Stapel neuer anhäuft. 



Mit Verboten schwingt natürlich auch das Brechen derer einher, aber meine grundlegende Motivation ist die des Sparens, da ich lieber Geld für Reisen ausgebe, als für reine Konsumprodukte, wie Dekorationsartikel oder das zehnte Kettchen mit Anhänger (auch wenn's noch so schön ist..)
Der Vorteil ist natürlich, dass ich als Bloggerin einige Produkte kostenlos bekomme, im Gegenzug dafür investiere ich eben meine begrenzte Freizeit für Posts. Wie es mit den Kooperationen in den nächsten drei Monaten aussieht, werde ich mir nochmals durch den Kopf gehen lassen, da einige Posts von PartnerInnen leben und durch diese manche Einträge umfangreicher gestaltet werden können. 

Da ich derzeit fleißig meinen blogilates Kalender mache, möchte ich auch natürlich auf die Ernährung aufpassen und ebenso bewusster in diesem Bereich agieren, wie ich das genau angehe, muss ich mir in den nächsten Wochen schrittweise überlegen. Im Wintersemester machte ich es mir schon fast zur Gewohnheit morgens beim Bäcker Frühstück und etwas für den Vormittag zu kaufen. Manchmal musste noch schnell ein Kaffee mit oder eine Cola. Da kam ich pro Tag locker auf 3,50-6 Euro, aufgerechnet auf fünf Tage die Woche und dann auf ein Monat ist das einfach zu viel Geld, das ich eigentlich sparen könnte. Klar, Essen brauche ich, aber wieso nicht abends Brötchen schmieren, Obst schnippeln, Smoothies für den nächsten Tag vorbereiten? Kostet auch Geld, aber insgesamt ist es durch den Mengeneinkauf doch eine Spur günstiger. Und wenn's mal schnell gehen muss, dann darf noch schon ein Kornspitz vom Bäcker morgens mit.Was mir besonders schwerfallen wird, ist der Chai, den ich mir ab und zu gönne. Der ist richtig gut, wärmt auf und macht meine Straßenbahnfahrt gemütlicher. Mit 3,60€ schlägt er halt schon ordentlich zu Buche. Wahrscheinlich werde ich meinen Konsum (auch gesundheitshalber) reduzieren und mir ab und zu einen gönnen, dann wird er auch gleich zu etwas Besonderem.


Achja, und um mehr Übersicht zu haben, tippe ich seit Anfang Jänner meine Ausgaben fleißig in eine Geldverwaltungsapp ein und drucke die Übersicht am Monatsende auch aus! Nach dem Probieren von einigen Anbietern, entschied ich mich für "just spent", kostet 0.89 Cent im Appstore, ist sehr einfach, aber übersichtlich! Sie wird laufend bearbeitet, da hin und wieder ein paar Bugs auftreten, aber für meine Zwecke passt sie recht gut. Hier findet ihr alle Infos, was die App so kann: Klick!
Nachdem ich anfangs des Monats immer meine Mietkosten und Versicherungsbeiträge eingebe, habe ich sowieso keine Lust mehr, recht viel mehr auszugeben. Die Zahlen lassen mich leider immer zusammenzucken.. 

Mit dem Verzicht soll auf keinen Fall "Lebensqualität" und Freude daran eingeschränkt werden. Ich bin nur fest der Überzeugung, dass die Wertschätzung für kleine Dinge wieder wachsen wird, wenn sich der (oft sehr unbewusste und unkontrollierte) Konsum reduziert. 

Versucht ihr dieses Jahr auch euer Konsumverhalten irgendwie erneut zu überdenken und einzuschränken? Wie? Auf was versucht ihr zu verzichten?


EDIT

27. Februar 2015

YYY - YummY fridaY - he cooks she shoots {Vanillesoufflé}

Mit dem neuen Jahr kommen auch neue YummY fridaY Posts auf euch zu! 
Das Feature besteht schon am längsten auf diesem Blog und auch wenn es nicht ganz regelmäßig abgehalten wird, gefällt mir das Fotografieren dafür irrsinnig gut.. wenn nicht vorher das Kochen in Kombination mit dem schnell schwindenden Licht zu dieser Jahreszeit wäre. 

Da kam uns eine gute Idee, denn als R mir anbot, auch Fotomaterialien für kleine Shootings in seiner Wohnung verstauen zu können, spann ich den Gedanken weiter und daraus resultiert ein kleines Unterfeature: he cooks - she shoots.
R kocht wahnsinnig gut und ist beim Kochen in seinem Element. Alleine seine Gesichtszüge voller Freude, wenn so kleine Soufflé-Dinger im Ofen leicht aufgehen, sind herrlich mitanzusehen. Wenn er dann vor dem Backofen ausharrt und den Backvorgang beobachtet, möchte man ihn am liebsten für immer dabei zusehen. Für mich ein klarer Vorteil, denn während er den Kochlöffel und Mixer schwingt, kann ich in Ruhe das Set aufbauen und habe anschließend sogar noch Lust, das fertige Gericht zu shooten.

