Wednesday, January 30, 2013

January13 {according to my instagram pictures}

Der Januar begann für mich ein bisschen wie in einer tumblr-Szene. Kennt ihr das? Ihr scrollt durch das tumblr-Dashboard und findet so schöne Bilder, sodass tumlbrastisch oder so schon ein Adjektiv in meinem Wortschatz geworden ist. Naja. Auf alle Fälle ein Boden aus alten Dielen, ein Bett am Boden ohne Gestell und ein bisschen Sonne durch die Jalousien, die den Boden sprenkelig machten. Klick und Foto wurde in meinem Kopf gemacht. Gute Szene, Kamera irgendwo und Handy fast ohne Akku, also blieb es ein Kopffoto.

Das weitere Monat verlief recht angenehm. Drei meiner Großeltern feierten Geburtstag, mein Bruder wurde auch 20 (ohhhhhh, das ist echt ein komisches Gefühl, wenn der kleine Bruder 'erwachsen' ist?! Was ist man dann selbst.. ah!) - ich sah A. öfters, wir gingen ins Museum, hatten einen tollen Abend im Vapiano (ich liebe sie einfach, dieses Mädchen ist so wundervoll!), dann gingen wir Ski fahren (yaaay), generell wurde es so wirklich Winter (Schneemassen!), ich musste viel für Schule und Uni tun, habe bei der Diplomarbeit noch immer keine Seite geschrieben, weil es so viel anderer Kram zu erledigen ist. Wir buchten unseren ersten Sommerurlaub und planten mit K. an einem schönen Samstagabend in meinem neuen Zimmer, dass ich mithilfe meiner Eltern renoviert habe. Aber hier mal bildlich, was so passierte.

Wir waren endlich Skifahren (bei traumhaften Wetter, yay!)




Schöne Verpackung, Geschmack nicht so toll - Frühling und so.
Zimmerrenovierung, Teil 1 kommt im Februar online

Lieblingsfrühstück - Reisflakes oder Cornflakes mit viel Obst

Wintereinzug!

Outfit von vorvorigem Post nur ohne Mantel - Samstage

P. wird 20! (und scherzte, dass er gerne einen Kuchenzug wie früher hätte - meine Eltern machten es möglich) - und hat wohl die beste Freundin (bekam ein Fotowochenende in Prag verpackt in viel Mist :D!)

Museum mit A. - Ausstellung Fotoautomat, sehr gut gewesen

Matching Murakami und Couscouskohlsprossen - on the road

Lieblingsbücher - gefundene Analogfotos

Erste Eindrücke von Zimmer


Habt einen guten Start in den Februar!


Sunday, January 27, 2013

my {awesome!} christmas presents

Wisst ihr, dass genau solche Kommentare und Mails, die ich nach dem letzen Eintrag bekam, mich immer wieder motivieren, diesen Blog so weiterzuführen, wie er ist? Ich danke euch von ganzem Herzen (und das nicht nur als Floskel gesehen) für eure Worte und auch euer Vertrauen, mir eure Geschichten anzuvertrauen.

So, kommen wir heute zu einem konsumlastigen Eintrag. Es ist schon wieder über ein Monat her, das Weihnachtsfest, aber mittlerweile habe ich alle Geschenke von meinen Liebsten bekommen und ich muss sie vorstellen, weil sie so grandios sind!

Von meinen Eltern bekam ich Urban Ears, da meine Kopfhörer, die ich damals in Paris kaufte, nicht angenehm sind und meinen Ohren schmerzen. Ich konnte mich ewig für keine Farbe entscheiden, nahm dann Indigo (welches aber in echt ein wenig bläulicher aussieht - die mintfarbenen waren leider ausverkauft) und stelle mir das im Sommer hübsch vor mit Jeansshort und Shirts und Sandalen durch Wiesen und Felder zu schlendern (Sommer, wo bist du?!) Ich mag, dass das Kabel mit Stoff überzogen ist und nicht wie ein normales Kabel aussieht. Außerdem sind sie sehr angenehm zu tragen und nichtzuletzt ist die Tonqualität sehr gut!


Dann bekam ich noch die Casio in silber, damit sie zu mehreren Outfits passt. Ich liebe Goldschmuck, aber der passt leider nicht überall dazu. Eigentlich schenkten sie mir noch ein Armkettchen, das mir nicht so gefiel und wir zurückgaben und ich mir stattdessen diese Schuhe aussuchte. (Deichmann)


Desweiteren das Marc Jacobs Daisy Parfum, in dem ich gerne baden würde, mhhh!

