Mittlerweile habe ich mich wieder etwas gefangen, wobei ich noch immer traurig bin. Ein furchtbares Gefühl. Dazu kommt noch, dass meine Mandeln im Hals unangenehmen Tango tanzen und der Beginn des letzten richtig krassen Prüfungsmonats an der Uni. Meiste Zeit lag ich aber melancholisch im Bett, vergrub mich unter der Decke und las und las, um auf andere Gedanken zu kommen. So sehr hat mich ein Urlaub noch nie "mitgenommen", ach.
Die Stadt und besonders die Menschen, die wir dort trafen lösen das schubweise aus - aber ja. Was soll ich sagen. Reisen ist der Motor fürs Leben. Für Gefühle. Für Abenteuer. Und dieses Jahr wird der Motor noch ordentlich zum Laufen gebracht. Vorfreude!
Heute versuche ich Tipps und Ratschläge für Amsterdam aufzuschreiben. Wir sind mal wieder hingeflogen ohne irgendwas von der Stadt zu wissen - gerade mal wo das Hostel ungefähr liegt. (Natürlich haben wir uns verlaufen.) Reiseführer hatten wir zwar gekauft, aber der blieb eigentlich die ganzen Tage im Koffer. So zu reisen macht großen Spaß, wer trotzdem paar "Insider" wissen möchte oder Orte, die ich gut - oder nicht gut fand, kann hier weiter lesen.
Amsterdam ist wohntechnisch schon eine teurere Stadt im Gegensatz zu den Städten, in denen ich bisher war. Für
4 Nächte im Durty Nellys zahlten wir pro Person etwa 160€ für ein Bett in einem 6-Bett-Zimmer. Inkludiert war hier aber noch
Frühstück (8-11 Uhr, in Buffetform. Einfach, aber lecker und ausreichend.)
Das Hostel selbst liegt super zentral - 7-8 Gehminuten vom Bahnhof entfernt und 1-2 Minuten vom Damsquare.
Es befindet sich am Rande des Rotlichtviertels und man darf sich von den Shops nicht abschrecken lassen. Dort stehen eben nebeneinander Coffeeshops, Sexshops, Gaybars, Sadomasoshops, Pornoläden - aber auch gute Bäckerein und süße Cafes. Das ist Amsterdam. Es war immer viel los auf den Straßen, sodass man auch als Mädchen nicht unbedingt Angst haben muss.
Die Mitarbeiter waren alle super freundlich, halfen wo es ging, auch als der Schlüssel für kurze Zeit verloren ging. Diese Schlüssel! Wir suchten so oft nach ihnen, das war schon der Running Gag am Ende. Wir entdeckten dort das leckere Wodka Soda Lime für uns und staunten, wie Leute bei Fußballspielen (Championsleaguefinale) abgehen können.
Das Hostel ist kein 5-Sterne-Hotel, das muss einem klar sein. Die Badezimmer sind winzigwinzigwinzig, aber die Betten dafür total bequem. Wir hatten ein Zimmer zum Innenhof, der zwar nicht hübsch war, aber wir somit nicht der vollen Lautstärke ausgesetzt waren.
Es gibt auch WIFI, aber das funktionierte nur in der Bar unten. Ansonsten wie in jedem Hostel Rabatte auf Eintrittskarten, etc. - Es gibt auch ein Pubcrawl, welches sich Party Kings nennt, aber auf dem waren wir nicht.
Aufgrund der Lage und der Gemütlichkeit würde ich es jederzeit wieder besuchen.
Wir saßen am Donnerstag - Anreisetag - gegen Mittag am Damsquare, waren bisschen hungrig, sehr müde, es hatte schlechteres Wetter und wir seufzten in Anbetracht dessen, dass wir nun mitten in Amsterdam saßen und schlechte Laune hatten. Dann startete die Free Walking Tour neben uns und wir spürten wieder diese Vorfreude - ab da wurde dann auch alles gut!
Freitags gingen wir dann selbst mit und siehe da - Amsterdam auch du wirst nun von uns geliebt. Die Guides haben es drauf, die Städte von ihren persönlichen Seiten zu zeigen und ich würde mir wünschen, dass es dann in absolut jeder Stadt geben würde.