Pssst: Nachmachfaktor hoch tausend, denn warum auch immer - die Gerichte gelingen ihm sofort auf Anhieb! Die Fotos mag ich übrigens auch sehr gerne und das mit einer Canon Eos400d und einem 50mm 1.8 Objektiv, na da seht ihr mal, was man aus so einem alten Eisen noch rausholen kann : )





Beginnen wir das erste he cooks - she shoots mit einem einfachen Vanille-Soufflé. Wir haben beide noch nie selbst eines gemacht und ich denke auch keines gegessen? Die Fotos mit den feinen Häubchen, die keck über den Rand abstehen, waren mir jedoch wohl bekannt. R hielt sich genau an das Rezept und es gelang auf Anhieb! Die Soufflés wurden sehr fluffig, jedoch nicht zu luftig. Die Vanillenote kam sehr gut heraus, daher unbedingt eine echte Vanilleschote verwenden. Der Eigeschmack drang aber vielleicht eine Spur zu stark durch, sodass ich mir beim Essen noch weitere Himbeeren untermischte. Die leicht säuerliche Note der Früchte harmonierte super. 


Vanille-Soufflé, 4 Schälchen

* 1 Vanilleschote
* 5 Eier
* 75g Feinkristallzucker
* 25g Mehl
* 250ml Vollmilch
* Staubzucker
* 15g Butter
* 40g weiteren Feinkristallzucker

Zu Beginn könnt ihr den Ofen bereits auf 200 Grad vorheizen.

Die vier Schälchen müssen vor dem Backen vorbereitet werden, das solltet ihr ebenso genau machen, wie die Zubereitung der Masse selbst. Die Butter muss zunächst geschmolzen werden. Anschließend bestreicht ihr mit einem Küchenpinsel die Innenseiten eurer Schälchen. Fügt 2 Teelöffel des Feinkristallzuckers (aus den etwa 40g) pro Schälchen hinzu und rollt diese ein wenig, sodass der Zucker die Butterfläche bedeckt. Den übriggebliebenen Zucker vorsichtig herausleeren.

Die Vanilleschote der Länge nach aufschneiden und das Mark herauskratzen.

Anschließend trennt ihr die 5 Eier sorgfältig. Ihr braucht insgesamt das Eiweiß aller fünf Eier in einer Schüssel und den Dotter von drei Eiern in einer separaten. Wie immer gilt auch hier: Die Schüssel des Eiweißes muss absolut sauber und vor allem fettfrei sein, ansonsten könnt ihr es später nicht aufschlagen.

Fügt die 75g Feinkristallzucker zum Eigelb und mixt die Zutaten mit einem Handrührgerät zu einer hellgelben, leicht cremigen Masse zusammen. Anschließend fügt noch die 25g Mehl hinzu und verrührt auch dieses.

Die 250ml Milch werden mit dem Vanillemark und (!) der Vanilleschote zum - Achtung - beinahe Kochen gebracht. Rührt gut um. Wenn sich kleine Bläschen bilden, fischt die Schote raus und anschließend könnt ihr die Flüssigkeit vorsichtig unter die Eigelbmasse rühren. Am besten ist es, wenn ihr die 250ml auf etwa 6-7x aufteilt und die Masse immer sehr gut rührt in der Zwischenzeit. Sie darf auf keinen Fall stocken!

Die gesamte Milch-Eierzuckermehl-Masse leert ihr zurück in den Kochtopf und lässt sie aufkochen. Währenddessen stetig mit dem Mixer rühren! Wenn die Masse kocht, den Ofen zurückdrehen und noch 2-3 Minuten weiterrühren. Sie wird dann leicht puddingartig. Die Masse in eine saubere Schüssel leeren.

Anschließend das Eiweiß zu Schnee schlagen. (Nicht zu steif, der Schnee sollte schön fluffig, aber formfest sein!) Ein Drittel davon unter die Eigelbmasse mit dem Mixer rühren. Am besten auf unterster Stufe, damit der Schnee nicht zusammenfällt. Die übrigen zwei Drittel mit einem Löffel vorsichtig unterheben. 