Von meinem (wahnsinnigen) Bruder bekam ich einen DVD-Player, da ich immer nur mit unserer alten Playstation2 schaue und er meinte, ich brauche unbedingt einen. So lieb!


Meine allerliebste A. schenkte mir auch so viel, ohne Worte einfach! Da ist mal die Konzertkarte für Two Door Cinema Club. Außerdem (ich finde es so gut, dass wir uns gegenseitig genau so Dinge schenken, die zeigen, wie gut wir uns kennen!) - also, außerdem den Perks of being a wallflower-Soundtrack (!!!!!! ich erwähnt nur mal kurz, wie gerne ich den hätte, hach) 


  ...sowie dieses absolut tolle Bild mit Cat-Whiskers (auch "Insider") mit der tollen Dymomaschine beschriftet.

  
& zum Schluss packte ich ein Buch aus und verstand zuerst gar nichts. Sie sagte, das sei das Beste und ich wusste erstmal gar nicht, was ich mit dem Buch anfangen soll (also nicht so gemeint, dass ich es nicht lesen will, aber es hatte wohl eine spezielle Bedeutung - doch dann blätterte ich es auf und las ....)




Dann war mir alles klar < 3

Von der wunderbaren F. bekam ich auch ein Päckchen mit folgendem Inhalt: zwei absolut tolle Totebags - wie witzig ist das Lord Voldemort?! Kannte ich vorher nicht :') und die andere ließ sie selbst bedrucken :)



- dann noch Augenbrauenpuder (da ich das in London immer ausborgte) und leckeren Lipscrub, der nach Aftereight schmeckt (einmal aufessen bitte!) sowie Fotos von uns. (Ach, ich vermisse sie so!!)



Ansonsten habe ich mit den meisten gut befreundeten Menschen ausgemacht, dass wir uns nichts schenken außer Zeit, so war ich Ende Dezember oft gemeinsam mit wem essen, im Kino oder habe stundenlang geskypt (insofern uns nämlich mehrere hunderte Kilometer trennen.)

Friday, January 25, 2013

what i wore {Winteredition} // let's talk about "beauty"

Jänner! Es ist noch immer Winter (und so kalt hier)! So trostlos dieses Monat. Ich habe einige Zukunftsentscheidungen getroffen, darüber ein anderes Mal mehr, wenn ich weitere Infos habe. So Trostlosigkeit und farbloses Dasein.
Senfgelb hingegen ist meine Farbe, ich habe sie dazu auserkoren und ich mag sie so unheimlich gerne, also musste ich den Schal ebenso kaufen, auch wenn der Mantel schon teuer genug war. Normalerweise gebe ich nicht so viel Geld für einzelne Kleidungsstücke aus, aber ich habe noch nie einen richtig schicken Mantel besessen und nach langer Suche fand ich dieses zeitlose Prachtstück.



Diese großartige Tasche habe ich von Fabienne zu Weihnachten bekommen. Als ich sie auspackte, sah ich nur das LV Zeichen und dachte mir kurz  - Ohnein, bittenichtdiese"LVismyotherbag"-Tasche ^^' - aber sie kennt mich und meinen Geschmack, sodass ich sie einfach nur toll finde. Ich mag auch, dass sie relativ lange Henkel hat.





Das Senfgelb trage ich innen als Cardigan und es kommt auch ein wenig im Gürtel vor, der eigentlich zum passenden Kleid gehört, ich ihn aber gerne für solche schlichten Outfits verwende.


Mantel: Esprit (Dezember 2012)
Lederhandschuhe: C&A (2011)
Schal: Esprit (Dez. 2012)
Rock: H&M (Anfang 2012)
Gürtel: Teil eines Kleids von H&M (2010 oder 11)
Schwarzes Shirt: Promod (2012)
Gelber Cardigan: C&A (2012)
Schuhe: Deichmann (2012 - ich liebe die Schuhe von Deichmann, die einzigen, die mir wirklich meist passen!)
Totebag: Weihnachtsgeschenk
Stirnband: Luloveshandmade (2012)
Kette: Princess Mari (2012)

 

& jetzt werfen wir noch schnell einen Schneeball ins Nichts. Das Stirnband hat mir übrigens Lu damals in Berlin geschenkt. < 3
Was habe ich nur für tolle Freunde!! Und sie hat mich auch für dieses Outfit inspiriert, da sie so ein ähnliches auf instagram gepostet hat und ich den Rock nie trage (weil so durchsichtig), aber mit schwarz darunter geht es recht gut, danke dafür!