Das Konzept: Man wird von Natives durch die Stadt geführt - dieses Mal dauerte es fast vier Stunden und alles wird durch persönliche Geschichten und Lebenseindrücke erklärt. Nach dem Rundgang weiß man so viel mehr über die Stadt und gibt dem Guide 'tips', also Trinkgeld. Die Touren gibt es auf Englisch und Spanisch. Der Vorteil ist außerdem, dass man für andere Touren oder das Pubcrawling Rabatte bekommt. Hier die Seite der
sandemans new europe Touren:
http://www.neweuropetours.eu/
Am Samstagabend machten wir noch die Red Light District Tour, welche 11€ pro Person mit Rabatt gekostet hat. Diese Tour ging von 7-9pm durch das ganze Rotlichtviertel. Wir erfuhren viel über Coffeeshops und das Sexbusiness und ich würde wirklich jedem dringend ans Herz legen, diese Tour zusätzlich zu machen. Man bekommt von der Stadt ein ganz anderes Bild und erfährt viele Informationen, die einem sonst nicht bewusst gewesen wären.
Wir müssen Pannekoek essen! Und vielleicht Steak! Und Apfelkuchen! Das waren unsere Vorhaben - im Endeffekt aßen wir nur Apfelkuchen, dafür aber auch Vlaamse Frites (sehr dicke Pommes Frittes), die wohl so der Kebap oder die Curry Wurst als Fastfood dort sind. Wir gingen nie essen außer einmal Kuchen und einmal auf einen Snack - das stelle ich euch jetzt schnell vor.
Kuchen unbedingt bei
"de taart van m'n tante" essen. Zwar etwas teuer und die Bedienung in unserem Fall sehr langsam, aber das ist es wert. So leckeren Karotten- und Apfelkuchen (warm!) - mhhh - habe ich noch nie gegessen. So gut die Kuchen sind - die Einrichtung ist der absolut schlechteste Geschmack der Welt, was aber die ganze Atmosphäre ausmacht. Plätze und somit Sitzgelegenheiten sind auch begrenzt.
Adresse: Ferdinand Bolstraat 10 - 1072 LJ Amsterdam
Am letzten Tag waren wir noch in einem gemütlichen Cafe/Bistro
"de vergulde Gaper". Man konnte draußen sitzen, sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen, den Booten zusehen und leckeres Essen genießen. Wir hatten Lachsbrot mit Guacamole, das Club Sandwhich und eine Tomatensuppe. Wirklich empfehlenswert und satt waren wir danach auch. Mit 2 Getränken zahlten wir 24€.
Adresse: Prinsenstraat 30, 1015 DD Amsterdam
Puh. Also Amsterdam - da ist immer was los - außer sonntags, das mussten wir leider auch feststellen. Ich würde definitiv einen Aufenthalt von Donnerstag auf Sonntag oder so empfehlen, wenn man Party machen möchte.
Amsterdam hat viele Pubs zu bieten und nachdem der Pubcrawl in Prag damals so erfolgreich war, machten wir das in Amsterdam wieder. Der einzige Nachteil ist, dass das schon um 8.30pm beginnt und es im Mai erst gegen 10 richtig dunkel wird. Wir machten das Ultimate Party Pub Crawl in Leidseplein. Durch die Freewalkingtour (siehe oben) bekamen wir hier auch 2€ Rabatt, also 18€ für eine Menge an Freigetränken und einen langen Ausflug in Amsterdams Nachtleben. Da wir als Gruppe von zehn Leuten hingingen, hatten wir schon von Anfang an mächtig Spaß, lernten viele viele Menschen kennen und es war mal wieder eine Nacht, die ich nie vergessen werdenmöchtewill. So soll das Leben nun mal sein.
Ich erwähne es auch hier: Das ist bestimmt nicht für jeden was, - es spielte auch in allen Clubs/Pubs fast die gleiche Musik, aber wenn man die richtigen Leute kennen lernt, ist das kein Problem.
Generell sind Leidseplein und Rembrandtsplein für das Fortgehen sehr zu empfehlen und alles war zu Fuß sehr gut erreichbar.

Ähm ja. Normalerweise bin ich Museen und Kunstausstellung immer positiv gegenüber eingestellt und besuche mindestens eine, wenn ich in einer fremden Stadt bin. So gingen wir auch sonntags ins Van Gogh Museum und waren heilfroh, vorher Tickets im Hostel gekauft zu haben (14€ das Stück). Die Schlange war eeeeewig, sowas habe ich noch nie gesehen und selbst mit Ticket mussten wir eine halbe Stunde warten.
