Saturday, June 16, 2012

thinking about life {a lot of words and thoughts}

Eigentlich sollte ich jetzt lernen, aber was kann ich besser als das? Prokrastinieren. Schon länger habe ich das Bedürfnis, hier einfach mal das zu schreiben, was mir in letzter Zeit andauernd im Kopf herumschwirrt. Und das ist derzeit mehr als genug, mehr als ich oft ertragen kann und vor allem zu viel, um es mit einem Eintrag wahrscheinlich abzuhaken - also warne ich vor, das könnte vielleicht länger werden. Worte und Gedanken  - über Flausen in meinem Hirn und wollknäuelartigen Verstrickungen meiner Gedanken.

Ich habe kalte klamme Finger und weiß nicht, wohin mich dieser begonnene Post führen wird. Wir werden sehen. - Vor mir Lernunterlagen für die nächsten Prüfungen, die ich ganz anders als ich es sonst tue, schon jetzt herausgekramt habe und mich ihnen widmen wollte. Aber mein Kopf ist voll. Zum Bersten voll mit Dingen, die weder Hand noch Fuß haben - also schreibe ich. Schreibe ohne nachzudenken oder zu stoppen, schreibe für mich, schreibe an euch. Schreibe um leerer  zu werden und gleichzeitig alles zu ordnen.
Ich frage mich oft, wie man sich mich vorstellt, vom Blog aus alleine gesehen? Dauerkreativ und immer am werken? Das stimmt vielleicht etwas, aber in letzter Zeit habe ich mehrere sehr antriebslose Phasen, tumblre wie eine Verrückte bis vier Uhr morgens und höre wie mein Herz über jeden weitergerebloggten Post über schöne Menschen, Abenteuer und gute Zeilen schwer seufzt. Das mag vielleicht melodramtisch klingen, dazu neige ich beim Schreiben recht oft. Wenn das nicht gefällt, dann bitte erst gar nicht weiter lesen. Ich warne vor.


Ich sehe Menschen, die zusammen grillen, campen, reisen, die Zeit ihres Lebens erleben und habe nur in meinem Kopf: Ich will das auch! Ich will reisen, neue Erfahrungen sammeln, mit Menschen über den (Nicht)-Sinn des Lebens diskutieren, in Prag auf der Schlossmauer sitzen und der Stadt beim Einschlafen und Aufwachen zusehen. Ich möchte ein altes Wohnmobil, mit dem ich durch die Gegend fahre und von dem leben, was gerade erreichbar ist. Ich will diese schönen Foodfotos machen, oder Schnappschüsse, die vor Leichtigkeit nur so strahlen. Ich möchte mich verbessern und gleichzeit zufrieden mit mir sein - etwas, was angesichts der derzeitigen Lage in weiter Zukunft zu liegen scheint.


Ich möchte glaube ich noch nicht vierundzwanzig werden, denn das ist eigentlich schon eine merkwürdige Zahl. Zweiundzwanzig und dreiundzwanzig. Das waren bis jetzt die Jahre! Ich war doch gerade erst achtzehn, maturierte, begann die Universität zu meistern, war in einer Beziehung, die mich am Ende beinahe ein ganzes Jahr lang dazu veranlasste, mich wieder zusammen zu kehren. Stückweise. In den letzten beiden Jahren aber durfte ich glaube ich die schönsten Zeiten genießen. Dafür bin ich unendlich dankbar und ich weiß es zu schätzen! Sogesehen bringt Mitte 20 zu sein eine Menge an Vorteilen mit sich.


Mir ist klar, dass das alles, was ich hier schreibe, Luxusprobleme sind, aber diese habe ich derzeit. Ich werde nächstes Jahr mit der Uni fertig und beginne mein praktisches Jahr in einer höheren Schule. Ich habe alles getan, dass ich aus der Schule damals rauskomme und tue mittlerweile wieder alles um reinzukommen. Der Gedanke ist so absolut absurd, ich weiß auch nicht.
Mit sechsundzwanzig werde ich dann normal verdienen, einen Lehrerjob haben und mich durch wohl zahlreiche Aufgaben und Hindernisse kämpfen, die man anfänglich haben wird. Ich mag diesen Job, ich mag ihn sehr - das zeigten mir auch alle Praktikumserfahrungen. Er gibt mir Möglichkeiten und Stabilität - Abwechslung und Zukunftsvisionen. Es ist das, was ich (unter anderem) möchte.
Aber ich habe immer das Gefühl in mir, dass ich mehr erreichen will und sollte und sowieso irgendwas schaffen, dass mich vollends erfüllt. Nur weiß ich nicht was das jemals sein soll. Ich habe das Ziel derzeit vor Augen verloren, weil es irgendwo in der Ferne verschwimmt und nicht mehr lesbar ist.

Ich befinde mich nun schon länger auf einer viel zu langen Straße, die ein paar Einbuchtungen hat, die sich Abenteuer nennen. Hier verweile ich öfters. Stunden- oder tageweise und trabe dann im Trott des Alltags voran. Erledige meine Aufgaben. Uni, Arbeit, Freunde, Familie, Blog. Liebe es mich diesbezüglich verwirklichen zu können. Habe aber Angst, nicht alles so auszukosten, wie ich es tun müsste. (Wobei ich es doch so sehr mache, jeden einzelnen kostbaren Tag, den ich mit Freunden verbringe oder lachend beim Grillen mit der Familie oder auch mal alleine mit einem Buch.)
Nur ist immer wieder dieser Schatten da, der mich ein wenig gefangen hält. Der mir vorzeigt, was andere Menschen in ihrem Leben haben und ich ein bisschen neidvoll mir wünschen würde, einen Teil davon auch erleben zu dürfen. (Ich weiß, dass viele so viel weniger als ich haben, manche gar nichts, aber ich hoffe, dass auf dem Punkt nicht herumgeritten wird.) - Ich versuche mein Leben in dem Maße zu führen, dass ich es vollkommen ausschöpfe. "you only live once, but if you do it right - once is enough." und das möchte ich am Ende behaupten können, dass ich alles gemacht habe, wonach mir war. Wir sind meist sowieso von uns selbst gefangen und diese Stricke versuche ich immer weiter nach und nach abzustreifen. (& glaubt mir, da ist angesichts meiner ganzen Entwicklung schon viel passiert. Hallo wenig Selbstbewusstsein und so!) - Wir sind viel zu sehr darauf bedacht, wie wir auf andere wirken ohne darauf zu achten, wie man auf sich selbst wirken sollte. Ich möchte in den Spiegel sehen und ohne Bedenken nicken und wissen - das bin ich! Und wisst ihr, das habe ich in den letzten zwei Jahren so gut hinbekommen. Ich bin zufrieden wer ich bin, großteils. Und darauf ein wenig stolz. Aber manchmal ist das Spiegelbild mit zu viel Dunst angeschlagen, wie jetzt vielleicht. Und darum schreibe ich  - um alles wieder klar zu wischen.


Ich habe alle Möglichkeiten offen, ich könnte irgendwohin gehen und dort neue Zelte aufschlagen, aber ich setze mir hier zu viele Grenzen. Ich möchte zwei Leben haben - eines, das niemals sesshaft ist und eines, das eben diesen gesellschaftlich auferlegten "Traum" erfüllt - Job, Familie, Haus, Kinder.
Was ich hatte war eine unglaubliche Kindheit, mit allem, was man sich wünscht und auch eine Jugend, die ich ausnutzte so sehr es ging - traf Freunde, ging bis zum Morgengrauen - bis mittags - fort, - Es gab so viele Tage, an denen das Leben still ausgekostet wurde, an denen wir unsere Füße in den See hielten und uns an den Händen. Wir hüpften kreischend durch das kalte Flusswasser und wärmten unsere klammen Hände am Lagerfeuer. Sie waren so eingefroren, so sehr, wie wir es mit der Zeit machen wollten. Still halten, stehen bleiben. Irgendwann weitergehen. Und jetzt gehe ich, gehe an dieser  langen Straße und habe Angst, dass sie immer nur gerade weiterführt, in einer strikten vorgegebenen Linie über die Landkarte. Mit Bergen und Tälern dazwischen, die mir das Leben willkürlich auf die Route setzt. 

Vielleicht liegt hieran das Problem mit Mitte zwanzig, vielleicht gibt es diese Quarterlifecrisis, weil wir uns gerade in diesem Alter befinden, wo alles/vieles gefestigt werden sollte, wo es viele Umbrüche gibt, viele Lebensphasen, die uns für immer prägen werden. Die Angst, etwas falsch zu machen.
Mir tut es manchmal weh, wenn ich mit anderen verglichen werde - Cousinen und Cousins, die im etwa gleichen Alter sind und heiraten, Kinder bekommen. Das sind auch diejenigen, die hier sesshaft sind. Und nicht reisen. Reisen ist für mich so wichtig, reisen ist wie ein ganzes Buch zu lesen - von vorne bis hinten, von der Mitte bis zum Anfang. Zitate zu markieren und Seiten rauszureißen. Nicht zu reisen ist als würde man dieses Leben nur in der Hand halten und den Buchdeckel anstarren, der zwar verlockend hübsch wirkt, aber man aus verschiedenen Gründen es nicht schafft, ihn zu öffnen und einzutauchen.
Es ist für mich gut so wie es ist (auch wenn es für andere merkwürdig erscheint - es ist eben mein Leben), auch wenn natürlich manchmal der Wunsch besteht wen an seiner Seite zu haben. Aber das haben Menschen meist so an sich. Vielleicht sind meine Erwartungen zu groß, vielleicht auch nicht. Ich finde es gut so, finde es gut, dass ich Zeit für mich habe und für mich lebe, für niemand anderen, wie ich es noch vor ein paar Jahren getan habe. Ich habe die freie Wahl, ob ich nun einen hübschen Mann, der mir gefällt, küsse, Nächte zu durchtanzen und die beste Taxifahrt meines Lebens zu haben (die ohne zu übertreiben filmreif gewesen ist!) oder früher nach Hause zu gehen, weil ich müde bin. Ich lebe es so, wie es mir gefällt, zum Großteil zumindest.


& was nun? Ich habe Gedanken in Worte verfasst und vor euch hingeschleudert. Jetzt liegen sie nass und ausgekotzt hier und alles was bleibt ist eine gewisse Leichtigkeit. Ich bin sie los, was ihr auch immer damit macht, sei euch überlassen. Ich würde mich aber freuen, wenn ich wüsste, dass ich nicht alleine dastehe, mit solchen Überlegungen und Zweifeln - mit diesem Hadern - mit viel zu viel Denken und nächtelangem Philosophieren.
Wir - du und ich, er oder sie -  sprechen oft von unserem jeweiligen Leben und den Erscheinungen und den Personen, die darin mitspielen und mitspielten. Wir sprechen oft von Menschen, die uns früher viel bedeutet haben, aber die wir nun gar nicht mehr wahrnehmen. Wir sprechen von Zeiten und prusten noch immer wegen lustiger Anekdoten los, wir treffen Freunde, die nicht älter zu werden scheinen, wir erinnern uns an die Nachtfahrten durch das dunkelorange Lichtermeer ohne Ziel. Wir stürmen wild und ungestüm durch unser Leben.
Es sind diese weltvergessenen Tage, die man in sein Herz, tief unter der Brust einschließt, um in wehen Tagen lächelnd an sie zurückdenken zu können, um die damalige Luft zu spüren, um die Wärme zu spüren, um den Wind zu spüren, der einem die Sinne wegpustete. Wahrscheinlich ist das auch die Antwort auf diesen ganzen Eintrag - man lebt für genau das.

Wir sprechen von der Vergangenheit oft lieber als von der Zukunft und das vielleicht deshalb, weil wir uns nicht zu ahnen trauen, was noch alles auf uns zukommen wird. Möglicherweise liegt es daran, ein bisschen Angst vor ihr zu haben - Angst davor, dass plötzlich auf dieser geraden Straße eine scharfe Kurve auftaucht und wir (noch) nicht die Fähigkeit besitzen, sie problemlos zu meistern.



(* Wörter auf den Fotos nicht von mir, sondern alle mal in meinem 'Wörterbuch' niedergeschrieben.)

85 comments:

Ronja said...

LIebe Stef,
wirklich ein wundervoller Text, an manchen Stellen habe ich mich wieder gefunden, an manchen aber auch eben nicht, weil man eine 14jährige sehr schlecht mit einer 23jährigen vergleichen kann. Der Post hat mir insgesamt gut gefallen, da du auch noch die passenden Bilder und Sprüche mit eingebaut hast. Irgendwann hat mir ein Bekannte mal erzählt, dass er seine Oma gefragt hat, was sie, wenn sie nochmal in ihrem Leben zurückgehen dürfte, enden würde. Und sie meinte nichts, alle Fehler hätten sie geprägt und sie ist glücklich, so wie alles jetzt ist. DAs möchte ich auch als Oma sagen wollen. Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich zu wissen, dass man das Leben nicht aufhalten kann und es eigentlich jeden Moment zu Ende sein könnte. Obwohl man doch so viel noch erleben möchte.
Lg Ronja

jeanette said...

Ich glaube uns geht es allen mal so, wir zögern und sind uns nicht mehr sicher ob das was wir vorhatten auch wirklich richtig ist. Und wenn wir wissen, dass es das nicht ist sind wir vollkommen verwirrt was wir stattdessen wollen oder überhaupt. Was soll man eigentlich von seinem Leben erwarten?
Glaub mir du bist nicht allein mit deinen Gedanken und mich tröstet es immer ein bisschen wenn ich weiß, dass es noch jemanden gibt der sich gerade auch nicht sicher ist.
lg jeanette

Kathi said...

Ich gebe zu, ich bin nicht unbedingt ein Freund von langen Texten. Aber sobald er von dir ist, lese ich ihn, egal wie lang er ist. Ich weiß auch nicht, irgendwie bist du eine Art Vorbild für mich. Was eigentlich komisch ist, da ich dich ja gar nicht "richtig" kenne. Nun, ich kann dich schon verstehen, nur mit meinen 16 Jahren wahrscheinlich noch nicht ganz wie manch anderer in deinem Alter. Jedenfalls bin ich zur Zeit auch am Nachdenken was meinen späteren Weg angeht. Zur Zeit will ich Modemanagment studieren und wenn ich mir die Berufsmöglichkeiten anschaue bin ich meist auch überzeugt davon, dass dies das richtige für mich ist. Aber passt das auch zu meinem späteren Leben, mit Familie und Kindern? Das ist der Gedanke der mich von diesem "Traum" etwas abringt. Jedoch möchte ich zur Zeit einfach gar nicht so genau darüber nachdenken, da ich einfach noch so viel Zeit bis dahin habe. Trotzdem wird es keine einfache Entscheidung sein.
Ich glaube das war jetzt der längste Kommentar den ich je geschrieben habe :D, aber es tat gut.
Liebe Grüße Kathi

Carmen said...

Ich musste fast weinen beim Lesen dieses Posts, ehrlich. Das sind alles Gedanken, die mir seit einer Weile im Kopf herumspucken; und was bei mir nur ein grosses Wirrwarr im Kopf ist, hast du geschafft, auszuformulieren und auf 'Papier' zu bringen. Ich kann jeden einzelnen Satz unterschreiben und sagen: "Mir geht's genauso." Für mich ist es gerade ungeheuer tröstlich, zu wissen, dass es in dieser grossen Welt noch andere Menschen gibt, die sich über ähnliche Fragen den Kopf zerbrechen.
Danke. <3

luloveshandmade said...