Um ein wenig Farbe in die triste Landschaft zu bekommen, zeige ich euch heute auch noch kurz ein Outfit, das mir sehr viele Ohhhs und Ahhhs eingebracht hat - auf den Pulli steht nämlich jeder. Oder man will es nur nicht zugeben, dass man ihn nicht gut findet, wenn ihn alle gut finden.
Auf alle Fälle mochte ich in dieser Saison "christmas related clothes" sehr gerne, hatte zwei tolle Pullover und fünf Paar Weihnachtssocken in meinem Sortiment.


Das kontrastierende Blau und Rot ist einfach zu gut, nicht?
Das einzige blöde ist, dass der Pulli für mich dreiviertellange Ärmel hat. Ich wette, dass sie lang gehören, aber mit 1.77 ist man einfach viel größer als der Durchschnitt (zumindest meinen Erfahrungen nach). Aber er sieht auch so nicht schlecht aus. Von der Gesamtlänge ist er total in Ordnung, siehe hier auf diesem Instagram-Bild.

Bezugsquellen:
Pullover: sheinside
Rock: H&M (2009)
Schuhe: New Yorker (2011)
Strumpfhose: Bipa


So und jetzt noch ein paar Worte, die mich in letzter Zeit (darum mag ich auch Januar und Februar so wenig, weil genau dieses Trostlose an alldem Schuld hat) häufig beschäftigen. Manchmal müssen die einfach raus. Ich ertappe mich immer öfters dabei, wie ich relativ häufig auf tollen instagram-Seiten oder Blogs herumsurfe und mir die Kinnlade runterkippt ob der schönen Mädchen und Frauen, die es da draußen gibt. Gleichzeitig sitze ich mit löchriger Jogginghose, da ich dauernd an meinem alten Schreibtisch hängen geblieben bin, übergroßem Pulli (in dem ich definitiv nicht durchgestylt aussehe), Brille und hochgebundenen Haaren (die definitiv kein perfekter "Bun" sind) in meinem Bett und neide so vor mich hin.