Drinnen war ich gleich ein wenig sauer, da fotografieren verboten war. Was soll das. Das ist in Wien auch oft so. Dafür liebe ich Paris, dass man echt alles ablichten darf. Museen sollten keine stillschweigenden Orte sein, sondern Orte der Interaktivität und des Austauschs mit Leuten. Das sollten manche endlich mal kapieren. Im Endeffekt waren wir dann etwa eine Stunde drinnen und gingen gelangweilt wieder hinaus. Ich mag niederländische Malerei generell nicht so - Impressionismus und Symbolismus ja gerne, aber nicht so viel - das habe ich im Louvre schon im Schnelldurchlauf gemacht. - Wer also daran Interesse hat, ist im Van Gogh Museum gut aufgehoben, wer nicht, gibt das Geld lieber für andere Ausstellungen aus.
Wie wir für die Worldpressphotoaustellung 2012, die in Amsterdam als erstes ausgestellt wird, da auch dort die Juroren die SiegerInnen bestimmten. Die Austellung war in einer großen Kirche und für 14€ für dieses Mal zwei Personen hat sich der Ausflug dorthin sehr gelohnt. Auch emotional - ich bin da einfach so sensibel und musste schon paar Tränen vergießen - speziell bei den Tsunamibildern, heftig.
Es gibt in Amsterdam bestimmt noch viele andere Sachen, die man ansehen kann, am besten auf Plakate achten, denn auch ein Fotofestival hätte genau an dem Wochenende stattgefunden, aber das war leider zu weit außerhalb für unseren kurzen Aufenthalt.
Man braucht in Amsterdam eigentlich nie öffentliche Verkehrsmittel, das ist alles zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.
Apropos Rad, wir borgten uns welche von YELLOW BIKES aus und waren sehr zufrieden. Für drei Stunden zahlten wir jeder 8€, für einen ganzen Tag zahlt man 12€.
Uns wurde auch empfohlen eine Sexshow zu besuchen, zB im berühmten Casa Rosso. Aber als wir hörten, dass es einfach nur ein live Porno ist, ohne Handlung etc, sparten wir uns lieber das Geld.
Die Supermärkte sind toll, haben so viel Auswahl und sind nicht teurer als bei uns. Arizona Eistee 1,5 Liter gibt es dort für 1,20€ (...) - es gibt viele verschiedene Salate, die schon essfertig sind, so kann man gut und auch halbwegs gesund leben.
Gute Fotos kann man beim Museumsplein machen - dort ist auch der große I AMsterdam Schriftzug.
Aufpassen vor Taschendieben, das ist zwar in jeder Stadt so, aber durch das viele Gedränge an Wochenenden sollte man doppelt darauf achten.
Es gibt eine Einkaufsstraße (am Damsquare rechts hinein vor dem Coffee Day), wo sie Shirts mit Tumblr-Meme-Gesichtern verkaufen. Ich brauchte unbedingt ein ME GUSTA :D
Achja - der Verkehr. (...) Passt sooo gut auf, auf Radfahrer, Autos und Straßenbahnen. Verkehrsregeln? Nein, gibt es dort nicht. Dort kommt einem auch die Fahrschule mit 70 Sachen in einer Fußgängerstraße entgegen. Und die Radfahrer scheinen dort alle sowieso immer Vorrang zu haben (das kosteten wir auch aus). Als wir das Rad ausborgten, fragte gerade jemand wegen Versicherungen nach. "Ja, die haben wir. Deckt aber nur Tod ab." - Öhhh, okay - "das kann schon mal passieren." - Ohne Worte. Am besten immer die Augen offen halten und lieber zweimal schauen.

Ansonsten gibt es nicht viel mehr zu sagen. Falls ihr Leute kennen lernen wollte, ab in verschiedene Hostels, auch das Saint Christophers, in der Kette wir auch in Prag waren, war gleich unser Nachbarhostel dort. Die Stadt genießen, herumschlendern, alles aufnehmen und dann mit eigenen Geschichten nach Hause fahren und auch ein bisschen weinen dürfen, dass alles vorbei ist. Wie A. so schön sagte:
"Es wissen und jetzt schmollen, dass es vorbei ist, ist immerhin besser als es nie erlebt zu haben."
Falls ihr schon in der Stadt gewesen seid und noch gute Tipps habt, könnt ihr sie gerne als Kommentar hinterlassen und ich versuche sie, noch als "Lesertipps" dazuzuschreiben!