Guten Morgen, liebe Stef!
Hach, wie Du schreibst, ich könnte das tagelang lesen, so wie ich anderen Menschen ewig zu hören könnte. Das ist, als würdest Du direkt vor mit sitzen und das alles erzählen.
Ich versteh Dich zum großen Teil sehr gut, denn auch ich bin ja im ähnlichen Alter, sehe, wie die ersten Leute mit ihrem Studium oder ihrer Ausbildung fertig sind, einen Job haben, den sie lieben, mit beiden Beinen im Leben stehen. Wie Du weißt studiere ich ja etwas Ähnliches wie Du und bin damit zwar eigentlich ganz zufrieden, aber irgendwie denke ich, dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Meine kreativen Ziele zu verwirklichen erscheint mir im Moment viel wichtiger, ich lasse die Uni schleifen, mache das eigentlich nur nebenbei und konzentriere mich hautpsächlich auf mein kreatives Leben. Manchmal ertappe ich mich, dass ich deshalb ein schlechtes Gewissen habe, aber auch nur, weil ja eigentlich von der Gesellschaft erwartet wird, dass man einen super Lebenslauf hat und weiß, was man will. Eigentlich weiß ich das auch ganz genau, aber das hat eben sehr wenig mit meinem Studium zu tun und ich stecke grad all mein Herzblut und meine Zeit da hinein, dass aus meinen Träumen was wird. Ich kann Dich also gut verstehen - auf der einen Seite ein sicherer Job, eine sichere Zukunft mit Kindern, sesshaft werden und finanzieller Sicherheit - auf der anderen Seite das süße, aufregende Leben. Manchmal scheint es leider, als könnte man nicht beides vereinen, das ist nicht immer leicht. Ich weiß nicht, wie Du das dann machst, aber ich entscheide da immer mit dem Herzen. Im Moment fühlt es sich für mich einfach nicht richtig an, mich voll auf die Uni zu konzentrieren, dann wäre ich unglücklich und würde was vermissen. Also konzentriere ich mich auf meine kreativen Dinge und mache die Uni nebenbei weiter, damit mein Gewissen beruhigt ist und ich dann auch was 'sicheres' in der Hand hab wenn ich eines Tages fertig bin, falls alles Andere nicht klappt.
Wir sind grade noch auf der Schwelle zwischen jung sein und richtig erwachsen werden und da ist es manchmal nicht so einfach, den richtigen Weg einzuschlagen und sich für die richtigen Dinge zu entscheiden, die man hinterher nicht bereut und mit denen man glücklich sein kann.
Hör auf Dein Herz, tu, was Dich glücklich macht und schaff Dir Platz für all die besonderen Dinge, so viel es nur geht. Denn ich finde, dass das super wichtig ist, denn man lebt nur einmal und sollte es voll auskosten. Klar, dafür braucht man auch eine gewisse Sicherheit und für einen gewissen Lebensstandard braucht man nunmal Geld, aber das ist auch nicht alles im Leben.
Lass es Dir gut gehn, liebe Stef, bald können wir uns richtig austauschen! <3

Pusteblume said...

Das sind merkwürdigerweiser genau die Sachen die mir auch gerade im Kopf herumschwirren... Auf der einen Seite lockt das sesshafte Leben mit Mann und Kindern, vor allem weil ich auch sehr gerne eine junge Mutter wäre und die Vorstellung erst mit 40 Kinder zu bekommen einfach grauenvoll ist... auf der anderen Seite möchte ich mein ganzes Leben lang wild und frei sein und mich an niemanden und nirgendwo binden. Jeden Tag als Abenteuer sehen, reisen, umziehen, dorthingehen wo es mich hinzieht. Mal hier mal da. Und ich habe das Gefühl mich jetzt langsam mal entscheiden zu müssen. Und da ist natürlich noch die große Angst sich falsch zu entscheiden und irgendwann etwas zu bereuen oder zu vermisse. Quarter Life Crisis triffts ganz gut. Natürlich sind das Luxusprobleme, aber nur weil andere viel tiefere Probleme haben, heißt das ja nicht, dass es uns nicht beschäftigen darf. Eine Lösung hab ich aber leider nicht. Aber ich hoffe dass du deine Krise durchstehst. Und ich meine auch.
Und dein Blog ist wundervoll und du wirkst wie eine unglaublich starke Persönlichkeit. Deswegen glaub ich, dass du das auch durchstehst ;)

Marlene said...

Ich befinde mich gerade in einer ähnlichen "Phase". In einer Art "Gedankenbuch" kann ich das stetige auf und ab nachvollziehen. Mal bin ich zufrieden, dann schreibe ich dort nichts und mal plagen mich Selbstzweifel und Unsicherheit. Wenn dies der Fall ist, fülle ich eine Seite nach der anderen. Rückblickend kann ich feststellen, dass es in immer wiederkehrenden Intervallen auftritt.

Ich sehe Menschen, vergleiche mich mit ihnen und fühle mich in unserem Weltgefüge plötzlich nicht mehr allzu gut aufgehoben. Ich fühle mich fehl am Platz. Ein Außenseiter, der verzweifelt versucht sein Leben zu meistern und doch immer ein Stück hinter den anderen hängt.
Ich habe manchmal einfach das Gefühl, dass ich mein Leben nicht richtig auskoste. Dass ich mich viel zu lange vermeintlich sinnlosen Dingen hingebe, die mich nicht weiterbringen. Wobei: Bringen mich lesen und schreiben wirklich nicht voran? Sind es nicht diese Dinge, die mich ausmachen?
Warum sollte ich mich an den Faktoren messen, die für andere stehen, mit meiner Persönlichkeit aber nichts zu tun haben?

Ich habe auch Angst vor dem Weg, der vor mir liegt. Gut, Angst ist nicht das richtige Wort, aber es beschreibt es am besten.
Es ist ein komisches Gefühl ohne Karte und ohne Ziel auf eine Wanderung geschickt zu werden. Alle erwarten, dass man ankommt. Man selbst erwartet es auch. Enttäuscht man dann sich und das Umfeld, wenn man rastet? Wenn man einen Umweg nimmt? Hier plagen mich die Zweifel. Vielleicht will ich nicht immer so konform gehen, wie es für mich vorgesehen ist - ist das dann gut? Ist das Identität? Oder ist es einfach Leichtsinn und kindliches Ausbrechen?
Ich möchte die große Freiheit spüren - ohne Regeln, ohne Gesetze. Ich möchte mich vollständig fühlen. Am liebsten für immer. Ich möchte sagen: Ja, das ist mein Leben! Ja, das bin ich! Ja, ich schaffe all das, was ich will!

Es sind die gesellschaftlichen Maßstäbe, die versuchen uns alle in ein Muster zu pressen: Ausbildung, Job, Ehemann, Kinder, immer schön die Rentenversicherung bezahlen und irgendwann verblassen - dann ist man verschwunden.
Ich frage mich: Ist es das, was wir anstreben sollten? Ist das wirklich unser Weg?
Es wird regelrecht erwartet und ich muss zugeben, dass ich diese Erwartungen auch an mich selbst habe. Das macht es so seltsam. Also ist es doch ein Teil von mir.. Es ist so kompliziert!

Ich denke, das einzige, das wir tun können ist weiterhin zu hoffen, dass wir alles "richtig" machen. Ich gehe fest davon aus, dass dem so ist. Jeder lebt sein Leben auf seine Weise. Jeder erreicht sein eigenes Ziel. Du wirst deines erreichen und hoffentlich wirst du dann feststellen, dass es gut so ist, wie es war.

Ich wünsche Dir alles Gute!

Marlene

Gesa said...

Hi Stef! Dein Text hat mir sehr gut gefallen. Besonders der Abschnitt über Reisen&Lesen war wunderschön geschrieben! Und du malst ja auch nicht nur fantastische Metaphern in die Luft, sondern sprichst die Wahrheit aus und kannst Gefühle festhalten. Ich verstehe deine Situation nämlich ganz genau!! Ich spiele zum Beispiel schon seit einigen Wochen mit dem Gedanken, mein Facebook Profil zu löschen, eben da man ein schlechtes Gefühl bekommt, wenn man die Bilder anderer Menschen sieht. Da denkt man, dass das eigene Leben unzulänglich sei. Aber was wir da bei facebook und auf tumblr sehen, das ist ja weniger als ein kurzer Blick durchs Schlüsselloch ins Leben eines anderen Menschen. Er kann auf einem Partybild abgebildet sein, auf dem alle breit grinsen und trotzdem der einsamste Mensch der Welt sein. Solche Internetplattformen, auf denen man sein "Leben" teilt, erzeugen einfach eine falsche Illusion. Ich denke, dass der richtige Weg ist, wieder mehr zu sich selbst zu finden, sich an seinen eigenen Maßstäben zu messen, Glück zu finden, und nicht an der scheinbaren "Perfektion" anderer zu verzweifeln. Und abgesehen davon, dass ich gerade ein bisschen wie ein Möchtegern Ghandi oder Meister Yoda klang, kann ich dir versichern, dass mir zur Zeit ziemliche Zukunftsängste die Kehle abschnüren. Ich habe mich gerade an einigen Unis beworben, bin die erste aus meiner Familie die studieren, gar in eine andere Stadt ziehen wird. Und habe einfach keine Ahnung ob ich das Richtige tue. Aber hey, das sind die 20er, oder?

Theresa said...

Liebe Stef,
alle die Gedanken, die du niedergeschrieben hast, hatte ich vor nicht all zu langer Zeit auch. Der Gedanke, dass das doch nun noch nicht alles gewesen sein kann ist beängstigend und weil er mir so viel Angst gemacht hab, hab ich meine Sachen gepackt und bin in die Welt hinausgezogen, um sie zu entdecken. Trotz Beziehung, Familie und Freunden.
Und was soll ich sagen? Heute, drei Jahre und zwei bewohnte Länder später bin ich wieder hier. Es gab Orte, da wäre ich gern noch geblieben und Orte, von denen ich mich gefragt habe, wie ich da noch eine Minute länger bleiben soll. Und am Ende stand die Einsicht, dass Zuhause auch ganz schön ist und mir trotz des nun mittlerweile wieder sesshaft sein nichts verloren geht.
Manchmal muss man sich ausprobieren und auf Konventionen scheißen. Ich glaube, ich hätte es bereut, nicht gegangen zu sein. Heute weiß ich, dass es mir gut getan habe und dass ich auf nichts verzichten muss, solange ich das nicht möchte.
Vielen Dank für deinen Post, er ist wunderschön geschrieben und trifft den Nagel auf den Kopf. Aber sei dir sicher, du bist damit nicht allein. Du musst nur entscheiden, was du willst und dann das tun, was dir gut tut.

knappflickan said...

Stef, ich fand diesen Post w u n d e r b a r. Ehrlich und zum nachdenken.
Seit ich nicht mehr Lehramt, sondern Psychologie, studiere, bin ich mit meiner Nase schon ziemlich weit in die "aktuellen Diskussionen" der Entwicklungspsychologie geraten. Mittlerweile ist es das, was du hier beschreibst, schon Thema bei vielen großen Professoren, die sich mit dem Thema "erwachsen werden" und dem Begriff "Heranwachsender" auseinandersetzen. Es gibt nicht mehr diesen glatten Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen, sondern dazwischen gibt es die "emerging adulthood" - grob übersetzt, "die neu entstehende Erwachsenheit". Und die zieht sich von 18,19 bis Ende 30. Da werden ganze Bücher neu geschrieben deshalb.
Was will ich damit sagen?
You are not alone. Wir entscheiden uns für einen Weg, gehen ihn vollen Mutes um einige Zeit lang wieder stehen zu bleiben und zurück zu sehen, zu fragen, zu evaluieren und zu reflektieren. Das ist ein wichtiger Teil um unsere Identität zu finden.
Ich bin mittlerweile auch an einem Punkt, an dem ich mich fragen "wohin jetzt?". Viele meiner Mitstudenten sind erst anfang 18,19 und - nicht bös gemeint - langweilen mich dermaßen mit ihren kleinen "Anfängerkrisen", dass ich mich mehr und mehr daraus zurückziehe und mich auf die Freundschaft der mir wichtigsten und interessantesten Personen konzentriere.
Ich würde jetzt gerne noch mehr schreiben, aber ich fürchte, dann wird es ein Roman.
Vielleicht könnten wir ja mal einen Kaffee trinken gehen und uns in den Votivpark setzen?
puss.
(Isa, die mal mit dir Germanistikdusini geliebt und Anglistik verflucht hat ;))

Juju said...

Liebe Stef,
ich versteh dich ganz gut. Auch wenns mir nicht so geht. Warum?
Ich bin ebenso 23, studiere auch Lehramt, habe allerdings erst letztes WS angefangen. Ich habe gleich nach der Matura studiert, das war überhaupt nicht meins, in Medizin (mein Traum bis vor kurzem) bin ich nicht reingekommen. Irgendwann hab ich das Studium geschmissen und eine Lehre gemacht, damit ich neben der AHS-Matura eine kaufmännische Ausbildung habe und herausfinde, was ich studieren möchte. Nach 2 Jahren hatte ich diese unterfordernde Arbeit endlich hinter mir und ich bin mit meinem damaligen Freund, mit dem ich eine Fernbeziehung führte, für 3 Monate nach Südostasien gefahren. Und, was soll ich sagen, das waren die besten 3 Monate meines Lebens. Auch wenn unsere Beziehung in die Brüche ging. Danahc war ich ein neuer Mensch, ging erst Mal zurück in meine Heimatstadt, arbeitete ein Weilchen, bis ich mich entschlossen habe, wirklich Lehramt zu studieren und wieder nach Wien zu gehen. Insgesamt bin ich übrigens schon 8 Mal umgezogen, seit ich mit 18 zu Hause ausgezogen bin.
Tja, und da bin ich nun. 23 und im 2. Semester. Und es intressiert mich einen feuchten Dreck, was andere darüber denken. Ich lebe mein Leben so, dass ICH glücklich bin.
Meine beste Freundin aus der Schule heiratet im Herbst, ist die 3. aus meiner Klasse, die ein Kind bekommt.
Aber ich denk mir, was solls? Das ist nicht das, was mich glücklich machen würde. Ich möchte frei sein, tun und lassen können, was ich möchte, nach dem Studium möchte ich unterrichten.

Du hast geschrieben "weil wir uns gerade in diesem Alter befinden, wo alles/vieles gefestigt werden sollte". Und das ist vielleicht dein Problem. Wer sagt, dass wir das sollten? Wer schreibt dir das dezidiert vor? ;)
Und was das Reisen angeht, hast du grad im Lehrerberuf wirklich viel Gelegenheiten dazu. Klar, du kannst es dir nicht immer aussuchen, zeitlich. Aber immerhin hast du die Möglichkeit. Und solltest du dich dazu entscheiden, Kinder zu bekommen, ist das ja auch kein Problem. Gerade in Europa kann man mit Kindern auch viel machen.
Und auch wenn das jetzt sicher furchtbar abgedroschen klingt, du wirst auch noch deinen Menschen finden ;) Ich meine das absolut ehrlich und wünsch es dir von Herzen. :)

So, ich hoffe, du fühlst dich durch meine Geschichte nicht belästigt. xD

Wünsche noch ein sonniges WE und viel Glück bei deinen Prüfungen!

Schmukkedeern said...