Wisst ihr, es mag vielleicht eigenartig klingen, ja. Aber wie soll ich es erzählen, ich schreibe einfach vor mich hin, verzeihet was raus kommt. Ich war schon immer eine der Größten / die Größte (mit 1.77) in meinem Freundeskreis. Viele meiner Freundinnen sind gerade mal 1.60 - ich litt lange an dieser Größe und wollte auch nie höhere Schuhe anziehen. Mittlerweile mache ich das, wie ihr oben seht. Und wisst ihr was? Ich fühle mich dabei gleichzeitig gut und andererseits auch so als wäre ich 2 Meter groß (meist sind es auch 1.85 damit) und würde die durchschnittliche Größe von (meiner Ansicht nach) 1.65m etwa meilenweit überragen. Noch dazu kommt, dass ich bei weitem keine Modelfigur habe. 
So, jetzt wird es schwierig, denn ich könnte jetzt tausend Diskussionstrittbretter loslösen (was ich nicht möchte!!), aber was ich sagen will ist: Es ist okay, dass ich es nicht habe und ich finde es mehr als in Ordnung, trotzdem normale Outfitbilder zu machen. Das ist das Schöne am bloggen, da ich mir die eigene Freiheit nehmen kann und es eben mache und sogar Publikum dafür haben euch. Früher sah man hauptsächlich perfektre retouschierte Körper überall, aber das Leben und diese Schiene ist durch das Bloggen finde ich ein wenig "echter" geworden. Man kann sich "echte" Menschen als Vorbilder nehmen und ihren stilistischen Werdegang verfolgen.
Bis jetzt habe ich so gutes und liebes Feedback zu diesen Posts bekommen, dass ich es gerne weiter mache, es macht mir auch Spaß. Aber beim Bearbeiten und Zurechtschneiden und Zusammenfügen dieser Bilder musste ich mein Gesicht so oft ansehen, dass ich wieder einmal mit mir selbst haderte. 
Sehe ich so wirklich aus? Bin das ich? Ist das der Mensch, der mir im Spiegel gegenüber sitzt und mich ansieht? Ich habe so viele Punkte, die ich nicht mag an mir. Ich habe besonders meinen Zähnen gegenüber ein großes Problem, mir wurde vor einigen Jahren ein Schneidezahn beim Skifahren ausgeschlagen, danach bekam ich mit 20 etwa eine Krone, die viel zu lange geworden ist und farblich auch nicht so gut passt - damals konnte ich nichts machen, die Zahnärztin meinte, das sähe so okay aus. Aber sieht es nicht. Und dann brauchte ich am zweiten Schneidezahn auch eine Wurzelbehandlung, wohl Spätfolgen vom Unfall und der verfärbt sich jetzt. Zähne zu richten kostet ein Heidengeld, das ich nicht habe - aber es belastet mich sehr und ich hoffe, dass sich dieses Jahr mit der Versicherung nochmals was machen lässt, da ich keine Schuld an dem Unfall getragen habe, jetzt aber an den Folgen leiden muss.
Es gibt so viele Tage und Stunden, die ich damit verbringe, mir einzureden, wie hässlich ich nicht bin. (Überspitzt ausgedrückt). Dann denke ich mir, okay, ich sehe eben "normal" aus. Nichts Besonderes, nicht wunderschön (oh diese Elfengesichter mancher Frauen sind schon schwer zu ertragen). Das zieht sich jetzt bestimmt schon zehn Jahre lang so hin, dass ich einfach nicht zu Hundertprozent mit mir zufrieden sein kann. Es gibt natürlich Tage und Momente, wo ich mich ansehe und mir denke - Wow, das sieht heute toll aus oder es passt sehr gut, wie es ist. Dann kommen mir Gedanken wie "Hätte auch schlimmer kommen können" und dafür, also für diese Gedanken, finde ich mich selbst ein wenig abscheulich. 
Ich möchte nicht, dass man sich an dem festlegt. Man ist wohl wie man ist. Man kann was aus sich machen (damit meine ich ein gepflegtes Erscheinen) und im besten Falle entwickelt man seinen eigenen Stil (ich glaube, das habe ich mittlerweile gut im Griff.)
Es ist nur manchmal so schwierig an das zu glauben, dass sowas nicht zu sehr zählt (weil es das einfach tut). Mein Selbstbewusstsein war jahrelang so niedrig, dass ich niemals ungeschminkt vor die Tür ging oder oft einfach Zuhause blieb abends, schon komplett angezogen, weil ich mich einfach niemanden zumuten wollte (Hallo 18-jährige Stef). Die Zeiten sind jetzt vorbei. Auch wenn mich dieser "Dämon" noch zu oft einzuholen versucht, ich kämpfe damit an. Wie sich das alles entwickelte sind lange Geschichten, die heute nicht mehr wichtig sind.

Ich bin froh, dass es sich in eine gute Richtung entwickelt, wobei es noch immer meiner Meinung nach zu oft vorkommt, dass ich zu sehr an mir zweifle und mich absolut nicht ansehen kann oder möchte. Angst habe, dass das der Grund ist, warum ich  alleine bin (ja. Hallo Seelenstriptease), mir manchmal denke, warum ich solche Posts (whatiwore) mache und mich so oft zeige, immer im Hinterkopf - die Leute denken, dass du sehr eingebildet sein musst. Ach, was auch immer. Ich weiß auch nicht wo ich mit diesem Eintrag hinwill, ich möchte es nur mal gesagt haben, was ich darüber so denke. Dass ich nicht jeden Morgen vor dem Spiegel stehe und mich umwerfend finde und sofort daran denke, das jedem unter die Nase zu reiben. Ich wollte nur, dass ihr ein richtiges Bild von mir habt. Ich mag mich manchmal echt so wie ich bin, ich lerne das, ich übe an mir, ich versuche es zu akzeptieren und alles, aber oft ist es so schwierig. Aus vielen Gründen. 
Ich würde nämlich zu gerne wissen, was all' die Mädchen da draußen von sich denken, die ihre Blogs und Seiten mit wunderschönen Fotos von sich füllen. Aber ein kleiner Gedanke sagt mir, dass viele davon eventuell genauso mit sich hadern. Leider.