Die Schälchen vorsichtig mit der Masse befüllen und aufpassen, dass die Ränder nicht angekleckst werden. Wenn das doch passiert, mit Küchenrolle vorsichtig abwischen. Sie können bis gut zum Rand hin gefüllt werden. Die Oberfläche soll halbwegs glatt gestrichen werden. Die Schälchen sehen vor dem Backen so aus:


Die vier Schälchen auf ein Backblech stellen und für 15 Minuten in den Ofen schieben. Den Ofen keinesfalls öffnen, da sie euch sonst zusammenfallen würden.
Wenn die Schicht oben leicht karamellisiert und braun ist, die Seiten jedoch noch hell, sind eure Soufflés fertig.



Aus dem Ofen nehmen, mit etwas Puderzucker bestreuen, vielleicht noch paar Früchtchen dazu und warm genießen. Himmel auf Erden! (It's so fluffy!!)

PS: Das Rezept stammt ursprünglich aus dem Adornomag und ist mir auf Pinterest sofort aufgefallen. Die Beschreibung ist etwas übergenau, ich habe das Rezept leicht abgekürzt, da einige Zwischenschritte etwas umständlich und dreifach erklärt wurden. Normalerweise pinne ich ja Rezepte wie verrückt, weil sie allesamt unglaublich appetitlich aussehen und koche sie nur viel zu selten nach. Das Rezept ist definitiv dafür ausschlaggebend, Pinterest wieder vermehrt als richtige Kochinspiration zu nutzen. Hier kommt ihr übrigens zu meinem SUGAR Board!










Guten Appetit und ein schönes Wochenende!
R&S

EDIT

25. Februar 2015

Produktfotos, aber wie? {Einblick in Ecourse FOCUS}

Wir wollen euch heute einen kleinen Einblick in unseren Fotoecourse FOCUS geben, der ja seit einem halben Jahr schon online ist und bereits von vielen gebucht wurde. Da immer wieder Fragen auftauchen, wie man sich den Kurs genau vorstellen kann, wollen wir euch ein wenig darin eintauchen lassen. Deshalb gibt es heute einen Teil der Bonuslektion "Produktfotos", in der das zuvor angehäufte Wissen und Theorien praktisch angewandt werden. 

Wer nähere Infos zu FOCUS haben möchte, kann sich in unserem Shop umsehen. Dort habt ihr die Kapitelübersichten und viele weitere Informationen, was auf euch zukommen würde. Derzeit ist FOCUS noch vergünstigt, bis alle gekauften Plätze auf Dawanda mal weg sind, viele sind es nicht mehr : )


Produktfotos sind ein besonderer Bereich, der aber viele von euch vielleicht betrifft. Denn gute Produktfotos braucht man nicht nur für Blogposts, in denen man Reviews schreibt und dann auch noch vorteilhafte und gute Bilder miteinflechten möchte, sondern auch zB beim Verkauf von handgemachten Produkten. Heute möchten wir euch einige Tipps mitgeben, wie es euch leichter fällt, schnell zu guten Ergebnissen zu kommen.

Wir setzen hier hauptsächlich wieder auf natürliches Licht. Es gibt jedoch zahlreiche Anleitungen, wie ihr euch selbst Fotoboxen bauen könnt. Der Vorteil dahinter ist, dass ihr euer Set nicht immer aufbauen müsst, wenn die Box kleiner ist, verstaut ihr sie einfach wo. Falls ihr oft Produktfotos auf diese Art und Weise schießen möchtet, dann findet ihr hier tolle Anleitungen.

Gut, wie bereits erwähnt - ich setze bei solchen Fotos auf Tageslicht und einen kleinen Setaufbau. Da ich finde, dass man diesen Vorgang bildhaft viel besser erklären kann, kommen jetzt einige Fotos mit einer kurzen Beschreibung auf euch zu. 

Die Aufgabe: Dieses Tassenset so schön wie möglich abzulichten. Was wir als erstes brauchen? Ein Set, also eine kleine Fläche, die uns als Grundlage dient. 
So sah unser Setaufbau aus: Ein ganz normaler, kleiner Schreibtisch, abgeräumt und Richtung Terrassentür gerückt. Diese hatte leichte, weiße Vorhänge als Diffusor davor. Ein Reflektor dient zur Lichtintensivierung auf der gegenüberliegenden Seite.

Klar, unter dem Schreibtisch und daneben habe ich nicht aufgeräumt und für solche Fotos brauch ich auch nicht durchgestylt sein, die gemütlichste Jogginghose der Welt und meine Lieblingsfuchssöckchen sind da schon besser.
Besonders ein Stativ hilft euch bei diesen Fotos sehr, mehr könnt ihr dazu im Stativ-Kapitel nochmals nachlesen!