Hej Stef,
nein, du bist nicht alleine (wie man an dem ganzen Feedback hier auch sofort merkt) und ja es ist so (und das ist gut so) dass man Angst vor der Zukunft hat und das auch einfach so gehört. Wie schlimm wäre es, wüsste man was kommt. Man möchte nicht wirklich wissen wann man stirbt oder wann man sein erstes Kind bekommt. Das würde einen auch wieder unter Druck setzen und es ist so doch viel überraschender...
Die Kunst ist es in sich selbst zu ruhen, seine Entscheidungen gut zu überlegen oder auch mal gut überlegt nicht nachzudenken und sich nicht zu vergleichen.
Sei wie du bist, nimm anderes was auf den ersten Blick besser oder perfekter scheint als Chance dich weiter zu entwickeln und schau nicht immer welche Farbe der Rasen des Nachbarn hat, denn du hast die Gänseblümchen die er, blind wie er ist, immer heruntermäht...
Es gab in der Neon vom Mai 2012 einen Artikel 'Deutsche Geschichte - Warum wir uns nicht erwachsen fühlen können, obwohl wir es längst sind.' Der passt sehr gut zu dem Thema...

Lieben Gruß

Anonymous said...

Ich bin 28 und hatte auch ähnliche Gedanken früher. hab mich zurück in die schule gewünscht zu den alten freunden, dem bekannten. Grundlegend habe ich einfach immer versucht was gutes aus der zeit zu machen, da können auch "fehler" passieren, aber wie schon oben geschrieben, muss das aber auch nichts schlechtes bedeuten.
ich denke auch dass die "zeit zum erwachsenwerden" eine zeit mit vielen veränderungen und zweifeln (innen und oft auch außen (Umzug, Job...)) ist. Ich arbeite seit einem jahr und auch dieser start war für mich nicht reibungslos. ich habe mich so zur studentenzeit zurück gesehnt, dem unbeschwerten leben, nur für mich verantwortung zu haben usw. ein bisschen ist das gefühl immer noch da, aber es ist schon viel besser geworden, ich gewöhne mich an den neuen lebensabschnitt und er gefällt mir auch immer mehr.
nehm das gefühl und die gedanken an, aber versuche dich nicht davon zu sehr lähmen zu lassen.
liebe grüße doro

Jacki de Ripper said...

Gott, diese langen Kommentare, ich versuch' mich mal ganz kurz zu fassen. Ich bin 16 und ich habe echt mega Angst vor meiner Zukunft, weil ich nicht erwachsen werden möchte, ich habe keine ahnung was ich werden will und das müsste ich jetzt langsam wissen, weil ich nicht ewig zeit hab- irgendwie ist es beruhigend zu wissen, dass selbst du das gefühl hast dein leben nicht richtig auszuschöpfen, weil ich finde, dass gerade du das total machst. viel glück :~)

Laura said...

Weißt du, ich find es manchmal schon ein wenig gruselig. Oft seh ich Parallelen zwischen uns. Da sind die Äußerlichen. Die wo wir beide unsere Lockenköpfe bendigen müssen oder über unsere Beine klagen, dass sie nicht so schön dünn sind wie bei anderen. (Ich meine nicht damit, dass du fett bist) oder die Momente wo du erzählst, wie gern du Kleider und Röcke trägst und ich mich ebenfalls darin wieder finde.

Ich bin mir auch sicher, dass ich Lehrerin geworden wär, wenn ich nicht zufällig die Gebärdensprache für mich entdeckt hätte.

Oft kriege ich Mails, wo mir gesagt wird, dass der Person mein Blog ein wenig an deinen erinnert, weil wir wohl einen ähnlichen Schreibstil haben.

All diese Dinge, die ich mit einem Schmunzeln im Gesicht betrachte, da es irgendwie ja doch Dinge sind, die tausend andere Menschen auch haben und ich sie nur nicht kenne.

Aber als ich deinen Eintrag las, musste ich doch an dieser und jener Stelle schlucken. Oft bewundern mich glaube ich die Leute, was für einen schönen Blog habe, was für tolle Freunde und was für ein fabelhaftes Leben.

Doch diese Leute kennen mich halt oftmals nur über meinen Blog. Mein Blog ist eben nicht mein Tagebuch und auch ich habe schlechte Zeiten, wo ich denke, der oder dem geht es so viel besser als mir, der oder die ist so viel glücklicher als ich, ach wieso habe ich nur kein Glück?

Ich wünsche uns beiden, dass wir da raus finden. (Das klingt auch echt melodramatisch) Aber ist nun mal, wie es ist.

BINE BRIGHTSIDE said...

du stehst nicht alleine da! ich bin im mörz 24 geworden, habe nach meinem abi eine ausbildung gemacht und seit september 2010 studiere ich fachbezogen. nächstes jahr ist mein studium vorbei und es wird sich ALLES ändern. ich werde ausziehen und einen festen job kriegen und dann hoffentlich genug verdienen, um mir alles leisten zu können, wovon ich die letzten jahre träume. ich beneide die menschen, die permanent reisen und irre flexibel sind, weil sie eben kein (so schwieriges) studium oder keinen festen job haben, oft kommt noch ein gut betuchtes elterhaus dazu und sie können sich ALLES leisten. alle 2 wochen städtereise ohne weiteres. ich hingehen muss gucken und planen, das geld reicht vorne und hinten nicht, da ich nur teilzeit arbeiten kann, weil mein studium irre viel zeit in anspruch nimmt. aber wenn ich mir die "lebensgeschichten" der menschen ansehe, was sie bisher erreicht haben, bleibt oft nicht viel übrig, ausser den reisen: keinen abschluss, keine ausbildung, kein studium, nur gelegenheitsjobs und freunde wechseln häufig.
für den moment ist es frustrierend, aber nach dem studium werden wir besser dastehen, einen festen job haben und uns einiges leisten können, was die grenzen von wochenendtrips, die vielleicht ein paar 100 euro kosten, übersteigen.
gerade wenn du sagst, dein leben ist gut. halt dich an dem gedanken fest und halte durch. der umschwung kommt noch! :)
liebst, bine

Mai said...

Dass du vielen Menschen aus der Seele sprichst und einen wirklich schönen Schreibstil hast, das weißt du hoffentlich nach all den netten Kommentaren vor mir!
Ich muss sagen, mich überrascht, dass du einen solch Eintrag verfasst hast, da du für mich die Person darstellst, die Abenteuer erlebt, ihre Träume auslebt, sich selbst verwirklicht. So kam es mir bisher vor, aber vielleicht kommt das mir auch nur so vor, weil ein Teil deiner Gedanken immer dein ist und sein wird.
Es ist eine Zwiespältigkeit, mit der man sich, glaube ich, sehr lange auseinandersetzen muss. Und ich bin nach einigen Gedanken schon mal zu meinem eigenen Schluss gekommen, dass probieren besser als studieren ist. Darüber nachzudenken, wie mein Leben sein sollte/könnte/müsste, ist in irgendeiner Weise Zeitverschwendung. Ich mache das selber viel zu oft - leider - aber so oft denke ich: Ach, geh raus und mach dir ein Leben. Tu es einfach, so metaphysisch darüber nachzudenken, bringt dich letztendlich auch nicht weiter, entweder du erlebst es oder nicht.
Soll jetzt nicht heißen, dass ich nicht nachdenke oder irgendjemand nicht nachdenken soll, aber manchmal ist nachdenken einfach zu viel. Es verwirrt uns. Aber das hat der Mensch wohl an sich.

Hutmädchen said...

An vielen Stellen habe ich mich wiedergefundenh, es geht mir so ähnlich. Und gerade heute habe ich auch so einen Tag an dem ich über eben solche Dinge nachdenke.
Du bist also nicht allein damit, vermutlich hegt jeder mal solche Gedanken, einige mehr andere weniger.

Leonie said...

Ich bin noch nicht 24, grade mal 20 geworden. Aber an unglaublich vielen Stellen fühle ich mich genauso wie Du.
Ich habe Angst, dass ich Dinge verpasse die zu einer Jugend dazugehören. Ich gehe nicht gerne in Diskos und mache mir immer wieder Sorgen, ob das vielleicht dumm von mir ist, ob ich nicht etwas verpasse was eben nun mal dazugehört. Und früher bin ich einfach mal mitgegangen, für die anderen, nicht für mich. Ich hab mich da immer unwohl gefühlt, Fehl am Platz. Und heute kann ich für mich selbst entscheiden, heute bin ich eben so mutig dann auch zu sagen: Nein, ich mag das nicht. Nein, ich komme nicht mit. Es gibt andere Dinge die mir Spaß machen, gemütliche Abende mit Freunden, hin und wieder ein Cocktail, einfach stundenlang lachen und erzählen, bei sich sein, die Anwesenheit des anderen genießen können. Aber auch mal ganz alleine sein, auch für Tage, nur mit mir, meiner Musik, meinen Bücher und Notizbüchern und vielleicht einem Haufen Filme, oder ab und an meiner übersprudelnden Kreativität. Aber auch dann Frage ich mich, ob ich das alles richtig mache, ob ich nicht genau jetzt unterwegs sein sollte, meine Jugend auskosten bevor ich irgendwann irgendwo feststecke (was absolut nicht zu meinem Plan gehört, falls man das was ich im Kopf habe einen Plan nennen kann). Wenn ich nicht lese frage ich mich oft ob ich genug Zeit habe all die Bücher die ich noch lesen möchte zu lesen, ob ich nicht viel zu wenig Zeit auf dieser Welt habe. Und wenn draußen ein wunderschöner Frühlingstag ist und ich eben keine Stunden mit dem Hund unterwegs war, weil mir nach verkriechen und alleine sein ist, weil mir nach dem ganzen Tag im Bett bleiben ist, dann frage ich mich ob ich das nicht irgendwann bereuen werde. Und wenn ich ein paar Monate nicht weggekommen bin, dann muss ich raus, dann will ich weg, dann will ich Neues und Unbekanntes entdecken, oder eben wieder nach Irland, dass ich mittlerweile wie meine Westentasche kenne, und dass ich liebe, dass mein eigentliches Zuhause ist, da wo mein Herz höher schlägt. Und wenn mir das alles so in den Sinn kommt, dann werde ich traurig, unendlich traurig und sehnsüchtig und hungrig nach mehr Leben und nach dem Mut den man dazu braucht.
Ich verstehe Dich, ich verstehe Dich so gut.
Im September haben eine Freundin und ich eine Tour durch Großbritannien geplant, wir haben eine grobe Route, ein paar Unterkünfte und, weil wir eben arme Studenten sind, ein Wurfzelt. Das ist etwas worauf ich mich jeden Tag mehr freue und mit dem ich mein Gewissen beruhigen kann, mit dem Gefühl, dass ich dann richtig leben werde.

Coco said...

Liebe Stef, ich habe jetzt ein paar Minuten überlegt und ich glaube ich kann dir nicht in einem Kommentar darauf antworten. Seitenlange Probleme, die es verdient hätten, auf Papier geschrieben zu werden; es wäre zu banal einen einfachen Antwort Kommentar zu hinterlassen.
Wenn jemand so mit sich hadert und sich in seinen Gedanken verstrickt, dann zeigt es, wie sensibel und feinsinnig er ist. Ich glaube du bist nachdenklich, manchmal zu traurig und gerade das macht doch deinen ganzen Charme aus.
Das ruhige, kreative und in sich wühlende. Vielleicht kostet du deswegen so intensiv aus; Kontraste machen unsere Welt erfahrbar.
Ich kann sagen, dass du nicht allein bist. Manchmal sind es bei mir normale, altögliche Probleme und manchmal gehen sie tiefer, sitzen fester und machen mich unsicherer.
Die Uni werde ich nicht in Regelstudienzeit beenden, dafür ziehen jetzt schon 100 Leute an mir vorbei, ich will raus und entdecken und doch habe ich gleichzeitig so viel Angst zu verlieren. Ich habe so viele Gedanken und Ängste in meinem Kopf und Herzen, ich kann sie in keinen Kommentarpost schreiben. Doch ich kann dir sagen, dass du nicht alleine bist. Manchmal denke ich, ob das Leben der andern wirklich so schön ist. Hinter Worten kann sich viel verstecken und ist das Leben tatsächlich immer so viel besser und intensiver bei anderen? Wir beide wissen, dass es hinter der Kamera oft gar nicht so schön aussieht und das Foto trotzdem Leichtigkeit und Schönheit suggeriert.
Nehme dir deine Zeit, du hast sie und eigentlich wirst du sie auch immer haben. Es läuft dir nichts davon, du brauchst keinen entweder- oder Entscheidungen- noch nicht!
Am liebsten würde ich mit dir persönlich darüber reden, man wird diesem nicht an der Tastatur gerecht.
Liebste Grüße, Coco

Vanessa said...

Dieser Post hat mich wirklich gefesselt, auch wenn er so unendlich lang wirkt, fand ich ihn einfach schön geschrieben und ich kann deine Gefühle total verstehen.

Du schienst mir immer sehr Abenteuerlustig und anders, aber dieser Post hat mir irgendwie gezeigt, dass du auch so wie jeder andere bist, und zwar mit zu vielen Gedanken.

Mir hilft dabei mein Freund, mit welchem ich seit 2 Jahren in einer Beziehung bin. Er versucht mir meine Sorgen aus meinem Kopf zu treiben und es hilft. (Das ist der Grund, wieso mein Blog "Zu viel im Kopf" heißt, Fotoblog.)

Ich kann dir nur sagen, dass es solche Gedanken einfach immer gibt, egal für wie "frei" du dich hälst.

mona said...

Hallo liebe stef,

wie die anderen vor mir, kann ich ich dich auch sehr gut verstehen.
Ich bin gerade raus aus diesem kleinen "loch" in dem du wahrscheinlich gerade sitzt.
Irgendwann kommt der punkt, da "springst" du da einfach raus.
Irgendwas wird kommen, irgendwas wird sich verändern oder deine gedanken gehen aufeinmal in eine andere ichtung.
Aufeinmal vergleichst du dich nicht mehr, änderst kleinigkeiten, die dich schon immer gestört haben, überwindest deinen schweinehund und erfüllst dir einen langersehnten wunsch.

ich empfinde dich als eine sehr bodenständige frau.
deine kreativität ist bewundernswert, du kannst super kochen und tolle texte schreiben.
Darauf kannst du stolz sein!
und solltest du stolz sein!
viele lesen deinen blog, weil sie es bewundern, weil du uns an deinem leben ein stück teilhaben lässt.
und an deiner persönlichkeit.
und die ist für mich beruhigend, aufregend, öffnet neue türen und zeigt mir, was man alles in seinem leben und umfeld anstellen kann.

ich hoffe, dass bald der entscheidene punkt kommt, wo du aus der "quaterlifecrisis" wieder rausgehst und in vielen punkten zufrieden bist :)


ganze liebe grüße
mona

cyberrie said...

hey! sehr schöner post in dem mir vieles sehr bekannt vorkommt. ich hab eine zeit lang auch immer wieder solche und ähnliche überlegungen angestellt, niedergeschrieben, wieder gelesen und dann für unrelevant befunden. und doch bleibt es immer wieder dasselbe. ich hab mich bisher immer wieder aus dem befreit, von dem ich dachte ausbrechen zu müssen, um letztlich wieder da zu landen... und jetzt bin ich 27 und das ist schon so verdammt knapp an 30 und was habe ich erreicht?... ich könnte/sollte doch glücklich sein mit freundin, job, familie, dem leben, und bin es doch nicht. Tja, es geht wohl vielen so. wenn du mal ein rezept für sorgenfreies leben hast, bitte im blog veröffentlichen :D
glg berrie

Anonymous said...

Was für ein wundervoller gelungener Text. Ich bewundere, dass du so offen schreibst und finde es sehr tröstend, dass andere 23jährige die, den Eindruck hast du mir bisher vermittelt, ein nahezu perfektes Leben zu haben scheinen, ebenso zweifeln und Zukunfts-Unsicherheit verspüren wie ich. Besonders gut hat mir die Stelle mit den Stricken gefallen. :)

Jules said...