Als Abschluss kann ich sagen, dass ich an mir arbeiten will, weiterhin "become the most positive and enthuasiastic person you know" - ein großes Ziel für dieses Jahr und die Zukunft. Auch wenn mir Traurigkeit und Melancholie die Gabe manchmal geben gute Texte zu verfassen, die viel besser sind als wenn ich rundum zufrieden bin, werde ich liebend gerne in manchen Momenten auf diese Muse verzichten, denn sie lockt nur gefährlich in die falsche Richtung.

& das fand ich noch und finde ich sehr passend als Abschluss. 
i say i am not pretty. not because i'm looking for attention or compliments, but because that's truly how i feel. i don't believe that i am pretty because i see everything xou don't. i see how my body looks when i'm standing naked in front of the mirror, i see the face under the makeup. i see every little flaw about myself, even if you can't. i say i am not pretty (sometimes) because i'd be lying if i said i was.

Tuesday, January 22, 2013

let's talk about books {The perks of being a wallflower - Stephen Chbosky}

Das letzte let's talk about books ist gefühlte Ewigkeiten her - es war The fault in our stars und das ist auch eines der letzten Bücher, die ich so "für mich" gelesen habe. The perks of being a wallflower las ich 2008 schon auf Deutsch, nach TFIOS aber nochmals auf Englisch und seitdem noch einmal. Es ist eines der großartigsten Bücher, die ich jemals in den Händen hielt und dieses let's talk about books ist mir darum auch besonders wichtig.


Insgesamt hat es mittlerweile drei Titel.. der Originaltitel ist noch immer "The perks of being a wallflower", geschrieben von Stephen Chbosky. Dann hieß es eigentlich lange "Vielleicht lieber morgen", mittlerweile gibt es die deutsche Version "Das ist also mein Leben". Ich habe es wie gesagt vorher auf Deutsch gelesen, würde aber jedem die englische Version ans Herz legen. Ich finde nur dadurch wird es einem ermöglicht, dass die Worte von Charlie, welcher die Hauptfigur ist, "wahr"und "richtig" klingen.


Das Buch ist eigentlich schon 1999 erschienen, ewig her, wenn man das so bedenkt. Der Inhalt wird folgendermaßen beschrieben:
Anlässlich des Beginns seines ersten Schuljahres an der High School im Jahr 1991 erzählt der Protagonist Charlie in Briefen an eine ihm unbekannte Person von verschiedenen Situationen seines Lebens. Zu Beginn des Romans ist Charlie ein introvertierter und psychisch labiler Teenager, dessen einziger und bester Freund Selbstmord begangen hat. Auch seine ihm sehr nahe stehende Tante Helen ist verstorben.
Im Verlauf des Romans lernt Charlie die etwas älteren Stiefgeschwister Sam und Patrick kennen. Charlie verliebt sich in die „außerordentlich schöne“ Sam. Auch mit  Patrick freundet er sich an. Durch die beiden gewinnt Charlie einen neuen Freundeskreis, macht erste Liebes- und Drogenerfahrungen und findet Spaß an seinem Leben.

Das sage ich: Das ist die furchtbarste Inhaltsangabe, die ich seit langem gelesen habe und ist keinesfalls nur irgendwie dieses Buchs würdig. Da muss ich leider nur den Kopf schütteln, denn ich vermute, dass man das Buch nicht einfach so inhaltsmäßig wiedergeben kann.


Ja, der Protagonist ist Charlie. Dass er fünfzehn ist stimmt auch, dass er labil und introvertiert ist, ebenfalls. Aber da steckt noch so viel mehr dahinter. Charlie spricht nicht eine unbekannte Person an. Er schaut einem mitten ins Herz, wenn er an dich, den Leser, schreibt. Er sieht, was du denkst, er fühlt mit dir und du mit ihm. Meine Augen rasten nur so über die Seiten, meine Hand machte so oft Striche und Bemerkungen in das Buch, denn es wurde zu einem großen Lebensinhalt für mich. Ich blättere es so oft auf, lese was ich dazu geschrieben habe, es ist wie ein Tagebuch, dass ich neben den Briefen von Charlie, geführt habe. Vieles findet sich auf Post-its vor, die ich dann herausgenommen habe. Bisher habe ich das Buch noch nie verborgt und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich möchte, dass genau dieses - mein - Exemplar irgendjemand mal zu Gesicht bekommt.