Wie man das Foto definitiv nicht machen sollte, zeigt euch gleich das erste Beispiel. Ihr denkt, dass niemand so ein Foto hochladen würde, weil es furchtbar aussieht und für die Tassen so gar nichts tut? Leider falsch, solche Art von Fotos findet man überall, auch in vielen zB Dawandashops. Mich persönlich reizt es dann gar nicht, das Produkt noch länger unter die Lupe zu nehmen, was darauf folgt ist das schnelle Weiterklicken zum nächsten Shop. 

Es liegt denke ich teilweise nicht daran, dass die Menschen von der Kamera nichts verstehen, selbst im Automatikmodus kann man das besser machen. Dieses Foto ist übrigens auch absichtlich im Automatikmodus fotografiert worden. Es liegt wahrscheinlich eher daran, dass einige einfach keinen Blick für ästhetische Anordnung und ein schönes Layout haben. Aber das kann man ja bis zu einem gewissen Grad üben. 

Wenn ihr dieses Foto kritisieren müsstet, was wären eure Argumente? Denkt mal, bevor ihr weiter lest, nach, was ihr anders machen würdet.


Gut, da wäre mal der schiefe Horizont. Ist am Computer bearbeitbar, keine Frage. Aber wieso die Mühe im Nachhinein machen, wenn man das vorher schon regeln kann? Und dunkel ist das Foto auch, viel zu dunkel. Daher stellen wir die Kamera in einen manuellen Modus, zB AV. Hier könnt ihr nochmals bei den Kameramodi nachlesen, wie das genau klappt, falls ihr euch unsicher seid. Aber wichtig ist, dass die ISO-Zahl relativ niedrig ist, damit kein unschönes Rauschen entsteht (siehe ISO Kapitel). Außerdem sollte die Blendenzahl niedriger gedreht werden (in diesem Fall 2.8), damit der Hintergrund unscharf wird und euer Produkt somit hervorgehoben wird. Die Belichtungsdauer wird im AV-Modus automatisch angepasst. Mit dem Wahlrad könnt ihr jedoch den Belichtungsindex nach oben pushen. Das ist Ergebnis Nummer 2, schon um einiges besser, nicht? Aber was stört euch noch daran? Seht mal genau den Hintergrund an!


Achtet bei euren Produktfotos unbedingt auf den Unter- und Hintergrund, sprich die Umgebung. Diese sollten halbwegs neutral sein, um nicht vom Produkt abzulenken. Räumt alles in eurer Umgebung weg, was stören könnte. Natürlich kann es weiterhin am Schreibtisch herumkullern, solange es nicht in den Bildausschnitt rutscht. Hier haben wir das Problem, dass das Produkt zwar im Zentrum ist, der Hintergrund (die Pappe mit leichtem Muster) für diesen Bildausschnitt aber zu klein ist. Darum entschied ich mich für eine Hochkanteinstellung, denn der Tassenturm gibt optisch diese schon vor.


Yey sieht schon mal besser aus, nicht? Aber bemerkt ihr noch etwas? Ja, das Bild hat sich um die Servietten erweitert, die den harten Untergrund etwas weicher machen sollen. Was mich persönlich trotzdem noch stören würde, ist die Schattenseite auf der linken Seite der Tassen. Damit sehen sie relativ dunkel aus. Und was machen wir? Denkt ein paar Kapitel zurück! - Mit einem einfachen Handgriff erhellen wir die linke Seite des Fotos, indem wir das Licht, das von rechts kommt, reflektieren - ein Reflektor muss her!


An sich ist das bislang ein nettes Produktfoto und 1:1000 als das im Automatikfotos vom ersten Versuch. Es hat einen leichten persönlichen Touch und könnte so für einen Shop verwendet werden. Möchtet ihr jedoch eure Produktfotos noch individueller haben, dann gestaltet um sie eine kleine Szene. Das ist vielleicht mehr Aufwand, aber ich zeige euch, dass das schon viel für ein ansprechenderes Ergebnis beitragen kann. Hier ist das Set um eine gefüllte Tasse und einen Kaffeelöffel erweitert worden. 
Achtung bei Verkaufsfotos: Das könnt ihr natürlich nur machen, wenn ihr mehrere Produkte habt und das hier verwendete nicht verschickt. Weiters müsst ihr in der Produktbeschreibung unbedingt anmerken, dass zB weder die Servietten noch der Löffel Teil des Produkts sind. 


Möchtet ihr einen Schritt weitergehen? Wieso nicht. Prinzipiell sind fast keine Grenzen gesetzt. Wieso nicht ein paar Kekskrümel verstreuen und Amarettini ins Bild setzen? Sie geben dem Foto Gemütlichkeit und lassen schon alleine durch das Ansehen auf der Zunge einen süßen Geschmack retour. Und der Kaffee, riecht ihr ihn auch schon?