Hallo Stef,
auch ich verstehe zu gut, was du meinst und was du fühlst. Ich weiß auch zu gut, dass einen Gedanken zerreißen können. Wir können alles werden und haben unendliche Angst daran zu scheitern. Ich habe auch eben meinen Master beendet und müsste mir doch jetzt mal was Ordentliches suchen. Aber das Schlimme ist, ich liebe, was ich tue, ich geh gern zu meinem 20-Stunden-Einzelhandel-Job, ich mache nebenbei Fotos und habe mein eigenes kleines Handmade Business. Ich bin eigentlich glücklich, aber ich könnte ja noch soviel mehr machen.
Ich kann dich vielleicht jedoch in eine Sache beruhigen, auch mit Kind im Leben heißt es lange nicht, dass man nicht mehr reisen kann oder man sich unendlich verändert. Auch das waren früher meine größten Zweifel und Ängste, ich bin früh Mama geworden und dachte immer oh mein Gott, wie uncool, du willst doch noch so viel machen. Jetzt weiß ich, dass man vor allem an sich selbst glauben muss, denn auch wenn ich Mama bin, bin ich immer noch ich. Ich habe gelernt, dass das Glück im Detail liegt und eine Lebenseinstellung ist.
Stef, du bist ein ganz wunderbarer Mensch, der so viele Menschen berührt und motiviert, ich habe beispielsweise erst durch dich so richtig mit bloggen angefangen. Und dafür bin ich Dir unendlich dankbar. Ich warte auf dein erstes Buch! Liebe Grüße Jules

Fräulein M. said...

:*

LandKind said...

Liebe Stef,
ich kann dich so gut verstehen. Auch ich sitze oft in meinem Zimmer und bin auf die Leute neidisch, die jeden Tag was tolles machen und dann in ihrem Blog Bilder zeigen. Das mit dem Reisen kann ich ebenfalls sehr gut verstehen. Ich bin zwar erst 16, aber ich würde auch viel lieber jeden Monat einfach nur irgendwohin Reisen. Ich kann dich einfach so so gut verstehen, aber ich bin der Meinung, dass viel besser als jeden Tag was halbwegs tolles zu machen es besser ist 5-8 mal im Jahr was richtig, richtig tolles zu machen!
Ich finde deinen Blog so so toll, durch dich inspiriert habe ich überhaupt erst angefangen, dein Blog ist mein allerliebster Lieblingsblog. Viel Schöner als etwas zu machen, ist für mich immer die Vorfreude auf etwas!
Und, dass haben vor mir aber schon mehrere geschrieben, ABER: die stelle mit dem Lesen und dem Reisen, ist so toll, deswegen lese ich deinen Blog auch so gerne.
Ich hoffe, dass alles sich so entwickeln wird, wie du es dir wünschst :)
Lotta

Angie said...

Hallo Stef
deinen Text zu lesen ist wirklich wie jemandem zuzuhören. Ich mag es sehr. Ich denke wir alle werden unerbittlich von unseren Gedanken verfolgt. Vielleicht manche mehr, manche weniger.
Diese Momente wenn es mir beinahe die Luft abschnürt weil ich einfach nicht weiter komme. Gefangen in einem Kreislauf von Gedanken der sich nur langsam verändert. Wenn überhaupt.
Ich bin 17. Und ich weiss nicht was ich will. Ich kämpfe mit Luxusproblemen. Ich will einen Traum haben, ich will etwas wofür ich kämpfen kann. Ich habe so vieles. Und ich denke so viel nach. zu viel? Und manchmal komme ich nicht weiter. Habe Mühe damit mir klar zu werden wer ich bin. Was bin ich denn schon? Ich kann es nur so schwer erkennen. Oder gar nicht.
Diese Gedanken, dieses Denken existieren. Neben meinem tollen Leben. Neben der Suche nach den grösseren Abenteuern.
Kuss vom Meeresgrund

Eve said...

Mit 20 beendete ich meine Ausbildung zur Industriekauffrau und hatte eine unbefristete Arbeitsstelle bei einem großen Automobilunternehmen. Doch ich war unglücklich, das konnte ja nicht mein LEBEN!? Ich wollte mehr... Ich habe gekündigt und bin in die USA gegangen, war AuPair, habe paar Semester aufm College belegt...bin alleine nach New York gereist. Meine Zukunft war unsicher, doch ich war zufrieden! Ich würde es heute wieder so machen...obwohl mir ALLE davon abgeraten haben...Niemand verstand, wieso ich meine sichere Zukunft einfach so aufgab. Doch jeder Mensch hat seine eigene Straße, die er gehen muss/will/wird!

Zum Thema reisen: Manchmal sollte man auch nach INNEN reisen, zu sich selber finden...Wir erkunden oft die ganze Welt, doch kennen uns selber nicht richtig.

lg Eve

Anonymous said...

Liebe Stef,
du hast einen wunderschönen Blog, der sehr inspirierend auf seine Leser wirkt. Man findet täglich Anregungen, wie man den tristen Alltag verschönern kann. Ich musste fast ein bisschen lachen, als ich den Eintrag gelesen habe. Du leidest tatsächlich an einer falschen Vorstellung vom Leben, wie sie viele meiner Freunde momentan haben (wir sind alle Mitt-Zwanziger;) )Leben heißt nicht, dass man versuchen sollte, das Beste aus jedem Tag zu machen. Dass man versuchen sollte, so viel wie möglich zu erleben. Dass man versuchen sollte, so viele schöne Momente wie möglich zu schaffen. Das ist eine Utopie, der viele Menschen(gerade die welche unter komfortablen Umständen leben)verfallen sind. Das Leben bietet so unendlich viele Möglichkeiten, dass es ein Weg ohne Ziel ist, wenn man stets auf der Suche nach dem Besten ist. Das Leben ist ein Rätsel, welches du niemals lösen kannst, du wirst niemals wissen, wie dein Leben verlaufen könnte, wenn du Entscheidungen anders triffst/anders getroffen hast. Wer immer nur sucht, der kann nicht finden. Ich habe früher genauso wie du gedacht, ich wollte möglichst viel erleben, möglichst viel sehen, auf keinen fall was verpassen, wozu ich die Möglichkeit gehabt hätte. Aber das ist ein Wettlauf zum falschen Ziel, das kann einen Menschen nicht glücklich machen. Das Problem ist meiner Meinung nach, dass wir zu viele Chancen und Möglichkeiten haben. Es macht uns verrückt, weil wir nicht die Verantwortung übernehmen wollen, eine auszuwählen. Wenn man lernt dankbar für das zu sein, was man hat, wenn man sich wirklich einmal Mühe gibt all die kleinen wunderbaren Dinge wahrzunehmen, die in deinem Leben Platz genommen haben (und ja damit meine ich auch die Sonne die jeden Tag aufgeht, der Apfelbaum der jedes Jahr neu blüht, das Lächeln, dass dir jemand einfach so schenkt). Man muss nicht nach dem Glück im Leben streben, es kommt einfach so zu dir ohne dass du was dafür tun musst. Es fällt einem oft nur gar nicht auf. Man kann nichts falsch machen im Leben, alles hat seinen Sinn. Aber verpass dein Leben nicht, während du nach dem Sinn in deinem Leben suchst.
P.S.: Ich hoffe ich habe nicht zu verwirrend geschrieben und du verstehst meine Grundaussage. Das ist ein sehr interessantes Thema und bietet viel Platz zum philosophieren;)

Jecca said...

Ich würde jetzt total gerne was unglaublich Geistreiches beitragen. Oder dir sagen, dass es mir genau so geht. Aber mir geht es irgendwie absolut nicht so wie dir.

Ich bin so eine, die auf der langen Straße einen Schritt nach dem anderen geht und mal nach links, mal nach rechts schaut. Ich will gar nicht wissen, was mich am Ende der Straße erwartet.

Das einzige was mich echt nervt ist, dass manche Menschen so kreativ sind, und ich kann in der Richtung GAR NICHTS! Aber sowas ist halt angeboren. Ich kann es eh nicht ändern. Neidisch bin ich trotzdem. :D

JayBee said...

Aloha,
wie du siehst du bist nicht allein mit diesen Gefühlen.

Bei mir sieht es im Moment nicht rosig aus, wahrscheinlich mach ich es aber auch alles schlimmer als es ist, weil ich mein Leben anders geplant oder zumindest anders vorgestellt habe. Ich wusste seit der Grundschule was ich mal werden wollte und hab darauf hingearbeitet und jetzt bekomm ich ein Arschtritt dafür, dass ich mir das Studium durch Arbeit finanzieren wollte und nicht durch den Staat.
Ich war immer die Älteste in den Klassen die meisten 2 Jahre jünger als ich. Aus meiner Realschulzeit... Die meisten Leute von damals haben alle einen Job, eigene Wohnung, Führerschein und Kind. Da denk ich oft mals ich hab was falsch gemacht. Aber was ist falsch daran sich an seine Träume zu halten und dahin zu arbeiten sie zu erfüllen?

Aber wie heißt es immer:"Irgendwann wird alles gut. Jeder bekommt das was er verdient und jeder ist für sein Glück zuständig."

liebste Grüße und lächle in den Tag hinein, dann wird es höchstens etwas schöner

Anonymous said...

Still lese ich normalerweise mit und genieße deinen wundervollen Blog. Aber diese Gedanken, die du niedergeschrieben hast, haben mich zum Weinen gebracht. Weil sie meine Gedanken sein könnten und du sie wundervoll verfasst hast! <3 Ich glaube auch an die Quarterlife-Krise, denn ich bin Mitte 20 und mir gehen die gleichen Dinge durch den Kopf...vielleicht muss das so sein, vielleicht funktioniert genauso der Entwicklungsprozess in diesem, unserem, Alter. Und vielleicht gibt es mit 30 genau so einen Post, nur mit anderen Wörtern, aber dem gleichen Gefühl, weiterkommen zu wollen und sich weiter zu entwickeln. Danke für deinen Text! :)

Liebe Grüße
Suse

Kleine Wunder überall said...

Weißt du - wenn du dich damit vergleichst, was du auf anderen Blogs siehst, dann wirst du unglücklich, automatisch. Wir zeigen ja alle nur Teile unseres Alltags, die glamourösen Teile - und nicht den dicken Pickel mitten auf der Stirn und auch nicht all die nächtlichen Süßigkeitenattacken während der Masterarbeitsphase, nicht das Ringen um Mut, wenn man ein wichtiges Telefonat führen muss und schon gar nicht die Tränen während einer Panikattacke auf dem Zahnarztstuhl.
Wir zeigen schöne DIYs und das neue Outfit, wir erzählen von Reisen und dem leckeren Rezept, das wir letztens gekocht haben. Das ist schön, ja - aber das ist nur ein Stück vom Leben.
Denn zum Leben gehören eben auch zähe Monate und ganz viel Banalität. Das habe ich in Australien gelernt - ich war da für 6 Monate, und alle haben mich beneidet - und es WAR toll. Aber selbst beim Schnorcheln oder beim Schlafen unter Sternen sind die meisten Dinge banal. Man kriegt Salzwasser in den Mund und draußen im Outback laufen dicke Spinnen rum, vor denen ich Angst hatte. Ein großer Teil dieser tollen Zeit in Australien bestand außerdem aus merkwürdigen Jobs oder der Suche nach einer Waschmaschine oder einem billigen Supermarkt.
Aber mit all diesen Banalitäten war es eine wunderbare Zeit - wie das restliche Leben auch.

Es ist egal, ob du für immer Lehrerin bist oder nicht, es ist egal, ob du demnächst den Mann deines Lebens triffst und plötzlich nur noch Kinder willst - hauptsache, du bist damit glücklich.

Und zwischen allen Banalitäten des Lebens wird es Höhepunkte geben, die herausstechen und schon fast glitzern - nächtliches Philosophieren mit Freunden, großartigen Sex, Picknicks im Freien und tolle Reisen.

Ich versuche aktuell für mich zu akzeptieren, dass die Banalitäten das Leben nicht banal machen. Vielleicht lassen sie uns einfach nur aufatmen. Zwischen den glitzernden Höhepunkten.

Woooooo-Girl said...

Ich finde deine Worte sehr mutig - wenn man sich selbst eingestehen kann, was einen bewegt, womit man unzufrieden ist oder auch dass man unsicher ist - meiner Meinung nach ist das ziemlich mutig. Und Selbsterkenntnis ist ohnehin das Wichtigste. Es ist gut, wenn du dir selbst nichts vormachst und dir eingestehst, dass du Zweifel hast. Aber setz dich selber nicht zu sehr unter Druck - wenn du nicht weißt, was du willst, dann weißt du es eben (noch) nicht. Zwing dir nichts auf, wovon du nicht 100-prozentig überzeugt bist.
Du bist noch so jung, dir steht, wie du selber weißt, alles offen - mach doch einfach ein Jahr nach deinem Abschluss Pause. Erkunde die Welt, so wie du es willst, werd dir darüber klar was du möchtest..aber du musst nicht sofort einen "Lebensplan" haben. Jeder ist anders. Der eine weiß mit 20 schon, wie sein Leben aussehen soll, der andere weiß es mit 40 immer noch nicht. Aber nochmal: Das ist nicht schlimm. Wichtig ist, dass du dir noch selbst in die Augen sehen kannst, bei den Entscheidungen die du triffst. Du hast alle Zeit der Welt...
Im Übrigen denke ich, dass jeder hin und wieder einen Durchhänger und Selbstzweifel hat. Das ist völlig natürlich, wir wären keine Menschen, wenn wir das nicht tun würden.
Und rede dir nicht ein, dass deine Probleme unwichtig sind. Unabhängig vom Elend dieser Welt sind die Probleme eines Jeden wichtig - weil sie einen selbst betreffen und so sehr beeinträchtigen können, dass man sein Leben nicht so leben kann, wie man es eigentlich möchte.
Jeder Mensch mit all seinen "Wehwechen" (Ich drück's mal so aus) hat ein Recht darauf, sich mitteilen zu dürfen. Und man muss nicht immer gute Laune vortäuschen.

Du hast es selbst in der Hand. Aber ohne dich selbst unter Druck zu setzen. Gib dir selbst Zeit.

LG, Wooo-Girl

Luka, said...

Liebe Stef,
bis auf den Taxifahrt-Satz hätte jede dieser Zeilen von mir stammen können. Du bist definitiv nicht allein mit deinen Gedanken.
Komisch, aber über genau diese Gefühle habe ich mich auch gerade mit meinem Freund unterhalten.
Ich glaube, es ist sehr wichtig zu lernen, dass Vergleiche einem niemals etwas bringen.
Vergleicht man sich mit denen, die nichts haben, bekommt man unfassbare Schuldgefühle gepaart mit Dankbarkeit.
Vergleicht man sich mit denen, die in unseren Augen so viel mehr haben als man selbst, bleibt man traurig und klein zurück.

Ich kann das selbst noch nicht, leben nur aus mir heraus, zufrieden sein nur aus mir heraus, schön sein nur aus mir heraus, an nichts und niemandem gemessen.
Aber ich werde es irgendwann können.

Dieser Post ist ein sehr mutiger und bewundere dich dafür.
Auf deinem Blog geht es oft sehr fröhlich und lebenslustig daher.

Für mich bist du auch jemand, der in meinen Augen so viel mehr erlebt als ich, das Leben so viel intensiver lebt und die Magie-Momente für den Sinn des Lebens hält. Ich werde hier auch jedes Mal wieder wehmütig.
Es ist wirklich sehr gut zu wissen, dass auch du diese Gedanken hast, dass auch du MEHR willst.

Wirklich, ein sehr wichtiger Post.
Alles Liebe für dich von Luka

▲nna said...