Charlie schreibt die Briefe mit der Anrede "Dear friend" - man fühlt sich sofort angesprochen und ich glaube auch, dass Chbosky das eventuell wollte. Der Inhalt ist sozusagen eine Tagebuchführung, die Charlie angeht. Er erzählt von seiner neuen Schule, da er jetzt "Freshman" ist - die Schwierigkeiten nur irgendwie "normale" Freunde zu finden, die erste Liebe und all' die dunklen Gedanken, die in seinem Kopf vorgehen. Zwischen Freundschaften, Büchern, Alkhol, Familiengeschichten und Drogen gehen wir mit Charlie einen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung mit. Charlie wirkt für seine fünfzehn Jahre so schlau (als hätte er schon ein ganzes Leben lang zuvor gelebt und gefühlt, so viel Gedanken und Emotion stecken in ihm) und interessant, man möchte mit ihm am liebsten stundenlang über all' die literarischen Klassiker reden und gleichzeitig ein paar Bier trinken. Es kommen so viele gute sprachliche Ausdrücke vor sowie die besten Zitate, die ich teilweise jemals gelesen habe.


Chbosky hat mit diesem Roman wahre Wunder bewirkt, er konnte in mich hineinsehen, obwohl er mich weder kannte noch irgendwie von meiner Existenz wusste. Er erschuf durch Charlie einen Charakter, den man mögen musste, weil er einem selbst so ähnelte und doch gleichzeitig so fern war. Irgendetwas ist mit Charlie nicht richtig. Das liegt klar auf der Hand. Es sind nicht nur die jugendlichen Schwierigkeiten sich im Leben etablieren und einordnen zu müssen, Charlie ist verletzlich und gleichzeitig in seiner Person so geschwächt, dass es einem weh tut, ihn dabei zusehen zu müssen. Andererseits "kenne" ich keine andere Person, die parallel auch so viel Stärke beweist, Stärke in einer Art von Authentizität, die man nur von den wenigsten Menschen gewohnt ist.


Ich musste in diesem Buch alle Charaktere ins Herz schließen - das Trio um Sam, Patrick und Charlie hätte besser nicht gezeichnet werden können. Auf den (leider nur) 240 Seiten passiert so viel um Charlies Leben, dass man sich nicht ausmalen mag, was zuvor passierte oder danach passieren wird. Es werden heftige Themen aufgegriffen wie Abtreibung oder Suizid.  (Was auch mein einziger Kritikpunkt ist, dass so viele psychische Belastungen alle auf Charlie einwirken, ich finde, da hat Chbosky etwas zu übertrieben und die Hälfte davon hätte theoretisch schon genügt.) Es lastet ein Druck auf Charlie, von dem er sich irgendwie entlasten möchte - Alkhol und Drogen sind eben ein Teil davon - man darf sich aber irgendwie nicht vorstellen, dass er jetzt wie ein Süchtiger durch das Schulleben wandelt. Er macht es auf seine ganz eigene Art und Weise und freundet sich auch mit einem Lehrer an, der ein zentraler Punkt der Geschichte, beziehungsweise seiner Entwicklung wird. (Das ist ein wenig ein Vorbild für mich - so möchte ich auch für meine SchülerInnen sein!). 