Mit diesem Foto wäre ich persönlich zum Beispiel für Erste zufrieden, so kam es direkt aus der Kamera ohne zusätzlicher Bearbeitung. Wer manche Stellen vielleicht nachkontrastieren oder aufhellen möchte, kann das noch immer, im Prinzip reicht aber die Kamera alleine aus, um an solche Fotos zu kommen!

Noch als wichtige Anmerkung: Bei den Bildern, die nicht frontal, sondern im schrägen Winkel von oben gemacht wurden, habe ich die Blende von 2,8 auf 5 hochgedreht. Warum? Damit nicht nur die Kaffeetasse rechts im Vordergrund, die ich übrigens fokussiert habe (Fokuspunkte, ihr wisst schon!), scharf wird, sondern auch der Rest. Daher ist der Hintergrund auch nicht mehr so unscharf.


Abschließend dazu will ich euch noch zehn wichtige Tipps mit auf den Weg geben:

* Manchmal ist weniger mehr. Überlädt die Szene nicht zu sehr. Der Fokus sollte noch immer am Produkt liegen.

* Bei Geschirr: Schaut, dass alles sauber ist. Der Kaffee hat beim Hinstellen öfters mal den Rand verkleckert, den ich dann immer wieder abgewischt habe. Auch das Set sollte sauber und staublos sein.

* Achtet beim Fotografieren darauf, dass ihr nichts Wichtiges abschneidet. Zuschneiden könnt ihr das Foto am PC noch immer, was aber schon beim Fotografieren weg ist, ist nun mal weg. 

* Achtet darauf, dass die Fotos gut ausgelichtet sind. Nehmt einen Reflektor, sucht nach dem besten Tageslicht in eurem Zuhause. Eigentlich ist das Licht und euer Setaufbau dafür ausschlaggebend, wie das Foto wird.

* Seid kreativ, wechselt Untergründe, kauft verschiedene Pappen oder Bretter, mit denen ihr euer Set rasch umändern könnt. Meine Platten gab es im Baumarkt, die Hintergrundplatte für 5€, die Pappe davor für 2€, die Bretter am Boden sind Regalböden für 7€ das Stück.

* Ich wiederhole: Passt auf, dass euer Hintergrund nicht zu sehr ablenkt. Es kann natürlich auch in eine normale Alltagsszene integriert sein. Dann schaut aber, dass ihr die Blendenzahl sehr weit nach unten dreht, damit das meiste - außer das Produkt - verschwommen erscheint.

* Auch die Perspektive ist wichtig. Das Foto hätte frontal nicht mehr gut ausgesehen, so schraubten wir das Stativ hoch, damit man auch in die Tasse sehen kann, denn was bringt Kaffee dort, wenn man ihn nicht sieht? Experimentiert mit unterschiedlichen Perspektiven. Nach einiger Zeit werdet ihr dafür ein Gefühl bekommen!

* Achtet bei mehreren Fotos pro Strecke auch auf Details und fotografiert diese zB mit einem Makroobjektiv.

* Das Produkt im Einsatz ist auch bestimmt mal eine gute Möglichkeit, es abzulichten!

* Setzt euer Wissen ein, das ihr im Ecourse bislang erworben habt. Was könnt ihr machen, wenn das Foto zu dunkel ist? Was müsst ihr ändern, wenn es zu sehr rauscht? Welche Hilfsmittel könnt ihr verwenden, damit das Bild besser ausgeleuchtet ist?

Als Abschluss möchte ich euch ein paar meiner Produktfotos, die ich bislang für den Blog geschossen habe, zeigen. Manchmal ist es ein aufgebautes Set gewesen, bei Kleidung oder Accessoires versuche ich diese immer sehr natürlich zu integrieren. Wem helle Räumlichkeiten vielleicht fehlen, kann hierbei ruhig ein wenig tricksen. Im ersten Foto seht ihr, wovon ich spreche. Das Foto ist zwar "künstlich" hergerichtet, weil die Dose an der Stelle (auf meinem Boden auf einem Holzbrett) gar nichts zu suchen hat in der realen Welt, dennoch wirkt es nicht zu abgehoben von dem, wie es vielleicht "normal" passiert. Überlegt euch immer, für was ihr die Fotos macht und schlagt danach den Weg / die Szene ein, die sich für euch echt und angenehm anfühlt.










Wir freuen uns immer über neue FocusteilnehmerInnen,

bis bald vielleicht!
Stef & Philip

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