Da du jetzt schon über 30 Kommentare bekommen hast,und alle das geschrieben haben was ich auch schreiben wollte,jetzt nur noch ein paar kurze Worte! :)
Mir geht es ganz.genau.so.
Du kannst die Dinge wo in vielen Köpfen herumschweben viel besser beschreiben als ich,also nicht wundern wenn ein KuddelMuddel raus kommt.An manchen Tagen sitze ich irgendwo und denke mir was ich hier überhaupt mache,wo wollte ich jetzt sein und was mach ich morgen und übermorgen.Mach ich was in meinem leben falsch? Koste ich dieses tolle Geschenk gar nicht aus? Warum sehe ich immer diese glücklichen Gesichter,was machen die anders? Ich möchte auch so sein,möchte auch so kreativ sein wie du und so stark wie meine Freundin...Warum laufe ich hier alleine während andere was mit Freunden machen? Warum lese ich ein Buch,während die anderen feiern? Für mich hat diese Straße kein Ende.Immer wieder fahre ich auf dieser Straße entlang.Sollte ich nicht so viel denken? Würde es das besser machen? Am liebsten wäre ich jetzt schon über 40 und hätte meinen Weg gefunden.Ich würde gerne wissen was dann alles wäre.
Wäre dann die die Sehnsucht nach Liebe nicht mehr da,sondern komplett erfüllt? Vielleicht werde ich auch verrückt und hektisch auf der Straße entlang laufen,da ich meinen Job machen muss.Alles aus dem Leben heraus schöpfen braucht Zeit und Geduld.Man fühlt sich wie im Nichts,würde aber lieber eine große Party im Nichts feiern und sogar das kleinste Nirgendwo ausnutzen und dort leben.Manchmal bekommen wir gar nicht richtig mit wie erfüllt wir gerade sind.Doch plötzlich stockt man,blickt hinauf und merkt: Man ist glücklich.
Du hast Recht: Reisen gehört zu meinem Leben genau so dazu und es ist eines der wichtigsten Bestandteile der Erfüllung deines Lebens :) Man möchte schließlich Menschen sehen,die dich an andere erinnern,dich faszinieren und die du vorher noch nie gesehen hast.Man möchte Plätze,Flecken,kleine Wunder auf der Erde entdecken an denen man sich "daheim" fühlt und man so sein kann wie man immer sein wollte.
Irgendwann kommt auch noch die Person die dich in eine andere Welt transportiert und dich mit Liebe und Wohlstand füllt.

Alles braucht Zeit.Doch man hat ein ganzes Leben um es richtig auszukosten.

Liebste Grüße und du bist nie alleine,es gibt zahlreiche Menschen denen es genau so geht! <3

leben.lieben.lachen.genießen said...

wow, was für ein unglaublicher ehrlicher und schöner text.. ich habe ihn gerade verschlungen und werde ihn heute sicherlich nochmal lesen.. oft habe ich mich wiedergefunden und besonders bei der stelle über die kindheit/jugend musste ich innerlich nicken und laut "JA" rufen.. ja, und auch ich bin eigentlich glücklich mit meinem leben (festvertrag im job, (wieder) gesunde familie, liebe freunde, den liebsten an meiner seite, zufrieden und gesund,..), aber wenn ich daran denke, noch 40 jahre oder mehr diesen job auszuüben.. mh, kann es das wirklich schon gewesen sein oder sollte ich nochmal was ganz neues anfangen? mit 26?! die möglichkeit gäbe es sicher, wenn ich nur wüsste, was ich machen will.. und irgendwann will doch auch ich mal "sesshaft" werden, heiraten, kinder bekommen, in einer schönen, großen, gemütlichen wohnung leben.. hach, nun hast du mich richtig zum nachdenken gebracht, wo ich es doch so oft von mir schiebe.. :) Ich wünsche dir nun ein schönes wochenende und danke für´s teilhaben lassen an deinen gedanken.. und du merkst, du bist nicht allein damit!! sei lieb gegrüßt, gesa

Anonymous said...

Hallo,
ich finde es erschreckend, dass so viele Menschen scheinbar ähnliche Fragen und Konflikte in ihrem Leben haben, aber niemand das mitbekommt. Wenn ich durch meine Uni gehe, frag ich mich oft, gehts den anderen auch so? Und jetzt schreibst du das auf, was scheinbar doch so viele denken. Wenn ich anderen diese Dinge erzähle stoße ich oft auf Unverständnis und "stell dich nicht so an!" oder "denk nicht so viel!" sind beliebte Reaktionen.Ich wünschte ich wäre so zielstrebig wie diese Menschen.Einerseits möchte ich auch eine konventionelle Familie (vor dem 30. Lebensjahr damit anfangen etc.) und andererseits will ich reisen, auswandern usw. (wofür mir das Geld fehlt). Dann habe ich oft ein schlechtes Gewissen und denke: "Du solltest froh sein studieren zu können. Das ist ein Privileg. Du solltest froh sein über das was du hast! Du könntest noch mehr aus dir herausholen!" Vielleicht stimmt es, wir haben heutzutage oft zu viele Möglichkeiten und damit das Gefühl, etwas zu verpassen oder die falsche Möglichkeit zu wählen!Und außerdem geht die Zeit so schnell rum. Ich bin 25 1/2 und irgendwie bin ich auch erst gestern mit der Schule fertig geworden oder?25 war für mich mit 18 steinalt. Jetzt bin ich so "alt", fühl mich so und hab noch nichts bedeutendes "geleistet". Ich glaube wir sind alle oft zu streng mit uns selbst und erwarten zuviel von uns.
Viele Grüße!

Verena said...

Ich finde es sehr schön, auch mal etwas Privates, Persönliches von dir zu lesen.

Mir gehen auch oft viele Dinge durch den Kopf. Gedanken, was die Zukunft betrifft. Aber auch die Vergangenheit. Ich werde in einem halben Jahr 27 und stecke noch in der Ausbildung. Was kommt danach? Und wo ist die ganze Zeit hin? Ich fühle mich gar nicht so "alt". Ich sehe eh jünger aus, was mich schon belastet. Viele können das nicht nachvollziehen.

Mitte 20 ist wirklich ein schwieriges Alter.

Liebe Grüsse,
Verena

C.K. said...

Liebe Stef,
ich kann dich sehr gut verstehen,auch wenn ich erst 15 bin und man uns beide nicht vergleichen kann.Als ich deinen Text zu Ende gelesen hatte musste ich weinen.Bei mir ist im Moment auch so viele im Umschwung,ich möchte los,weit weg aus dieser dummen Kleinstadt in der ich lebe,oder mich einfach nur zu Hause vergraben.Ich möchte den Moment auskosten,den ganzen tag fotografieren,reisen und alles tun,was mir Spaß macht.
Ich lebe schließlich im hier und jetzt.
Aber das alles geht leider nicht.
Ich muss hier bleiben,für die Schule lernen.Viele sagen noch : Was hast du für Träume,du bist doch noch so jung?.Tja,ich möchte aber all das erleben,aus Angst,am Ende nicht mein Leben richtig gelebt zu haben.

Anderseits,was bringt es mir,jetzt 'abzuhängen',schlechte Noten zu schreiben,denn dann wärt alles nur für einen Moment,und ich würde später als Durschnittsdeutscher enden.Nichts gegen diese Leute,aber das ist einfach nicht mein Ziel.

Ich hoffe bei dir werden sich alles Träume erfüllen und ich denke,du wirst die richtigen Wege wählen.

Anonymous said...

Liebe Stef,
ich lese Deinen Blog sehr gern, und Dein heutiger Post macht ihn noch besser, da Du wirklich ehrlich schreibst und Dich traust, auch negative und traurige Gedanken zu teilen.
Ich fühlte mich beim Lesen ein wenig zurück erinnert an die Zeit, als ich so alt war wie Du. Und Du bist noch so jung!!! Du kannst auch noch in 10 Jahren Kinder haben und die Zeit bis dahin machen, was Du willlst! Und selbst mit Kindern musst Du kein spiessiges Leben führen, man kann auch ohne Trauschein und Eigenheim eine Familie gründen! Und reisen kannst Du mit Kindern auch, jedenfalls solange sie noch nicht zur Schule gehen. Du musst Dich als Person doch nicht verändern und kannst Dir treu bleiben
(... auch wenn das im Alltag manchmal schwer ist).
Wer sagt denn, daß Du Dein Leben nicht richtig auskosten würdest? Du hast doch Spaß und kannst die Situationen, die das Leben Dir schenkt, genießen! Das mekt man Deinem lebensfrohen Blog doch ganz deutlich an. Man muss sich unbedingt seine eigenen Maßstäbe setzen. Und nur weil in Büchern oder Filmen alles noch wilder, schöner, intensiver beschrieben wird, muss einen das nicht beeinflussen.
Und was das Berufsleben angeht: irgendwo muss das Geld zum Reisen ja herkommen. Sei froh, daß Du einen Job hast, der Dir Spaß macht und Dir ein gutes Gehalt schenkt, davon können viele nur träumen. Gerade als Lehrer gibt es Möglichkeiten wie z.B. ein "Sabbatjahr" (zumindest ist das in Deutschland so), um sich eine Auszeit zum Reisen zu gönnen.

Du wirst Deinen Weg schon finden, bleib einfach Du selbst!

Alles Liebe, L.

judith said...

ich glaub, das ist alles recht normal.
mit 24/25 dachte ich immer "hilfe, ich muss jetzt endlich erwachsen werden, hilfe"... zack, ein halbes jahr später war ich schwanger. und dann hat sich sowieso alles relativiert bzw die prioritäten waren ganz andere.
jetzt mit mitte dreissig hab ich ein bisschen torschlusspanik. soll das alles gewesen sein? ist das jetzt mein beruf für immer? mein wohnort für immer? mein freund für immer? und bin auch ein bisschen gelähmt, weil ich gar nicht weiss, was genau ich will oder erwarte... was soll ich sonst arbeiten/lernen/studieren, wo möchte ich sonst gerne leben? und nur alleine an mich denken geht ja auch schonmal gar nicht, da ist ja auch noch ein kind.
das leben ist nicht immer nur einfach, das wär ja auch viel zu langweilig :)

Maike said...

Wie du siehst, bist du nicht allein. Auch ich habe manchmal schon Angst vor der Zukunft, auch wenn ich fast zehn Jahre jünger bin als du. Eigentlich habe ich alles, was man sich wünscht. Tolle Freunde, eine Familie, die mich unterstützt und meine Schulbildung läuft wie am Schnürchen. Ich gehe auf eine Privatschule und gehöre zu den Besten dort, aber immer wieder habe ich Angst vor der Zukunft. Ob ich es bis zum Abi durchhalte, ob ich einen Studienplatz bekomme, ob ich später mal zufrieden mit meiner Arbeit bin. Meine Lehrer sagen, ich muss mir darum keine Sorgen machen.
Am liebsten würde ich nur eine Ausbildung zum Fotografen machen. Oder Produktdesign o.Ä. studieren. Jemand meinte mal zu mir, man soll in seinem Leben das machen, was einem glücklich macht. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, wenn es doch so gut läuft, könnte ich etwas besseres machen. Ich weiß nicht. Ich höre von vielen Leuten, dass ich mal etwas 'Richtiges' studieren soll.

Auch mit den Reisen habe ich meine Probleme. Ich war schon in vielen Ländern und Städten, erst im April kam ich aus Rom, und im August fliege ich zum zweiten Mal nach Malta. Es gibt so viele Orte, die ich in meinem Leben mal sehen möchte, aber ich habe Angst, das ich irgendwann keine finanziellen Mittel dazu habe oder keine Zeit.

Auch jetzt, während ich für Klassenarbeiten lerne, habe ich Angst, etwas zu verpassen. Ganz nach dem Motto 'Man ist nur einmal jung'. Ich versuche alles zu tun, was ich jetzt noch tun kann, wer weiß schon was später mal werden wird? Ich habe Angst, dass das Leben zu kurz kommt.

balletslippers said...

Liebe Stef,

auch ich kann dich sehr gut verstehen. Mir geht es ganz ähnlich wie dir.
In meinem Freundeskreis heiraten momentan alle und bekommen Kinder. Was sehr schön ist, aber das entspricht eben so gar nicht meinem aktuellen Lebensstil, da ich single bin. Da ist es manchmal schwierig, sich selbst noch zu finden, noch zu wissen, was man selbst gerade möchte.
Aber ich versuche einfach, das zu tun was ich für richtig halte. Z.B habe ich mir gerade ein Skateboard gekauft. Ja, mit 28 Jahren möchte ich das noch lernen. Ich denke, es ist einfach wichtig, sich nicht so sehr mit anderen zu vergleichen (was unserer Generation mit den Möglichkeiten des Internets sicher schwere fällt als vorgerigen Generationen), sondern seinen eigenen Weg zu finden.
Ich finde deinen Post sehr mutig, und ich gebe zu dass er mich ein bisschen überrascht hat.

Ich wünsche dir, und uns allen (denn wie man an den vielen Kommentaren sieht, geht es Vielen so), dass wir unseren Weg finden.

clumsy bumblebee said...

Liebe Stef!
Ich bewundere dich sehr für diesen klugen,mutigen,ehrlichen und sehr gut geschriebenen Post. Ich, grade mal 17 und frisch mit dem Abi in der Tasche befinde mich an einem ähnlichen Punkt.
Für mich hat der Gedanke von Sören Kirkegaard, dass wir immer dann Angst haben wenn wir unserer Freiheit spüren sehr tröstlich. Er lässt meine Ängste viel weniger schlimm erscheinen. Wenn die ANgst wirklich der "Schwindel der Freiheit ist " dann möchte ich diesen Schwindel nie komplett verlieren.
Ich bin fest davon überezeugt, dass du deinen Weg gehen wirst und egal wie dieser verläuft & was dir dabei für Ängste und Sorgen und Zweifel begegenen werden,dass du es immer schaffen wirst, die schillernden,warmen und vollkommenen Momente die noch vor dir liegen zu sehen und einzuschließen.
Für dich noch ein Kirkegaard Zitat :)
"Hingegen möchte ich sagen, daß dies ein Abenteuer ist, das jeder Mensch zu bestehen hat:
Angst haben zu lernen, damit er nicht verloren sei, entweder dadurch, daß ihm nie angst gewesen
ist, oder dadurch, daß er in der Angst versinkt; wer daher gelernt hat, auf die rechte Weise
Angst zu haben, der hat das Höchste gelernt."

Alles Liebe

clumsy bumblebee said...

Und noch etwas:
Das liebe ich an deinem Blog:
Du präsentierst uns nicht nur die bunten,schillernenden wunderschönen Bilder, die dein Leben so beneidenswert glücklich und vollkommen erscheinen lassen, sondern du erlaubst uns auch ab und zu einen blick in dein Inneres,sozusagen "hinter die Kulissen" und zeigst dabei was für ein Mensch dahintersteckt.
Vielen Dank dafür.

Johanna said...

Jedes Mal wenn ein neuer Post von dir im Dashboard angezeigt wird freue ich mich unheimlich. Wenn es dann auch noch ein so guter ist: PERFEKT! Ich liebe es solche Texte von dir zu lesen, du schreibst richtig gut. Vorallem beim Lesen von diesem Text hab ich mich an vielen Stellen wiedergefunden. Daumen hoch :)

Natalie said...

Du sprichst mir aus der Seele.

Melina und Marie♥ said...

Ouhman, ich habe mich an vielen Stellen echt wiedererkannt. Obwohl ich erst 16 bin..:)
Wir haben erst vor kurzem angefangen zu bloggen & würden uns freuen, wenn du uns vllt ein paar Verbesserungsvorschläge geben könntest ♥
Lust auf gegenseitiges folgen :) ?
xoxo Melina
http://marlinasmoments.blogspot.de/

Nordelfchen said...