Im November voriges Jahr sah ich mir auch den Film an. Als ich erfuhr, dass es verfilmt wird, wurde mir flau im Magen. Naokos Lächeln mied ich und sah ich bis heute nicht. The perks MUSSTE ich sehen und da mich der Trailer schon in den Bann zog (hallo, achso genialer Soundtrack), da gab ich mir den Ruck und sah ihn (auf Englisch!!) an. Die Besetzung war einfach grandios! Logan Lerman als Charlie - ich musste ihn einfach anhimmeln. Seine Blicke, Gestik und Mimik, so gut umgesetzt - die Szenen, in denen er sich nicht mehr kontrollieren konnte - ich dachte ich muss mich übergeben - mein Magen krampfte und mein Hals schnürte sich zu, Tränen standen mir in den Augen - so gut wurde das gespielt. Auch Emma Watson spielte Sam sehr gut, obwohl ich da anfangs meine Zweifel hatte, wie passend sie dafür ist. Auch Patrick wurde unheimlich großartig besetzt, Ezra Miller kannte ich zuvor noch nicht - er spielte ihn aber perfekt, besser hätte es nicht sein können. Der Soundtrack ist wie gesagt sosososo gut und bei den Weihnachtsgeschenken zeige ich noch, dass ich ihn nun besitze (hallo Tunnelsong, hallo David Bowie!! Gut, dass wir auch so einige Tunnel hier haben!!). Insgesamt war ich sehr positiv über den Film überrascht. Er hatte wunderschöne Bilder und Augenblicke - Chbosky arbeitete selbst stark mit, sodass oft passagenweise Erzählungen aus dem Buch übernommen worden sind. Insgesamt fehlte dem Film jedoch noch immer etwas die Tiefe und ich bin mir unsicher, ob man - wenn man das Buch eben nie las - alles verstehen würde. (Also, vorher Buch lesen - auch wenn der Film eine Spur anders ist, ist er keineswegs enttäuschend gewesen - das verdanke ich wohl den SchauspielerInnen.) - Er kommt übrigens am 22.3. auf DVD raus (und ist von meinem "Konsumfasting", von dem ich noch berichten werde nächste Woche, strikt ausgenommen, so here we go!)


Ich kann eigentlich nicht viel mehr über das Buch sagen. Es hat mich voll und ganz gerührt, ich möchte es nur jedem ans Herz legen,es zu lesen und ich hoffe, dass es vielleicht für einige das werden kann, was es für mich ist - nämlich ein wahrhafter Schatz an Wörtern, der neben meinem Bett ruht und ich nur hinsehen brauche und mir schlagartig tausend Sachen bewusst werden. Auch wenn Charlie "mir" nicht mehr schreibt, weil seine Briefe viel zu kurzweilig waren für mich durstigen Leser - er ist immer bei mir und so verrückt es klingt, manchmal schreibe ich in Gedanken auch an ihn, denn ich habe das Gefühl, tief in mir, dass er der einzige ist, der mich so richtig verstehen kann.





(Freue mich wie immer über eure Eindrücke, insofern ihr das Buch schon gelesen habt. Verschiedene Lesehaltungen sind immer sehr spannend!)



Sunday, January 20, 2013

abandoned places oder - Die Gefährlichkeit des Urban Explorings.

Danke für eure tollen Kommentare zum vorigen Posts. Fotografiert habe ich alle Fotos mit dem 100mm 2.8 (mein Lieblingsobjektiv, aber fürs generelle Reisen leider schwierig, da es eine Festbrennweite ist - aber zu den Objektiven gibt es in den kommenden Wochen noch mehr Input!)

So nun zum heutigen Post. Es war Herbst und wir stapften über den matschigen Waldweg. Ich trug Stiefel und Kleid, da ich einen Outfitpost gleichzeitig schießen wollte - eine nicht so kluge Entscheidung, wie sich später herausstellte. Vor uns lag eine Senke mitten in der hügeligen Landschaft und darin eingebettet mehrere Gebäude, die miteinander verbunden waren. Von außen sah es noch wie ein harmloser Bauernhof aus, von Näheren die typischen Merkmale von Verlassenheit - zugenagelte Türen, zersplitterte Fenster und morsche Rahmen. Die Gartentür schief in der Angel, dennoch verschlossen. Es hätte nicht trister aussehen können. Wir entschlossen das Gebäude erstmal zu umkreisen. Wege zu finden, die es uns erlaubten ohne "Gewalt" das Gebäude zu betreten. Hätten wir solche nicht gefunden, hätten wir es nicht betreten. Der oberste Kodex für uns gilt: Wir brechen niemals (!) Gebäude auf, um sich Zutritt zu verschaffen. Niemals!





Eingang fanden wir schließlich durch einen alten Stall. Ihr müsst jetzt gut aufpassen, um die Komplexität des Gebäudes zu verstehen und der späteren Geschichte folgen zu können. Also. Wir befinden uns in der Erdgeschossebene auf der rechten Seite eines langen Trakts. Darin befanden sich Stall  und eine winzige Küche. Die Tassen und Töpfe verdreckt und lange nicht geputzt, das Licht schaurig dunkel, ein paar winzige Flecken tanzend über das alte Gemäuer.



(Das war schon im Obergeschoss):



Linker Hand ging es weiter. Es schien eine Sackgasse zu sein. Dann eine winzige Tür, die über aufgegrabene Katakombengänge in den Hauptteil des Hauses führte.  Wir betraten vorsichtig diesen Teil, fotografierten flink und hörten dann Schritte. Versteckten uns. War es zu spät? Vor dem Gebäude blieben zwei Wanderer stehen und starrten in das Zimmer. Wir kauerten hinter dem Klavier. Sie entfernten sich. Flink machten wir uns auf den Weg ins Obergeschoss. Betten über Betten. Ein trostloser Raum. Man muss sich vorstellen, wie wenig Privatsphäre man in solchen Räumen damals hatte. Dann der Dachboden. Zu dunkel, zu gefährlich. Man konnte die Füße vor sich nicht erkennen, es hätten überall morsche Dachträger sein können. Wir stapften wieder runter, nochmals in den Schlafraum.




Und dann. Das Aufheulen eines Motors, ein Auto, das rasend über die Schotterstraße fuhr, das Zuschlagen von Türen und das Aussetzen meines Herzs. Ich hatte keine Kameratasche zum Umhängen dabei (dumme Sache beim Laufen!), stand mit meinem Bruder da und wir wussten nicht wohin - der einzige Ausweg war der Weg durch den Stall und davor stand das Auto. Wir mussten es trotzdem versuchen, hetzten die Stufen hinunter, durch die Katakombengänge, in den Stall und mussten abrupft Halt machen, da sich zwei Personen auf die Stalltür zubewegten. Die staubigen Fenster versteckten uns. Also retour. Ich weiß nicht, wie schnell mein Herz schlug. So schnell, dass ich nicht atmen konnte. P. hatte alles unter Kontrolle, lotste uns durch das Haus. Wir stürmten über einen kleinen Innenhof, der von drei Seiten aus mit Wänden begrenzt war. Hatten kurz vor zu springen, aber wir befanden uns zu hoch oben, die vierte Seite von zu viel Dickicht verwachsen. Wir befanden uns in einer Scheune, deren Türe mit Spannplatten verriegelt war. In der Falle. In der Sackgasse. Ich sah uns schon von der Polizei abgeführt werden, denn man weiß ja nie.





Dann die Rettung. P. rannte zu einer Wand, ein kleines Lüftungsfenster befand sich ohne außenliegender Vergitterung darin auf. P. zwängte sich durch, ich schmiss ihm Rucksack und Tasche nach. Wir befanden uns im zweiten Stock. Glücksfall Nummer 2 - vor dem (einzigen!) unvergitterten Fenster befand sich eine Bank, auf die man springen konnte. Ich zwängte mich (im Kleid!) ebenfalls durch das Fenster. Man muss bedenken, dass ich 1.76 groß bin und ich durch das Fenster gerade mal meine Schultern zwängen konnte. Ohne das Kleid zu zerstören schaffte ich es ins Freie. Dann Schreie eines Mannes - wir flüchteten. (Edit: Was im Nachhinein gesehen nicht klug war, ich weiß - sowas nennt man wohl dann Kurzschlussreaktion. Im Altersheim und einem anderen Haus sprachen wir auch davor mit Mieter, die gegenüber wohnen. Ich würde auch mit den Besitzern vorher sprechen, wenn man wüsste, wo sie sind - aber das Haus lag mitten auf einer Wiese, weit und breit keine anderen Häuser. Nun ja. Für die nächste Zeit habe ich noch Bilder von vorigem Jahr auf Lager und sowieso keine Zeit auf die Suche zu gehen.)

Zurück blieb der bittere Geschmack. Wir hatten etwas Verbotenes getan, ja mag sein. Aber wir hätten nie im Leben im Gebäude etwas zerstört. Menschen reagieren zu krass darauf. Die Wanderer riefen wohl den Besitzer des Gebäudes an. Mischten sich in etwas ein, was sie nicht verstanden. Es wäre doch okay gewesen, wenn sie ans Fenster geklopft hätten und uns zur Rede gestellt hätten. Wir sind nicht diese "bösen Jugendlichen", die solche Gebäude aufsuchen, um mutwillig etwas zu zerstören oder eine Party darin zu feiern. Wir sind Menschen, die diese Gebäude in die Gegenwart retour holen und andere an ihrer verhüllten Schönheit teilhaben lassen wollen. Darin sehe ich nichts Tragisches. Andere vielleicht schon.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
09 10 11 12
Blogging tips