Na toll, nun habe ich einen ellenlagen, tiefgründigen Text verfasst und hoppla...scheinbar alles weg.
Drum gibt es jetzt nur noch meinen Schluss:
Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden. ;o)

Warte einfach ab. Solange Dir nicht DER Mann über den Weg läuft, ist alles hin und herüberlegen eh vertane Zeit und wenn er dann da ist, klärt sich so vieles eh von ganz allein. Niemals wollte ich heiraten oder gar Kinder und dann stand er vor mir und alles kam anders. Und es war und ist richtig genauso wie es ist ;o)

LG Nicole
www.crea-corner.blogspot.com

Marley said...

Ein super Post!

Ich habe auch manchmal Angst, mein Leben nicht richtig auszukosten. In meinem Kopf sammeln sich so viele Ideen, doch nur die wenigsten werden umgesetzt, und das macht mich oft traurig. Ich glaube, dass das ein ähnliches Gefühl ist, wie du beschrieben hast, meinst du nicht? ;)
Ich finde, man sollte sich in Sachen fester Freund oder Kinder kriegen nicht stressen lassen...ich denke, ich verstehe gut, warum du zufrieden damit bist, wie es ist.
Und überhaupt: Erst, als ich aufgehört habe, nach dem richtigen zu suchen, habe ich ihn plötzlich gefunden.

Ganz liebe Grüße <3

serendipity said...

Im Grunde brauch ich tatsächlich nur ein Wort, um deinen Eintrag zu kommentieren: JA!

Du beschreibst das so treffend, dieses Gefühl, das ich auch schon seit geraumer Zeit in mir trage. Und ich danke dir dafür, dass du es auch einmal ganz offen äußerst. Es bestärkt doch ungemein zu wissen, dass man nicht allein ist mit diesen Gedanken, mit dem Hadern und allem anderen.

Vielen Dank und liebe Grüße!

saikoro.kitten said...

Ein toller Text. Mir geht es in einigen Punkten genauso wie dir und das beruhigt mich jetzt irgendwie, dass ich nicht als einzige solche Gedanken habe. Daher sage ich dir an dieser Stelle "Danke" :).

anki said...

Hi Stef,
ein toller Post. Ich denke es geht vielen Menschen so wie dir, gerade wie du schreibst in der Quarterlife-Crisis (die es definitiv gibt!).
Ich glaube, du solltest dir nicht so viele Gedanken darüber machen, was deine Familienmitglieder meinen und machen, es ist ihre Entscheidung, du musst dein Leben selber leben und eigene Wege gehen.
Du solltest dich auch nicht ständig mit anderen vergleichen, das bringt dich auch nicht weiter.
Ich denke, es würde dir viel helfen wenn du nächstes Jahr nach deinem Studium und vor deinem Referendariat ein Jahr Pause nimmst und reisen gehst. Am besten mit einem Work&Travel Visum, da stehen dir verschiedene Tätigkeiten und Länder zur Auswahl, und du bist nicht wieder an eine Familie und einen Ort gebunden wir z.B. als AuPair. So siehst du viel von der Welt, lernst neue Menschen kennen und sammelst ganz viele neue Erfahrungen und Eindrücke. Es wird dir auch Zeit zum Durchatmen und Abstand zu allem geben. Vielleicht siehst du dann aus der Distanz zu deinem normalen Leben, was du jetzt verzweifelt suchst. Du gewinnst dann auch Abstand zu deiner Familie und von dem, was sie denken was richtig ist.
Gönn dir einfach die Pause und nimm dir die Zeit nach dem Studium.
Zwei verschiedene Leben wollen wir wahrscheinlich alle haben. Ich würde sagen, für Familie etc ist auch noch ab 30+ Zeit, aber das sieht natürlich wieder jeder anders (und planbar ist es letztendlich sowieso nicht zu 100%).
Und wie Nordelfchen schon gesagt hat, solange der Richtige noch nicht aufgetaucht ist, lohnt sich das Kopfweh darüber nicht. Sobald er da ist, wird sich der Rest von alleine zusammenfügen. Und selbst dann könnt ihr zusammen und später mit Kindern durch die Welt reisen. Auch wenn viele glauben, das ginge nicht, aber das stimmt nicht. Freunde von mir sind das beste Beispiel, sie fahren per Wohnmobil ein halbes Jahr quer durch die Welt, im Gepäck die 2-Jährige Tochter, und ich kann dir sagen, das ist alles kein Problem oder Hindernis! Im Gegenteil.
Also nicht verzweifeln, sondern deinem Herzen folgen. Du bist erst 23. Du musst dir diese Gedanken absolut nicht machen. Auch wenn es sich im Moment anders anfühlt. Aber dir steht wirklich die Welt offen :)

LG
anki

Anonymous said...

Liebe Stef,
Prokrastinieren!
Ich gebe ehrlich zu, das Wort musste ich nachschlagen.
Und ich gebe ehrlich zu, ich könnte es mir auf die Stirn tätowieren. Den im Aufschieben werde ich immer mehr zum Meister.
Dein Post ging mir sehr nah und ich denke schon den ganzen Tag darüber nach. Aus dem einen Grund: ich fühle in jeder einzelnen, von dir geschrieben Zeile angesprochen.
Mit dem Unterschied: ich bin 31!
Und auch kein Stück klüger oder weiser, als sonst wer!
Ich beende auch gerade mein Studium, dass ich aufgrund meines Lebenslaufes erst sehr spät angefangen habe. Und nun schreibe ich gerade an meiner Bachelorarbeit und weiss nicht,was die Zukunft mir bringt. Will ich es überhaupt wissen?
Ob ich meinen Master mache,ob ich arbeiten möchte oder einen Job bekomme.Mich beschäftigen derzeit unendlich viele Fragen.
Und dann lese ich die ganzen Blogs und sehe diese wunderschönen Fotos und denke:
Wie machen diese Frauen das alles? Wann haben sie Zeit dafür scheinbar ewig Cupcakes zu backen, Fotos zu machen, zu bloggen…in der Familie läuft alles super…wann arbeiten die denn? Arbeiten sie überhaupt? Warum können diese Frauen scheinbar das Leben in vollen Zügen genießen, sind irgendwo angekommen in ihrem Leben,sprühen vor Glück und Kreativität…und alles läuft super.
Und ich?
Ich prokrastiniere…schaffe im Moment nicht einmal die einfachsten und simpelsten Aufgaben, weil ich einfach nicht weiss,was das alles für einen Sinn haben soll.
Reisen!
Ja,reisen würde ich unendlich gerne…im liebsten sofort,pausenlos. Die Welt entdecken und erkunden. Menschen und Orte kennenlernen, die man nie wieder vergisst. Erfahrungen machen, die einen fürs Leben prägen. Alles sehen,alles fotografieren, alles erleben.
Und dann erschleicht mich gleich der Gedanke:
Wie willst du das finanzieren? Wie willst du am liebsten die Welt bereisen und erforschen, wenn du das nicht bezahlen kannst? Und wie willst du allein auf Tour gehen, wenn es Gegenden gibt,wo es schon zu zweit gefährlich wäre, ganz zu schweigen allein?
Und dann wird mir bewusst,dass das Träume sind, die ich eventuell nie erfüllen werden kann. Selbst wenn ich mal arbeite und Geld verdiene…soviel Urlaub hat man nun mal nicht, dass man alles schafft…dafür müsste das Leben einfach viel länger sein.
Du weisst immerhin,wo dein Weg dich beruflich hinführt. Du weisst in dieser Hinsicht zumindest,dass die dein Beruf Spaß machen wird,du hast dieses Ziel vor Augen.
Ich habe das nicht!
Ich weiss nicht,ob mein Studium mich überhaupt weiterbringt…wohin es mich überhaupt bringen wird. Ich habe das Gefühl, alles zu können….aber von allem immer nur ein bisschen. Neid kommtin mir auf, wenn ich Menschen erlebe, die sich für eine Sache völlig ins Zeug legen können, alles investieren und immer nur besser und besser werden. So etwas hat mir schon immer gefehlt!
Beziehung!
Letztes Jahr habe ich viel Mist gebaut, belogen und betrogen, viel aufgegeben und aufgeben müssen,um nun diese Beziehung zu führen, die ich momentan führe. Und manchmal frage ich mich: war es das alles wert? Meist beschleicht mich das Gefühl, dass ich allein besser dran wäre. Und dann überkommt mich die Gewissheit, dass ich alleine noch weniger klar kommen würde.
Wie man es macht, man macht es falsch!
Wie du siehst…allein bist du mit deinen Gedanken auf keinen Fall. Jeder von uns geht seinen Weg und kommt an Kreuzungen, von denen er nicht weiss, wohin sie führen und ob man sie gehen soll.
Alles was ich weiss: es lohnt sich zu leben…verdammt noch mal, das ist ein schönes Leben!
Irgendwie und irgendwann werden wir alle unseren Weg finden…auch wenn wir dafür Umwege gehen müssen.
Die liebsten Grüße
Sanne K.

Michaela said...

Ich bin nun 24 und habe genau dieselbe Gedanken und "Ängste" wie du. Für mich ist das Problem wahrscheinlich, dass ich früher immer davon ausgegangen bin, bis 30 alles erreicht zu haben, was ich wollte. Haus, Familie, Kind.
Doch wenn man erst mal auf eigenen Beinen steht, für sein Einkommen und drumherum verantwortlich ist, realisiert man erst mal, wie das alles nicht selbstverständlich ist. Für mich ist die Vorstellung inzwischen utopisch, mir irgendwann mal ein Haus leisten zu können geschweige denn in den nächsten Jahren ein Kind groß zu ziehen. Und ich frage mich auch oft wie Menschen, die das alles bereits haben, erreicht haben.

Aber so ist das wohl mal, wenn man älter wird. Die schönste Zeit im Leben ist wahrscheinlich die als Kind und Teenager, wenn die einzigen Probleme Schule und Hausaufgaben sind und wann denn endlich die Sommerferien beginnen ;-)

Bomb-in-a-birdcage said...

Mein Kommentar ist leider kein Kommentar was du machen könntest, was dir helfen könnte sich zu entscheiden was richtig oder falsch ist.
Mein Kommentar ist mit meinen 17 Jahren der, das du mir Angst gemacht hast.
Nicht im negativen Sinne, aber dein Post hat mir genau das aufgezeigt, was ich die ganze Zeit falsch gemacht habe.
Genau dieses Gefühl, dass sich das Leben gut anfühlt, dass man jeden einzelnen Moment auskosten sollte, ihn auszuschöpfen bis zum Ende, genau dieses Gefühl kenne ich nicht. Und es tut unheimlich weh, zu merken wie glücklich alle mit sich sind. Zufrieden mit der Welt in der sie leben.
Versteh mich nicht falsch, ich kann deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen und es ist gar kein Vorwurf. Es ist ein Dankeschön, dass mir nun endlich die Augen geöffnet wurden. Das ich in meiner Welt verrrote, in der Welt indem ich es jedem Recht machen will - außer mir. Von jedem die Bestätigung haben will, dass es gut ist was ich mache - außer von mir. Ich lebe doch nicht für die anderen. Ich lebe doch nicht für ein Superabi. Ich sollte für mich leben. Auch wenn meine Perspektiven einfach viel trostloser sind als deine, weil es dir in der Hinsicht wahrscheinlich "besser" geht - Familie, Geld. Aber verdammt, man hat doch nur ein Leben, ich sollte es noch genießen, solange ich noch so jung bin und das Erwachsenenalter noch so weit weg ist.
Danke.

Ich kann dir nur sagen, du musst das tun was dich glücklich macht und auf dein Herz hören. Genau hinzuhorchen was deine wirklichen Wünsche sind und diese in die Tat umzusetzten - solange du noch kannst!

Frau Hibbel said...

Lass Dir mal von einer alten weisen Frau *hüstel* gesagt sein: Du machst das alles ganz prima (so aus der Ferne betrachtet). Vielleicht ist es heutzutage die Flut an Möglichkeiten die uns manchmal verwirrt und die Angst mit sich bringt nicht alles vom Leben auszukosten. Ich kenne das Gefühl sich zwei Leben zu wünschen. Aber leider muss man sich irgendwann entscheiden, denn alles geht nun mal nicht. Aber Du bist noch sooo jung und ich finde Du musst Dich echt nicht unter Druck setzen, nur weil die Anderen vielleicht mit Mitte 20 schon heiraten und Kinder kriegen. Ich bin noch superviel und lange gereist, als Andere schon anfingen sich Eigentum zu kaufen. Und ich habe erst mit Mitte 30 zwei wundervolle Kinder bekommen. Und jetzt bin ich 40 und mir spuken immer noch die gleichen Dinge im Kopf herum wie Dir. Also, keep cool baby. Alles wird gut. Und bis dahin genieß das Leben! :) Liebe Grüße, Frau Hibbel

Mimis Welt said...

Hallo Stef,
wow, dein Gedanken! Ich kann bei so vielem mitgehen.
Ich glaube auch, dass es vielen in unserem Alter ähnlich geht. All das, was du beschreibst, auf der einen Seite das "locker-leichte" Leben und auf der anderen das "gefestigte", so wie es die Gesellschaft vielleicht auch "vorschreibt". Man weiß oft nicht, was ist richtig oder falsch. Aber ich glaube auch, wenn man ein großes Stück weit auf sein Gefühl hört, kann gar nicht's schiefgehen.
Klar macht man sich Gedanken, was wäre, wenn ich hier eine andere Abzweigung genommen hätte, aber man wird es sowieso nicht herausfinden. Und bestimmt ist nicht alles "richtig", was und wie man es macht... Aber gerade das macht das Leben aus, wie ich finde!
Lg, Miriam

Christina said...

Hallo liebe Stef,

ich wollte dir nur sagen, dass du ganz sicherlich nicht die einzige bist, die gerade in der "Quartely Life Crisis" steckt. ;-)

Ich bin 25, beende in 2 Monaten mein Bachelor-Studium arbeite bereits seit 5 Jahren (ich studiere berufsbegleitend) und frage mich die ganze Zeit: Und jetzt?
Mein Privatleben habe ich zum Glück schon "unter Dach und Fach", wenn ich es mal so sachlich sagen darf. Bin seit fast zwei Jahren verheiratet, weil ich es einfach passt aber was mache ich mit dem Rest meines Lebens?
Würde am liebsten auf Weltreise gehen (und stopfe stattdessen alles in meine 5 Wochen Urlaub was nur geht) aber gleichzeit überlege ich ein Grundstück zu kaufen. Wie soll den das zusammen passen?! ;-)
Puhhh... ist das schwierig.

Liebe Grüße
Christina

Anonymous said...

liebe stef,

ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, und wahrscheinlich wurde alles schon gesagt, von dir oder den vorkommentatoren... aber dennoch...

erst mal, ein sehr berührender und ehrlicher text! mir, auch wenn ich schon 27 bin, geht es ähnlich ( werde auch in nächster bälde mein studium beenden, und lernen sollte ich gerade sowieso^^) und ich denke vielen mitte zwanzig geht es ebenso. man muss viele entscheidungen treffen und hat die qual der wahl, gleichzeitig werden irgendwelche erwartungen der gesellschaft an einen heran getragen, die es einem noch schwieriger machen, zu wissen was man will. aber muss man das überhaupt? wäre ganz gut^^, denke ich, aber ein bisschen macht das leben auch seine überraschungen aus. sicher, es werden kurven und täler kommen, aber wie sie oft herausstellt, ist man ein besserer autfahrer als man zuerst denkt^^ und einen wesentlichen anteil daran, wohin die reise geht, hat man wirklich selbst in der hand. und das ist auch eine ganz schöne verantwortung, so kommt es mir zumindest vor. und wenn sich andere scheinbar leicht tun mit dieser verantwortung dann liegt das oft daran, dass sie sich nicht damit auseinandersetzen und einfach die wertmaßstäbe anderer übernehmen oder sich einfach "treiben lassen", was auf dauer für ehrgeizige, erlebnishungrige menschen wahrscheinlich ein graus ist. (ich wünschte, ich hätte mir diese fragen in der vergangenheit häufiger gestellt, anstatt ihnen auszuweichen. auch wenn der prozess bisweilen schmerzhaft ist...)

Und es überrascht mich zugegebenermaßen, dass du schreibst, dass du befürchtest, das leben nicht voll auszukosten/ zu nutzen. dieses gefühl kann ich sehr gut nachvollziehen, hatte aber beim lesen deines blogs immer das gefühl, dass du gerade das super umsetzt. ein bisschen hat man schon den eindruck, du hast einen 36 h stunden tag, der erfüllt ist von interessanten fotoprojekten, reisen, kreativen werkeleien... und das ist glaube ich auch gerade für's internet typisch. jeder zeigt seine schönsten spannensten augenlicke und dadurch wird der eindruck erweckt, die anderen haben permanent ein tolles, spannendes leben, das so viel interessanter ist als das eigene. gerade pinterest und tumblr lösen bei mir dann oft so eine wehmütige unzufriedenheit aus. dabei wollte man sich doch inspirieren lassen.dort zeigt sich oft mehr die sehnsucht nach "den schönen dingen", als deren ausmaß im realen leben der personen. ich denke, man projiziert da auch viel hinein, wie zufrieden und glücklich diese menschen sind, hängt u.u. von ganz anderen dingen ab. und es gibt bestimmt leute, die mehr erleben als man selbst, aber so what^^ die wird es immer geben. leicht gesagt, aber ich denke da hilft es sich bewusst zu machen, dass man eben nur den besten ausschnitt sieht. und dass man noch jung ist und zeit hat, vieles zu erleben. (wobei es natürlich auch viele blogs gibt, in denen leute über ihre krankheiten, probleme u.ä. bloggen).
und man sich auch nicht unter druck setzen muss, es unbedingt voll ausschöpfen zu müssen, denn druck nimmt selbst den schönsten dingen die freude, und vielleicht schöpft man es dann eigentlich voll aus, wenn man es schon möglichst "auskosten" will, aber eben nicht unbedingt zu 150% ^^?

Hm, heiratende cousins...in meinem umfeld haben in den letzten drei jahren die ersten hochzeiten stattgefunden. bis dahin dachte ich, dass ich gesellschaftliche erwartungen mit einem schulterzucken abtun könnte. ganz so leicht ist es nun doch nicht. aber nur was für andere richtig ist, muss einem selbst nicht entsprechen, (und es gibt ausserdem kein altern, ab dem man nicht mehr heiraten kann, falls man es dann doch möchte.) Leider wird man immer mit anderen verglichen, darauf hat man kaum einfluss, nur man selbst kann sich weniger mit anderen vergleichen (soweit die theorie, in der praxis hapert es bei mir noch gewaltig ;))


fortsetzung folgt...

Anonymous said...

ich kann,auch diese widerprüchlichkeit zwischen sicherheit und freiheit/reisen gut nachempfinden.
könnte mir auch gut vorstellen, dass dich deine cousins insgeheim beneiden, dass du mehr in der welt herumkommst? Ist mal wieder alles eine frage der prioritäten^^, aber bis zu einem gewissen grad kann man auch beides haben.
(ich bin im zweifelsfall immer für beides^^) du könntest zum beispiel erst mal als lehrerin arbeiten, in den ferien viel wegfahren und dann später die stunden reduzieren und vielleicht- ich bin so frei- als reisejounralistin??? arbeiten.oder irgendsowas. ich kenne dich leider nicht perönlich, aber sowas könnte ich mir vorstellen^^.

sich selbst zu finden ist ein langer prozess, der im ideafall niemals aufhört. manchmal muss man ein bisschen mehr suchen, aber bei allem denke ich, dass man die antworten bereits in sich trägt und finden wird... wenn man ehrlich zu sich selbst ist und wenig darauf gibt, wie man auf andere wirkt.

und darauf, dass du zufrieden bist, wer du bist, großteils, kannst du wirklich stolz sein.

"be who you are and do what you like". kommt mir noch in den sinn.

ich wünsche dir alles gute auf deinem weiteren weg.

viele liebe grüße,
lucy

PS: ich glaub, das war auch mein längster kommentar.^^

Anne said...

Hach, ich kann dich gut verstehen. Ich glaub, es ist einfach diese Umbruchphase, die einen so verunsichert. Auf der einen Seite freut man sich so auf all das neue, was kommen wird, aber auf der anderen Seite hat man Angst die alten, Halt gebenden Strukturen einfach einzureißen. So geht es mir jedenfalls gerade :)

jojofroschi said...

Wow, was für ein Post! Du triffst ziemlich genau das, was ich selbst vor einiger Zeit gefült habe und auch jetzt noch immer mal wieder fühle und denke. Ich will so viel haben und so viel erleben und denke, dass ich dafür einfach nicht genug Zeit habe (und natürlich Geld, aber mit einem Teil der Zeit könnte man ja Geld verdienen, aber dann ist noch weniger Zeit da, um das erarbeitete zu nutzen... - äh verständlich??;) ).
Irgendwie hab ich ja schon ein tolles Leben und vielleicht sollte ich mir einfach mal die tollen Sachen deutlicher vor Augen führen.
Vermutlich geht mein Kommentar grade unter den ganzen anderen unter, aber egal ;)

ForJuly said...

Sehr ehrlicher und berührender Text. Ich verstehe deine Situation und kann mich auch darin wiederfinden, besonders aufgrund einiger Parallelen (Lehramtsstudentin, reiselustig, trotzdem "sesshaft"...). Es wurde in den ganzen Kommentaren eigentlich schon alles gesagt, deshalb wünsche ich dir nur schnell alles Gute. Mir hat es geholfen zu erkennen, dass man selbst meistens doch am besten weiß, was gut für einen ist- wenn auch über Umwege. :)

Paula said...

Selbst ich mit meinen 14 Jahren habe schon das Gefühl wenn ich nicht jeden einzelnen Tag bis zur letzten Minute mit meinen Träumen, Wünschen und Vorstellungen von einem perfekten Leben fülle etwas falsch mache und die beste Zeit meines Lebens verschenke. Auch wenn ich bis zu der Situation in der du dich jetzt befindest ja noch ein Weilchen Zeit habe mache ich mir schon viel zu viele Gedanken darüber. Ich glaube man sollte immer spontan sein, sich nicht so viele Gedanken darüber machen was richtig und was falsch sein könnte, denn eigentlich gibt es kein richtig und kein falsch da es Perfektion im Leben ebenfalls nicht geben kann. Einfach ins Leben hineinleben und die Entscheidungen treffen die einem das Herz vorgibt, das wäre das Beste. Denn ich glaube und weiß zu viele Erwartungen können letztendlich sehr enttäuschen, da ich immer zu große und zu geträumte Vorstellungen habe welche dann oft enttäuscht werden. Vielleicht ist der Text etwas zu lächerlich-dramatisch-philosophisch für jemanden der im Prinzip noch ein kleines Mädchen ist, aber naja ;)
Liebe Grüße und danke für den tollen Post! <3

julia said...

liebe stef,

das hast du wieder mal ganz ganz toll geschrieben, so ehrlich! in deinem text erkenne ich mich selbst so gut wieder!

ich bin jetzt fast 25, habe vor kurzem mein diplomstudium abgeschlossen und bin mit meinem freund auf seinen ausdrücklichen wunsch ins ausland umgezogen. nur dort ist es für mich nicht so leicht mit arbeit, ich bin ja dort die "ausländerin" und es gibt im sozialen bereich (ich bin pädagogin) grad nicht so viele jobs, die regierung dort kürzt extrem. mein freund hat all diese probleme nicht, er bekommt monatlich genügend geld, sodass er noch nie arbeiten musste und auch jetzt nicht arbeiten muss, er kann sein hobby, die fotografie ausleben.
mein freund will schon sesshaft werden (er ist nur ein jahr älter als ich) in diesem großen haus am land (ich würd eher sagen in der pampa haha) und kinder kriegen, aber für mich passt das noch nicht, ich frage mich, ob ich nicht was versäume, wenn ich meine unabhängigkeit aufgebe. außerdem wollen wir ja eigentlich weiterhin jedes jahr mehrere wochen lang ein uns noch unbekanntes land mit unserem vw-bus erkunden :)
insgesamt stehe ich grad an der schwelle zu einem komplett neuen lebensabschnitt, ich soll jetzt zu arbeiten beginnen, weiß aber auch noch gar nicht, ob sich die zukunftsvorstellungen und interessen von meinem freund und von mir auf lange sicht noch vereinbaren lassen und ob mir das leben im ausland überhaupt gefällt (ich wohne dort gerade in einem kleinen ort am land in der nähe einer großstadt, eigentlich liebe ich wien und die stadt und meine freunde und familie fehlen mir sehr!).
ich hab das gefühl, dass gerade meine familie sehr viel von mir erwartet und mir dauernd vorhaltungen macht, dass ich noch keinen job habe usw., die stellen sich alles so leicht vor... irgendwie bin ich aber auch von der uni weggegangen und wusste nicht so recht, wies danach weitergeht. man wird einfach in die welt entlassen. aber ich bin auch ein bisschen gehemmt, so wie du, von der angst vor der zukunft. ich weiß einfach gerade gar nicht, wo ich in einem jahr stehen werde, ich befinde mich inzwischen seit über einem jahr in dieser krise und hoffe, dass ich da jetzt dann endlich herausfinde und doch wieder alles gut wird, denn es nagt täglich an mir.
wenn ich in österreich bin und meine freunde sehe (die ich seit sooo vielen jahren kenne), dann bin ich so glücklich, wir schwelgen in erinnerungen und haben soooo viel spaß zusammen und unternehmen verrückte dinge, das leben fühlt sich einfach leicht an. leider interessiert sich mein freund nicht für meine freunde in österreich und er teilt meine leidenschaft zur spontanität und großen, bunten gesellschaft nicht wirklich, was mich auch sehr traurig macht. in meinem neuen zuhause kenne ich leider nach mehreren monaten noch niemanden, es ist dort extrem schwierig, leute kennenzulernen (und das, obwohl ich eine unheimlich kontaktfreudige person bin!).

aber was ich mir grad denke, jetzt wo ich das hier geschrieben habe: ich habe zwar einerseits auch angst davor, etwas falsch zu machen, aber ich mache trotzdem (und unabhängig davon, was meine eltern sagen und was sie mir alles vorwerfen wegen arbeit usw.), was ich im jeweiligen moment für richtig erachte. ich habe das abenteuer ausland gewagt, denn hätte ich mich nicht getraut, dann würde ich mich ganz bestimmt mein ganzes leben lang darüber ärgern und fragen: "was wäre gewesen?" im moment glaube ich, dass es vielleicht nicht passt für mich und ich wieder zurück möchte, aber ich möchte dem ganzen noch eine letzte chance geben und in ein paar monaten eine endgültige entscheidung treffen. und dann werde ich trotzdem immer stolz sein, dass ich es probiert habe, auch wenn es vielleicht dann doch nicht mein lebenswunsch für diese phase war.


die fortsetzung des romans folgt im nächsten kommentar :)

julia said...

ich finde es sehr interessant, dass es dir auch so geht wie mir und sich so viele kommentatoren anschließen! es erschreckt mich aber auch, dass so viele menschen vor allem in meinem alter oder auch jüngere/ältere sich so fühlen und sich von so einem "druck" geplagt fühlen und einfach nicht so recht wissen, wer sie sind, was sie wollen und wie es weitergehen soll. für mich ist es eine große belastung und ich würde das niemandem wünschen!
früher gab es diese festen strukturen, meine mutter sagt mir auch dauernd, was sie in meinem alter nicht schon alles gemacht hatte (haus gebaut, kind bekommen, zweites im anmarsch, sofort nach der matura wo zu arbeiten begonnen usw.), aber ich lebe in einer anderen zeit und ich habe halt jetzt erst meine ausbildung abgeschlossen und war immer fleißig und bemüht, meine lebensvorstellung ist einfach eine andere und das ist auch gut so.
heutzutage gibt es so viele verschiedene ausbildungszweige, so viele möglichkeiten, so ein überangebot, aus dem man wählen und seine zukunft zusammensetzen kann. das überfordert mich persönlich eigentlich ziemlich. es wird grundsätzlich erwartet, dass man (im job) flexibel und anpassungsfähig ist, aber es muss für die person selbst passen und vorstellungen können sich auch schnell wieder ändern, genau das hab ich ja grad bei mir gesehen.

ich wünsche dir alles gute auf deinem weg, den du gehen wirst. aus eigener erfahrung kann ich dir nur folgendes sagen: auch wenn du angst davor hast, etwas falsch zu machen, musst du viele dinge einfach ausprobieren, um zu wissen, ob sichs richtig oder falsch anfühlt. und man wächst an jeder einzelnen erkenntnis und ist definitiv um eine lebenserfahrung reicher. und genau das ist das positive, man denkt an diese zeit zurück und das ist es, was einen prägt. die guten und die schlechten zeiten. und daran erkennt man, dass man nie stehen bleibt, sondern eh immer in bewegung ist, das macht das leben (meiner meinung nach) aus.

alles alles liebe auf deinem ganz eigenen weg, bleib mutig!

julia

Klara said...

ich bin ein mädchen der wenigen worte, na ja sollt ich sein, meist hab ich so viel im kopf das ich romane schreiben müsste ;D toll das du dich an eine "gedanken- roman" heran gewagt hast:) zu den gedanken mach ich mir noch gedanken ob ich das den schreiben soll. am schluss kommt manchmal leider dann ein banaler text dabei heraus.(hab übrigens deinen blog grade erst entdeckt) ich bin 16, mach diesen monat noch meine abschluss und fühl mich jetzt aber schon als hätt ich eine midlife crisis (der gedanke ist mir schon oft gekommen, und da kommst du an mit der quarterlife crisis:). das problem ist nicht nur dass ich so viele sachen machen will. ich würd die dinge gern auch auf verschiedene weisen angehen. ich sehe immer andere leute oder freunde (oder blogs:) und denke mir wie schaffen die das nur. so viel zu bloggen, das noch zu erleben, und von 8 bis 18 uhr zu arbeiten??? ich will auf festivals, will filme drehn, schauspielern, reisen... ICH WILL!
und trotzdem bekomm ichs nicht hin. sind es die falschen leute mit denen ich was mache. bin ich in wahrheit total langweilig. es ist wirklich: zwei seelen wohnen in meiner brust. ich hab das gefühl nicht nur zwei. es gibt tag da redet man sich ein, ach was da weiß man das man selbstbewusst und kreativ ist. doch ich mach mich meist zu sehr abhängig und denke schlecht über meine ideen. so halt ich mich warscheinlich selbst in einer art käfig. ich halt mich im zaum. dann vereinfacht man oft seine projekte, mir wurde schon so oft gesagt es ist zu schwirig es versteht keiner, und am schluss ist man nicht mehr mit herz bei der sachen dabei. meiner jugend, für mich ist die jugend irgendwie vorbei weil ich zu arbeiten anfangen muss aber ist sie das wirklich(?), war nicht so erfüllt. ich hab das gefühl nicht viel erlebt zu haben. kann man das nach holen. schickt es sich mit 30 noch abenteuer zu erleben? kann ich noch andere berufe machen auch wenn ich jetzt etwas total unkreatives mache. ich wollte psychologin, innearchitektin, schauspielerin, maskenbildnerin, lektorin... werden. wo soll das alles hin und wo führt es hin. ich habe einfach das gefühl als müsste ich jetzt schon alles zwanghaft nachholen. kuss, deine klara

(entschuldige für die chaote-schrift, habs jetz extra nicht nochmal durch gelesen:)

Gesehen, Getestet.. Gebloggt. said...

Ja, du hast Recht! Du hast SO Recht! Es gibt diese Quarterlifekrise, und auch ich stecke bis zum Hals darin, und werde doch gerade erst 22.
Aber es ist schön zu wissen, das es trotz der ganzen glanzvollen Selbstdarstellung, die wir betreiben, dem Bild, das wir anderen von uns vermitteln wollen, Zweifel da sind. An allem und jedem.
Und das ich nicht die einzige bin, die die "kollektiven anderen" um ihr Leben irgendwie beneidet...

Isa said...

Was ich noch vergessen habe, zu dem Post passt ganz eindeutig der folgende Song: http://www.youtube.com/watch?v=vL8I-CJPDEI

knutscha, Isa

Anonymous said...

Hi Isa,

leider ist das Video nicht verfügbar. Die Gema und youtube werden wohl keine Freunde mehr :-(

Podfast

Stefanie said...

Liebe Stef, ich muss natürlich hier auch noch meinen Senf dazugeben. Habe deine Worte gerade verschlungen und mich dir so verbunden gefühlt. Ich habe auch Lus Kommentar gelesen und gemerkt, dass sie genau versteht, was du fühlst, und was eben auch ich fühle. Mir gefällt mein Job (den du ja auch bald machen wirst) wirklich gut. Aber es ist genau, wie du scheibst. Da ist irgendwie dieser Schatten... Ich stelle mir während der Arbeit oder am Abend beim Einschlafen häufig die Frage: Wenn du jetzt entscheiden könntest: Arbeit (=Schule) oder den ganzen Tag kreativ zu sein, für den Blog zu arbeiten, Fotos zu schiessen, dich mit gleichgesinnten Menschen auszutauschen, Zeit für Musse zu haben... Ich würde mich jedesmal für Letzteres entscheiden. Denn wenn ich daran denke, dann kribbelts in meinem Bauch. Dieses Kribbeln zeigt mir irgendwie, dass das MEIN Leben wäre. Meine Leidenschaft und meine Erfüllung. Jeden Abend gehe ich ins Bett und bin ein bisschen traurig, dass ich heute wieder nicht für dies, das und jenes Zeit gehabt habe. Ich muss mir Listen schreiben mit allem, was ich gerne machen würde, damit ich es nicht vergesse, weil es so unendlich viel ist. Und ich schaffe immer nur so wenig.. Wir müssen uns unbedingt über dieses Thema unterhalten. Eine ganze Nacht lang! :) Ich freue mich so sehr, euch kennenzulernen!
Bis dahin: Schwelge weiterhin in diesen Gedanken. Meiner Meinung nach macht dich das zu einem tiefgründigen Menschen, denn solche Gedanken haben viele Leute gar nicht erst. Ich kenne jedenfalls genug, die mich nicht verstehen können. Ich glaube, dass du nur schon durch diese Gedanken mehr vom Leben hast als ohne!

Jenny said...

ich kann jede einzelne zeile, die du schreibst, nachvollziehen. manchmal habe ich das gefühl, dass ich der einzige mensch bin, der versteht, was ich habe, was ich mache, was ich bin. dass ich manchmal zerissen bin, weil ich mir so unterschiedliche dinge wünsche. aber offensichtlich gibt es viele, denen es so geht. ich bin mir trotz allem sicher, dass alles, was ich tue und getan habe, einen sinn hat. irgendwann werde ich zurück schauen, auf die zeit, die jetzt ist und mich freuen, dass ich mit mitte zwanzig noch nicht mein ganzes leben durchgeplant, fast schon hinter mir hatte, sondern dass ich träume hatte, ideen, sachen ausprobiert habe und einfach ich selbst war...
die zweifel vergehen, sie kommen auch wieder, aber lass dich davon nicht aufhalten!

Anonymous said...

Wunderschöner Text. Du sprichst mir zu vielen Teilen wirklich aus der Seele, wobei ich die erschreckende 25 schon erreicht habe.

Ich drück dir die Daumen, dass du irgendwann wirklich gänzlich zufrieden auf dein Leben zurückblicken kannst, nicken wirst und sagst "Ja ich habe einfach alles richtig gemacht!"

Natalia said...

Liebe Stef,
alle Posts von dir sind wundervoll, ich freue mich auf jeden einzelnen davon. Sie verzaubern, geben einem die Lebensfreude (wieder), inspirieren. Aber dieser Eintrag hier gefällt mir ganz besonders, weil er einem zeigt, dass man nicht alleine da steht. Mit den Sorgen und Gedanken und dem Gefühl, nicht zu wissen wohin mit sich. Dem Gefühl der Zerrissenheit. Du kannst so das alles so schön in Worte fassen, wofür mir manchmal eigene Wörter fehlen. Danke dafür. Ich hoffe, dass sich die Gedankenkrise bis heute etwas gelegt hat und du zufrieden mit deinem Job und den letzten Uni-Monaten bist. Dein Blog ist wundervoll! :)

Liebste Grüße
Natalia

smartieskleinewelt said...

Hey Stef,
dein Post ist natürlich was älter, aber ich klicke mich grade durch deine Vergangenheit und kann nicht umhin, auch ein paar Sätze zu dem Wirrwarr in deinem Kopf, das hoffentlich nachgelassen hat bis hierher, zu sagen.
Du bist mit solchen Gedanken um Gottes Willen nicht allein!
Insbesondere der Part mit dem Vergleich mit deinen Verwandten hat mich getroffen, denn so ergeht es mir immer mal wieder.
Weißt du, ich hatte ein wahnsinns Abi, mein Jurastudium lief wunderbar, ich war "die Heldin" der Familie und dann plötzlich mein persönlicher psychischer Zusammenbruch. Ich musste das Studium schmeißen, ich fühlte mich dreckig. Aber heutzutage weiß ich, das mir nichts besseres hätte passieren können.
Trotzdem komme ich immer wieder ins Straucheln. Im Sommer habe ich einige Leute aus meinem Abijahrgang wiedergetroffen. Zu hören, welche Ausbildungen und Studien sie schon hinter sich gebracht haben, traf mich hart. Auch, dass mein (jüngerer!) Bruder mittlerweile selbstständiger Fotograf ist, in einer Tanzschule arbeitet und "ganz so nebenher" seine Ausbildung zum Bürokaufmann abliefert... Das sind Brocken, die man erstmal schlucken muss.
Trotzdem weiß ich, wenn ich mich besinne: Was Du machst ist gut so!
Und das solltest Du dir auch merken: Solange Du in den Spiegel schauen und dich stolz anlächeln kannst, ist alles gut. ergleiche dich selbst nicht mit anderen und lasse nicht zu, dass andere das mit dir tun!

Wir sind alle nicht perfekt. Also sei in deiner Unperfektion perfekt ;)

Ohje... so viel geschrieben... Aber ich hoffe, ich habe die richtigen Worte getroffen!

Liebste Grüße,
dani

Elske said...

Liebe Stef,
ich habe deinen Text verschlungen, eingesogen, und mich in jedem einzelnen Wort wieder gefunden.
Ich bin 14. Das ist nicht zu vergleichen mit Mittzwanzigern, oder älteren. Oder vielleicht auch doch.
Wie oft liege ich in der Dunkelheit im Bett, denke über all das nach, was du niedergeschrieben hast. Und fühle mich so allein, obwohl ich weiß, dass so viele mit diesen Gedanken leben. Meist kommen die Tränen, heiß und brennend. Quetschen sich meine Wangen hinab oder bilden Pfützen zwischen Nase und Auge. Die Tränen treiben mich in den Schlaf, und dafür bin ich ihnen dankbar.
Aber die Gedanken kommen wieder, wollen sich nicht ordnen, entwirren lassen. Haben keinen Anfang und schon gar kein Ende.

Es hat auch kein Ende, und wahrscheinlich wird es auch nie ein Ende geben. Aber es tut gut, mit anderen darüber zu reden, die Gedanken teilen, austauschen. Dabei habe ich immer das Gefühl, dass nur Reden mich beschützen kann. Vor meinen Gedanken.

Danke für diesen Text♥

Anonymous said...

Hallo Stef,
du wirst lachen, aber ich sitze gerade mit alter Jogginghose, verwaschenem Shirt und verwuschelten Haaren auf dem Bett und lese diesen Post. Und ich denke: Hey, schreibt sie über mich?! Ich habe bis vor kurzem einen eigenen Blog geschrieben, es hat viel Spaß gemacht, hat mir allerdings extrem viel Zeit geraubt. Und mir ist aufgefallen, dass ich immer wieder andere beneidet habe. Ich finde zwischen bewundern und beneiden ist ein großer Unterschied. Ich bewundere dich, weil du ein großartiges Mädchen bist, mit tollen Ideen & Texten. Bis vor kurzem habe ich solche Menschen auch sehr beneidet. Doch Neid, ist es das, was du willst? Nein. Das denke ich nicht. Und auch die anderen Blogger, die wir bewundern, wollen das nicht.
Jeder von uns hat wunderbare, einzigartige Seiten, die es zu schätzen gilt. Doch ich bin ich, du bist du. Und das ist gut so. Wir profitieren voneinander, werden reicher an Gedanken und Ideen. Wir lernen voneinander. Zaubern uns gegenseitig Lächeln aufs Gesicht. Wir können stolz auf uns sein und Neid muss gar nicht sein. Und wie du sagst, Perfektion muss auch nicht sein. Aber du sollst du bleiben, das wünsche ich mir!
Gruß, Andrea

Birgit said...

Hallo Stef,
dieser Post ist zwar schon eine ganze Weile her, aber ich bin gerade erst darauf gestoßen - Wow. Genau so ging es mir in der Zeit nach dem Abitur. Ich hatte das Gefühl, dass mir alle Türen der Welt offen stehen, doch mit jeder Türe die ich wähle geht der Rest zu. Ich konnte mir zum Glück eine Reise nach Indien finanzieren, habe dort viel gesehen und erlebt und fühle mich jetzt in meinem Studium wohl, ich habe einen groben Plan was ich im Leben will, trotzdem kenne ich diese Gefühle die du beschreibst, die Ängste und Zweifel.
Geholfen hat mir oft dieses Gedicht:
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Vielen Dank dass du uns diese Einblicke in was dich bewegt gibst!

magnolia said...

danke für deinen kommentar, birgit und auch für hesses gedicht, das rufe ich mir auch öfters vor augen und ich habe der thematik auch mal eine "kurzgeschichte" gewidmet.
indien klingt großartig!

Julia said...

Liebe Stef, dieser Beitrag ist ja grandios! Ich bin nun schon Ende 20 (dieses Jahr ist das "schlimme" Jahr des 30-Werdens) und habe immernoch solche Gedanken. Einerseits ist es denke ich auch gut, solche Gedanken zu haben, denn sonst würde man stehenbleiben. Andererseits kann es auch nerven, dass man sich ständig Gedanken macht.

Ich wollte unbedingt vor 30 ein Kind haben, und das habe ich geschafft (blödes Wort dafür, ich hatte halt Glück, dass alles gepasst hat). Ich hatte/habe auch einen Job, der mich gut ernährt hat und was passiert in der Elternzeit? Ich stelle fest, dass ich diesen Job hasse. Nicht nur, dass er keinen Spaß macht, er brennt mich aus und ich will ihn nicht mehr machen. DILEMMA. Mit Kind noch mehr, denn man eben alles hinschmeißen ist nicht möglich, wenn man einen Mund mehr füttern muss.

Was ich nur sagen wollte mit diesen Worten... ich glaube, dieses Nachdenken hört nicht auf. Und: die absolute Sicherheit gibt es nicht. Das absolute Ankommen vielleicht auch nicht, ich weiß es nicht. Du denkst du willst xy und 2 Jahre später ist alles komplett anders. Zuviel planen sollte man glaube ich nicht. Sondern lieber auf sein Herz hören.

Puh.. ich kann nicht alles sagen.. könnte jetz 1 Mio Seiten schreiben.

Aber, sieh es mal so: ich bin fast 30 und du bist mein Vorbild, fast schon eine Ikone, obwohl du jünger bist. Darauf kannst du stolz sein :D

Sina Pfenning said...

Oh Stef, du sprichst mir so aus der Seele mit deinem Post.

Ich bin vor wenigen Wochen 24 geworden, vor 5 Monaten ist meine 4-jährige Beziehung in die Brüche gegangen und ich hab im Nachhinein erfahren, dass er mich auch noch von vorne bis hinten verarscht hat.

Mir gehen oft die Gedanken durch den Kopf, ob ich nicht in den letzten 4 Jahren viel zu wenig gelebt habe. Ich will noch so viel sehen, so viel erleben und ich hab das Gefühl, mir rennt die Zeit davon.
Aber dann gibt es wieder Tage, wo ich glücklich bin mit dem, was ich habe. Ich sitze auf der Couch, meine beiden Katzen neben mir und bin einfach zufrieden.

Ich denke, solche Gefühle und Zweifel sind ganz normal. Wir leben in einer so schnellen Welt voller Möglichkeiten, da kann man ja gar nicht anders als ständig das Gefühl zu haben, man verpasse etwas...

Aber solange wir das Beste daraus machen und das tun, was uns glücklich macht, versuchen unsere Träume und Ziele zu erreichen und uns mit lieben Menschen zu umgeben - solange machen wir alles richtig. <3

Phine said...

Oh wow. Ich bin grad "erst" auf diesen Eintrag gestoßen und musste, je weiter ich in deinem Text kam, immer mehr lächeln! Ja, ich weiß genau was du denkst. Cousin und Cousinen die Kinder kriegen, bei mir ist es die Schwester, die nun bald in ein Haus zieht. Und ich? Manchmal habe ich das Gefühl - Reisen ist das Einzige was ich kann. Und das Einzige was mich ausmacht. Aber Stef, ich finde, wir sollten uns an keiner Norm messen. Die Gesellschaft ist nunmal so wie sie ist und das sollten wir belächeln und weiter das machen, worauf wir bock haben. Ich mach mit 21 Jahren gerade mein Fachabi nach, habe zwar schon eine Ausbildung, aber der Job wäre nichts für mich. Im Sommer gehe ich für ein Jahr wieder "weg" - nach Spanien - Praktikum in einem Hotel. Eigentlich will ich (irgendwann mal!!) Tourismusmanagement studieren. Aber wenn ich dann in ca. 2 Jahren noch kein Bock hab denk ich mir einfach "na und?" und reise weiter, oder mache woanders noch ein Jahrespraktikum. Wen störts? Das Leben kann so schnell vorbei sein und es geht wirklich um das, was man erlebt. Das, was dich ausmacht und vorallem genau das, was dich glücklich macht. So f**k society: do what you love and love what you do! Nichts mehr. Nichts weniger. Es geht wirklich um das Leben, was man in die Jahre steckt. Und ich finde - du steckst mit deinen Reisen ganz schön viel Leben in deine Jahre. Da bin ich oft!! sehrsehr neidisch!

Was ich noch sagen wollte - Zitate makieren kann ich ja verstehen - aber warum reißt du denn Seiten aus Bücher? :o Haha!

Hochachtungsvolle Grüße - denn du hast mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen, und damit auch mich (und deine anderen Leser) pretty much bestätigt, dass wir auch nicht alleine sind mit solchen Gedanken. Danke dafür!

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